The Crew 2 im Test: Flimmerfreie Rennen mit Abwechslung und Potenzial

 3/3
Wolfgang Andermahr
69 Kommentare

Grafikkarten-Empfehlungen für The Crew 2

The Crew 2 reagiert recht allergisch auf niedrige Frameraten. Die maximalen 60 FPS fühlen sich sehr gut an, doch bereits eine Reduzierung auf 50 FPS lässt sich sofort bemerken und das Spielgefühl leidet. Während 50 FPS noch spielbar sind, ruckelt der Titel bereits bei 40 FPS ordentlich. 40 FPS in der Testszene sind schlussendlich schlicht nicht mehr spielbar: Die Steuerung hakt und das Bild stockt sichtbar.

Empfehlungen anhand FPS & Frametimes für die genutzten Einstellungen
gut spielbar annehmbar spielbar
1.920 × 1.080
AMD ab Radeon RX 580
ab Radeon R9 390X
ab Radeon RX 570
ab Radeon R9 390
Nvidia ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 980
ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 970
2.560 × 1.440
AMD ab Radeon RX Vega 56 ab Radeon RX Vega 56
Nvidia ab GeForce GTX 1070 ab GeForce GTX 1070
3.840 × 2.160
AMD nicht möglich nicht möglich
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti GeForce GTX 1080 Ti

Prozessor-Benchmarks auf einer Asus GTX 1080 Ti Strix

The Crew 2 zeigt ein merkwürdiges Verhalten bezüglich der Prozessorauslastung: Die wird CPU in hohen Auflösungen merkwürdigerweise mehr belastet als in geringeren. Das lässt sich sowohl an den Benchmarks als auch an der CPU-Auslastung erkennen. Warum dies so ist, bleibt unklar, allerdings ist das Phänomen reproduzierbar.

Rein in Bezug au die durchschnittlichen Bilder in der Sekunde (FPS) stellt The Crew 2 keine hohen Anforderungen an den Prozessor. Selbst der Intel Pentium G4560 und der AMD FX-8370 sind diesbezüglich schnell genug für das Spiel, auch wenn die maximalen 60 FPS in der Testsequenz auf der Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC nicht ganz erreicht werden.

CPU-Tests in The Crew 2 auf einer GTX 1080 Ti
CPU-Tests in The Crew 2 auf einer GTX 1080 Ti – 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • Intel Core i7-8700K
      59,6
    • AMD Ryzen 7 2700X
      59,5
    • Intel Core i3-8100
      58,6
    • Intel Core i7-7700K
      58,6
    • AMD Ryzen 5 1600X
      58,2
    • AMD FX-8370
      57,5
    • AMD Ryzen 3 2200G
      57,0
    • Intel Pentium G4560
      54,1
  • 99th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Intel Core i7-8700K
      53,5
    • AMD Ryzen 7 2700X
      52,9
    • Intel Core i7-7700K
      50,3
    • AMD Ryzen 5 1600X
      46,7
    • Intel Core i3-8100
      45,1
    • AMD Ryzen 3 2200G
      41,3
    • AMD FX-8370
      40,7
    • Intel Pentium G4560
      38,3
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Deutlich größere Unterschiede gibt es dagegen bei den Frametimes, und dies ist nicht nur mess-, sondern auch spürbar. Denn so sind die Frametimes des Core i7-8700K als knapp schnellste CPU in the Crew 2 um 40 Prozent schneller als mit dem Pentium G4560, dem langsamsten Vertreter. Mit dem Prozessor läuft das der Titel spürbar unrund.

Acht Prozent schneller, aber ebenso nicht ganz problemlos, verrichtet der Ryzen 3 2200G seine Arbeit. Ab dem Core i3-8100 läuft The Crew deutlich besser. Der Ryzen 5 1600X ist weitere vier Prozent schneller, der sich wiederum um acht Prozent dem Core i7-7700K geschlagen geben muss.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der schnellsten AMD- und Intel-CPU

Der Core i7-8700K und der Ryzen 7 2700X sind in The Crew 2 gleich schnell und zugleich klar die schnellsten Prozessoren. Sie arbeiten noch einmal fünf (AMD) beziehungsweise sechs Prozent (Intel) schneller.

Viel Potential für die Zukunft

Einen eigenen Eindruck zum Spiel konnte ComputerBase aus Zeitgründen zum Verkaufsstart nicht liefern. Ein Überblick über Wertungen zahlreicher anderer Publikationen liefert aber einen hinreichenden Querschnitt zur Qualität des Spiels.

Wenn sich das Internet über The Crew 2 einig ist, dann in einem Punkt: Das Spiel hat Potential und Ubisoft Erfahrung mit dem schrittweisen Optimieren von Spielen nach Release. Dass das einmal wieder nötig ist, darüber herrscht ebenfalls Einigkeit, denn einhellig überzeugen kann das MMO-Rennspiel nicht. Auf der einen Seite werden übereinstimmend die große und – mit Ausnahme der Städte – ansehnliche Welt und die vielfältigen Renndisziplinen sowie Fahrzeugkategorien gelobt, wobei Rennen zu Wasser und in der Luft vereinzelt vorgeworfen wird, zu wenig abwechslungsreich zu sein. Auch die Vorteile spielerfreundlicher Features wie dem Schnellreise-Systeme und die Möglichkeit, wie ein Transformer zu jeder Zeit vom Auto in ein Flugzeug oder Boot und zurück zu wechseln, findet Anklang. Im Allgemeinen erfreute die Tester auch die Fahrpyhsik.

The game is most fun when I don't have a particular goal in mind. I like to pick a random spot on the map and take the long and winding scenic route. If something crazy happens along the way, I'll go from there.

