Intel DG1: Iris Xe Max jetzt auch als PCIe-Desktop-Grafikkarte

Update Volker Rißka
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Intel DG1: Iris Xe Max jetzt auch als PCIe-Desktop-Grafikkarte
Bild: Intl

Heute beginnt bei Intel ein neuer Meilenstein: Die erste diskrete PCIe-Desktop-GPU mit Xe geht an den Start. Doch es ist eine alte Bekannte, denn es ist die aus dem Notebook portierte Iris Xe Max, die fortan in günstigen Desktop-Lösungen zu finden sein wird.

An der Ausstattung von Intel Iris Xe Max, Codename DG1, wird sich deshalb im Groben nichts ändern, im Detail gibt es jedoch Unterschiede. Überraschend wird ausgerechnet die Desktop-Version nur mit 80 EUs spezifiziert sein und damit nicht den Vollausbau von Intel Xe-LP markieren, der 96 EUs vorweist und so im Notebook zu finden ist. Intel kontert das aber mit einem angepassten Takt und einer erhöhten TDP. Statt 1,65 GHz bei 25 Watt im Notebook, können im Desktop bei „leicht höherem Takt“ bis zu 30 Watt gefahren werden. Wieviel genau, sagt Intel nicht, die Produktseite in der Datenbank geht noch ins Leere.

4 GByte LPDDR4-4266-Speicher sind auch im Desktop dem Chip zur Seite gestellt. Drei Video-Ausgänge werden angeboten, alle Features der Xe-Architektur inklusive AV1-Decoding sind mit von der Partie.

Insgesamt bleibt die Lösung damit auf dem Papier unter dem, was eigentlich möglich ist – und Intel mit der Server GPU zeigt. Dort gibt es den Vollausbau des Grafikchips gepaart mit 8 GByte Grafikspeicher. Dafür taktet die Server-GPU mit sehr niedrigen 1,1 GHz und bietet dafür nur eine TDP von 23 Watt auf.

ComputerBase hakte nach dem Warum bei Intel nach und bekam zu verstehen, dass es laut Intel Analysen die passendste Mischung aus Leistung, Verbrauch und Preis in dem anvisierten Marktumfeld ist.

Und was die ersten Partner daraus machen, überrascht ebenfalls. Während Asus den Weg über eine passiv gekühlte und lediglich ein Slot hohe Lösung sucht, was angesichts von 30 Watt TDP durchaus möglich ist, geht der in Asien operierende Hersteller Colorful in die Vollen und setzt ein großes PCB mit zwei Slot großem Doppel-Lüfter auf.

DG1 Asus
DG1 Asus (Bild: Intel)
DG1 Colorful
DG1 Colorful (Bild: Intel)

Der Blick geht weiter nach vorn

Der heutige Start der ersten diskreten Grafiklösung von Intel seit einer halben Ewigkeit für den Desktop markiert den Einstieg in diese Welt. Das große Ziel ist jedoch Intel Xe HPG, die echte Gaming-Lösung, die in diesem Jahr erscheinen wird. Bis dahin werden die kleineren Vertreter auch genutzt, um die Treiber für die große Bühne bereit zu machen.

Update

Während die Produktseiten in der Datenbank weiterhin nicht live geschaltet sind, hat Intel auf Nachfrage interessante Details offenbart. Demnach wird die Grafikkarte nur mit Coffee Lake-S und Comet Lake-S, also der neunten und zehnten Core-Generation zusammenarbeiten. Das ist auch im Mainboard begründet, da es einen Chipsatz vom Typ B460, H410, B365 oder H310C nutzen muss, die mit einem speziell auf die Grafikkarte abgestimmtem BIOS ausgerüstet sein müssen. Dies schließt die Nutzung nicht nur in einem anderen System, sondern defacto außerhalb des OEM-Umfelds quasi aus, weshalb die Karten auch nur so verkauft werden.

Dadurch wird einmal mehr klar, dass dies nur ein weiterer Testlauf für die nächste Generation ist. Diese Beschränkungen wird es bei den echten Gaming-Lösungen Intel Xe-HPG natürlich nicht mehr geben.