110 Konfigurationen verglichen: Sechs Grafikkarten in fünf Gehäusen im Test

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Wolfgang Andermahr (+1)
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Auswertung der Ergebnisse

Bei annähernd 450 Messwerten besteht die größte Herausforderung darin, die Übersicht zu behalten. Wir steigen aus diesem Grund mit einer Reihe von kompakten Übersichten ein und leiten übergeordnete Erkenntnisse aus der Masse der Messergebnisse ab.

Alle Details zu jeder Grafikkarte und jedem Gehäuse finden sich in den Abschnitten „Die Grafikkarten im Detail“ sowie „Die Gehäuse im Detail“. Auch Tonmitschnitte und ausführliche Verlaufsdiagramme zu Taktraten und Lüfterdrehzahlen sind den detaillierten Übersichten vor dem Fazit zu entnehmen.

Die Lautstärke (Lüfter max.)

Der Betrieb der Gehäuse mit voller Lüfterdrehzahl bei 12 Volt zeigt sowohl zwischen den Grafikkarten also auch zwischen den Gehäusen deutliche Unterschiede in der Lautstärke auf.

Maximale Drehzahl
(12 Volt)
Offen Ronin R4 690 III N300 Enthoo
Primo
∅* ∆**
Ohne Grafikkarte 28 37 40 41 46 53
AMD R9 290X Referenz Quiet 51 52 49 52 53 57 52 4
AMD R9 290X Referenz Uber 57 61 55 58 61 58 58 6
Gigabyte R9 290X WindForce Quiet 44 51 48 50 53 56 52 5
Gigabyte R9 290X WindForce Uber 49 59 53 55 58 57 56 6
Sapphire R9 290X Tri-X OC - 44 53 50 51 54 56 52 4
Asus R9 290X DirectCU II OC Quiet 32 49 53 43 48 55 49 10
Asus R9 290X DirectCU II OC Uber 44 55 53 51 54 57 54 4
Nvidia GTX 780 Ti - 46 50 47 49 50 55 50 4
Nvidia GTX 780 Ti „Max“ - 51 55 52 54 55 57 54 4
Gigabyte GTX 780 Ti WindForce - 35 45 45 45 48 55 47 3
∅*** 45 53 50 51 53 56
∆**** 16 10 10 7 3
Platzierung Gehäuse 3 1 2 3 5
* Durchschnittliche Lautstärke über alle Gehäuse, exkl. offener Aufbau („Offen“)
** Differenz der Lautstärke vom leisesten zum lautesten Gehäuse, exkl. Enthoo Primo
*** Durchschnittliche Lautstärke über alle Grafikkarten, exkl. ohne Grafikkarte
**** Differenz der durchschnittlichen Lautstärke mit Grafikkarte zur Lautstärke ohne Grafikkarte
Alle Angaben in db(A)

Im Mittel über alle fünf Gehäusen arbeiten die Kombinationen aus Gigabyte GeForce GTX 780 Ti und Gehäuse mit 47 Dezibel am leisesten. Am lautesten sind mit im Schnitt 58 Dezibel dagegen die Systeme mit AMD Radeon R9 290X im Uber-Modus. Das Phantek Enthoo Primo haben wir unter 12 Volt aus dem Mittelwert für die Grafikkarten gelassen – zu sehr wird die Kenngröße durch die lauten Gehäuselüfter beeinflusst.

Im Schnitt den leisesten Betrieb unter den AMD-Probanden gewährt die Asus Radeon R9 290X DirectCU II im Quiet-Modus. Wie die GeForce GTX 780 Ti erklimmt sie in drei Gehäusen einen Spitzenplatz. In Kombination mit dem Cooler Master 690 III stellt sie mit 43 Dezibel gar den besten Messwert im ganzen Testfeld.