Destructoid

Die große Welt leidet, auch darüber herrscht weitgehend Konsens, aber einmal mehr unter dem Ubisoft-Syndrom: Sie ist hübsch, aber leer und steril, für Spaß müssen Spieler sorgen. So eigene sich die Welt zwar für Touren mit Freunden und zum Entdecken, sei aber uninspiriert gefüllt und habe, unter anderem weil Events erst durch Spielfortschritt freigeschaltet werden müssen, zu wenig Aktivitäten auf den Reisen anzubieten. Gründe zum Erkunden gibt es also nicht, heißt es, die Erkundung muss selbst Spaß genug sein.

Auf Abneigung stößt darüber hinaus die Story, die – einmal mehr – als von unterirdischer Qualität bezeichnet wird; Sie habe schreckliche Dialoge und sei völlig zum Vergessen, so das einhellige Urteil – und versage dabei, besondere spielerische Höhepunkte zu schaffen. Als misslungen wird außerdem das „obszöne“ Rubberbanding der KI-Fahrzeuge. Rock, Paper, Shotgun beschreibt in langen Rennen das Verhalten der NPCs als Quelle der Frustration: Der Straßenverkehr würde sich realitätsfremd und suizidal verhalten, was zum regelmäßigen Neustart zwinge.

Like some American lives, The Crew 2 experience basically amounts to being bored, frustrated, and wanting to get the hell out of Florida.

Game Informer

Als größter einzelner Kritikpunkt kristallisiert sich aber der Mehrspieler-Aspekt hinaus. Das Rennspiel, das gemäß seiner Ankündigungen diesem Aspekt erhebliche Bedeutung zuweist, soll erst im Dezember einen PvP-Modus erhalten und versage dabei, mehreren Spielern Aktivitäten anzubieten. Eurogamer merkt deshalb an, dass The Crew 2 in gegenwärtigen Zustand daran scheitere, seine Always-Online-Voraussetzung zu rechtfertigen.

It’s clearly vast in scope, ambition and content, and you might well scream that I’m a greedy-faced fool for wanting it to be exceptional in any of its eight billion disciplines. But I retort that an awful lot of mediocrity is perhaps not as good a thing as a small amount of brilliance.

Rock, Paper, Shotgun

Dazu kommt eine Vielzahl lästiger Kleinigkeiten: Tester monieren die schwankende Qualität von Veranstaltungen, ungenaue Routenfindung, die das gewählte Fahrzeug nicht berücksichtigt, und inkonsistentes Objektverhalten – es sei willkürlich, was sich mit dem Auto zerstören lasse und was nicht, kritisiert Rock, Paper, Shotgun und merkt an, dass auch die Erkennung von Stuntmanövern keinesfalls zuverlässig funktioniere. Allen Medien gemein ist zudem die Einschätzung der RPG-Elemente. Sie sind vollständig nutzlos und unbefriedigend, weil automatisiert immer das Teil mit den höchsten Werten ans Auto geschraubt werde – und die KI ohnehin immer auf den gleichen Leistungsstand nachzieht.

Insgesamt ist das Meinungsbild so verhalten positiv. In der Mehrzahl hatten Tester trotz aller Schwächen Spaß mit The Crew 2, wenngleich der Titel offenkundig klar hinter seinem Potential zurückbleibt und damit das gleiche Problem wie das Seriendebüt hat. Lässt sich daraus ein Urteil ableiten, dann dieses: Vor dem Kauf sollte das Ausbügeln der Schwachstellen abgewartet werden.

I recognize that probably sounds patronizing or dismissive, but believe me when I say, sincerely, that The Crew 2’s messiness is its charm.

Polygon
Wertungsüberblick für The Crew 2
Publikation Wertung
4Players 76/100
Destructoid 7/10
Eurogamer n.A.
Game Informer 6/10
IGN 7/10
Polygon n.A.
PC Gamer 55/100
Rock, Paper, Shotgun n.A.
VG247 n.A.
Metacritic (PC) 61/100

Fazit

Technisch ist The Crew 2 ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind die Anforderungen an die Grafikkarte nicht allzu hoch, für maximale Details muss es kein High-End-3D-Beschleuniger sein. Das ist gut. Ferner überzeugen kann die Optik mit ihren abwechslungsreichen Szenerien, Fahrzeugarten und auch den Wetterverhältnisse. Dass man verzögerungsfrei an jede Stelle der gesamten Karte springen kann, gefällt ebenfalls.

Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Grafik an sich nur Mittelmaß ist und nicht im Ansatz mit den Ubisoft-Großproduktionen wie Assassin's Creed Origins oder Far Cry 5 mithalten kann. Die spielen technisch in einer ganz anderen Klasse. Auch die direkte Konkurrenz aus dem Hause Microsoft, Forza Horizon 3 (Test) und das demnächst erscheinende Forza Horizon 4, ist technisch einen guten Schritt weiter. Auf dem PC erneut ärgerlich ist das feste FPS-Limit von 60 FPS.

The Crew 2 im Technik-Test

Die PC-Version macht keine technischen Probleme

Die PC-Version von The Crew 2 hat beim Testen keinerlei Probleme gezeigt und macht in einigen Aspekten Spaß, in anderen dagegen weniger. Ein Blick auf die Spielewertungen anderer Magazine zeigt, dass das nicht nur für die technische Betrachtung zu gelten scheint, sondern auch für das Spiel selbst. Die Wertungen entsprechen bisher meist dem oberen Mittelmaß.

ComputerBase hat den Key zum Spiel auf Anfrage von UbiSoft erhalten. Der Publisher hatte weder auf den Inhalt des Artikel Einfluss, noch war die Redaktion zur Veröffentlichung verpflichtet. Ein NDA gab es nicht.

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