Das ist in Bezug auf unsere bisherigen Erfahrungen interessant. Ein Blick auf das Ergebnis der Asus-Grafikkarte im Define R4 und die Spreizung zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Messwert (∆**) für die Lautstärke zeigt allerdings, dass keine Grafikkarte im Testfeld eine so große Abhängigkeit von der Kühlung vom Gehäuse aufweist. Im gedämmten Midi-Tower Define R4 geht die Grafikkarte von Asus im Quiet-Modus mit 53 Dezibel quasi ein und ist 10 Dezibel lauter als im Cooler Master 690 III – die GeForce GTX 780 Ti von Gigabyte erreicht in beiden dieselbe Lautstärke.

Das Verhalten der Variante der R9 290X von Asus ist absolut reproduzierbar und erklärt, warum die bisher im Netz veröffentlichten Ergebnisse derart weit auseinander liegen. Ein Blick auf den offenen Aufbau macht eine weitere Diskrepanz sichtbar: mit 32 Dezibel ist keine Grafikkarte so leise wie die von Asus, im Fractal Design Define R4 ist aber nur das Referenzdesign im Uber-Modus lauter.

Doch nicht nur die Spannweite, die die Grafikkarte von Asus an den Tag legt, ist riesig. Auch ein Blick auf das gesamte Testfeld zeigt: zwischen einer unvorteilhaften (R9 290X Referenz Uber-Modus + BitFenix Ronin) und einer vorteilhaften (Asus Radeon R9 290X Quiet-Modus + Cooler Master 690 III) Kombination liegen 18 Dezibel. Das sind Welten.

Weitere Erkenntnisse dieser Messreihe: die Radeon R9 290X von Gigabyte ist im Uber-Modus im Schnitt fast so laut wie das Referenzdesign von AMD und auch die entfesselte GeForce GTX 780 Ti „Max“ ist kein Leisetreter. Beim vom Powertarget eingeschränkten Referenzdesign liegt die Lautstärke im Schnitt um vier Dezibel niedriger.

Zwischen dem lautesten und dem leisesten Gehäuse liegen bei maximaler Gehäuselüfterdrehzahl im Schnitt sechs Dezibel. Das leiseste Gehäuse, das Define R4, ist dabei im Schnitt fünf Dezibel lauter als der offene Aufbau. Den größten Anstieg der Lautstärke gegenüber dem Betrieb ohne Grafikkarte verzeichnet mit 16 Dezibel das BitFenix Ronin. Beim Phantek Enthoo Primo sind es aufgrund der ohnehin schon lauten Gehäuselüfter lediglich drei.

Die nachfolgende Tabelle verzichtet auf den Ausweis der absoluten Lautstärken und stellt hingegen die Platzierung der Grafikkarten, gestaffelt nach der Lautstärke und klassifiziert nach Gehäusen, dar. Die Grafikkarten sind nach der durchschnittlichen Platzierung über alle Gehäuse sortiert.

Rangliste Lautstärke, sortiert
Maximale Drehzahl (12 Volt) Ronin R4 690 III N300 Enthoo
Primo
Gigabyte GTX 780 Ti WindForce - 1 1 2 1 1 1,2
Asus R9 290X DirectCU II OC Quiet 2 7 1 2 1 2,6
Nvidia GTX 780 Ti - 3 2 3 3 3 2,8
Gigabyte R9 290X WindForce Quiet 4 3 4 5 4 4,0
AMD R9 290X Referenz Quiet 5 4 7 4 6 5,2
Sapphire R9 290X Tri-X OC - 6 5 6 6 4 5,4
Asus R9 290X DirectCU II OC Uber 7 7 5 6 6 6,2
Nvidia GTX 780 Ti „Max“ - 7 6 8 8 6 7,0
Gigabyte R9 290X WindForce Uber 9 9 9 9 9 9,0
AMD R9 290X Referenz Uber 10 10 10 10 10 10,0

Der reproduzierbare Ausreißer der Asus R9 290X DirectCU II OC im Quiet-Modus (Platz 7 im Define R4) sowie die durchweg hinteren Plätze des Referenzdesigns und der Gigabyte R9 290X WindForce OC im Uber-Modus sind hier besonders sichtbar.