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Im Test vor 15 Jahren: Die G84-GPU der GeForce 8600 GTS kam in 80 nm

Robert McHardy
62 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Die G84-GPU der GeForce 8600 GTS kam in 80 nm

Während High-End-Grafikkarten wie die GeForce 8800 GTX und GTS gerne die Aufmerksamkeit auf sich zogen, griffen viele Spieler lieber zu Grafikkarten aus der Mittelklasse mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Die GeForce 8600 GTS (Test) war ein solches Modell und bot eine solide Leistung zu einem guten Preis.

Die GeForce 8800 GTS 320 als günstiger Einstieg

GeForce 8600 GTS und GT basierten auf der G84-GPU, die auf der G80-Architektur der GeForce 8800 GTX/GTS aufbaute. Im Vergleich zu dieser kam ein neueres 80-nm-Verfahren bei der Fertigung zum Einsatz, was in einer reduzierten Chipgröße und somit geringeren Kosten resultierte. Gegenüber dem direkten Vorgänger GeForce 7600 GT legten die beiden Grafikkarten um mehr als 100 Millionen Transistoren zu. Das machte sich vor allem bei der deutlich gestiegenen Texel-Füllrate bemerkbar.

Die GeForce 8600 GTS als neues Topmodell der Mittelklasse legte zudem bei Pixel-Füllrate, der Fließkommarechenleistung (FLOPS) und der Speicherbandbreite zu. Nicht zu vergessen waren die DirectX-10-Unterstützung der GPU und die hervorragende Bildqualität, die alle G80-GPUs boten.

GeForce 7600 GT GeForce 8600 GTS GeForce
8600 GT
Radeon
X1650 XT
Chip G73 G84 RV560
Transistoren ca. 178 Mio. ca. 289 Mio. ca. 330 Mio.
Fertigung 90 nm 80 nm
Chiptakt 560 MHz 675 MHz 540 MHz 575 MHz
Shadertakt 560 MHz 1.450 MHz 1.190 MHz 575 MHz
Pixel-Pipelines 12 8
Shader-Einheiten
(MADD)
24 (4D) 32 (1D) 24 (4D)
FLOPS (MADD/ADD) 107 GFLOPS 139 GFLOPS 114 GFLOPS 166 GFLOPS
ROPs 8
Pixel-Füllrate 4.480 MPix/s 5.400 MPix/s 4.320 MPix/s 4.600 MPix/s
TMUs 12 16 8
TAUs 12 16 8
Texel-Füllrate 6.720 MTex/s 10.800 MTex/s 8.640 MTex/s 4.600 MTex/s
Vertex-Shader 8 5
Unified-Shader
in Hardware
Pixel-Shader PS 3.0 SM 4 PS 3.0
Vertex-Shader VS 3.0 SM 4 VS 3.0
Geometryshader
Speichermenge 256 MByte GDDR3
Speichertakt 700 MHz 1.000 MHz 700 MHz 675 MHz
Speicherinterface 128 Bit
Speicherbandbreite 22.400 MByte/s 32.000 MByte/s 22.400 MByte/s 21.600 MByte/s

Die Mittelklasse in der Mitte

An die GeForce 8800 GTS oder GTX kamen die GeForce 8600 GT(S) bei weitem nicht heran. Stattdessen platzierten sie sich in den Benchmarks in der oberen Mittelklasse mit einem gesunden Abstand zur GeForce 7600 GT. Speziell die GeForce 8600 GTS machte einen soliden Eindruck mit einem Leistungsvorteil von etwa 50 Prozent bei deaktiviertem Anti-Aliasing und knapp 85 Prozent bei eingeschalteter Kantenglättung. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz von ATi platzierte sie sich zwischen der Radeon X1650 XT, die sie um 30 bis 40 Prozent abhängte, und der 13 bis 22 Prozent schnelleren Radeon X1950 Pro. Die GeForce 8600 GT machte eine schlechtere Figur und konnte sich nur knapp mit einem Vorsprung von 8 bis 14 Prozent vor die Radeon X1650 XT setzen.

Rating
Rating – 1280x1024
    • nVidia GeForce 8800 GTX
      242,9
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      188,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      185,1
    • nVidia GeForce 7950 GX2
      172,1
    • ATi Radeon X1950 XTX
      160,5
    • ATi Radeon X1900 XTX
      153,1
    • ATi Radeon X1900 XT
      146,3
    • nVidia GeForce 7900 GTX
      136,1
    • ATi Radeon X1900 XT 256
      135,9
    • nVidia GeForce 7950 GT
      117,9
    • ATi Radeon X1950 Pro
      112,6
    • XFX GeForce 8600 GTS XXX
      108,1
    • nVidia GeForce 8600 GTS
      100,0
    • nVidia GeForce 7900 GT
      98,2
    • nVidia GeForce 7900 GS
      89,7
    • nVidia GeForce 8600 GT*
      80,9
    • ATi Radeon X1650 XT
      72,8
    • nVidia GeForce 7600 GT
      66,7
    • ATi Radeon X1650 Pro
      48,8
    • nVidia GeForce 7600 GS
      44,9
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Die GeForce 8600 GTS machte im Test auch in den B-Noten einen guten Eindruck. Der Schalldruckpegel war sowohl im Leerlauf als auch unter Last als angenehm zu bezeichnen, während die GPU-Temperatur sich in einem niedrigen Bereich befand. Die getestete GeForce 8600 GT von XFX verfügte hingegen über keine Lüftersteuerung und war folglich in jeder Situation deutlich zu laut, obwohl sie keine Wärmeprobleme hatte.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle:
    • nVidia GeForce 7600 GS
      46,0
      Passivkühlung
    • nVidia GeForce 7900 GS
      47,0
    • nVidia GeForce 8800 GTX
      47,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      48,0
    • nVidia GeForce 7950 GT
      48,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      48,0
    • nVidia GeForce 7900 GTX
      48,5
    • nVidia GeForce 7950 GX2
      48,5
    • XFX GeForce 8600 GTS XXX
      48,5
    • nVidia GeForce 8600 GTS
      49,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      49,5
    • ATi Radeon X1900 XT
      50,5
    • nVidia GeForce 7600 GT
      50,5
    • ATi Radeon X1900 XTX
      51,5
    • ATi Radeon X1900 XT 256
      52,5
    • ATi Radeon X1650 Pro
      53,5
    • nVidia GeForce 8600 GT*
      55,0
    • nVidia GeForce 7900 GT
      60,5
  • Last:
    • nVidia GeForce 7600 GS
      46,5
      Passivkühlung
    • XFX GeForce 8600 GTS XXX
      49,0
    • nVidia GeForce 7900 GTX
      50,0
    • nVidia GeForce 8600 GTS
      50,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      51,0
    • nVidia GeForce 8800 GTX
      51,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      51,5
    • ATi Radeon X1650 Pro
      53,5
    • nVidia GeForce 7950 GT
      54,0
    • nVidia GeForce 8600 GT*
      55,0
    • ATi Radeon X1900 XT
      57,0
    • nVidia GeForce 7950 GX2
      57,0
    • ATi Radeon X1900 XT 256
      57,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      59,0
    • nVidia GeForce 7900 GS
      59,0
    • ATi Radeon X1900 XTX
      59,5
    • nVidia GeForce 7900 GT
      60,5
    • nVidia GeForce 7600 GT
      62,0
Einheit: dB(A)

Fazit

Im Test konnte vor allem die GeForce 8600 GTS überzeugen. Mit einem Preis von 200 Euro (UVP) war sie bedeutend günstiger als die High-End-Modelle GeForce 8800 GTS und GTX, die 340 respektive 500 Euro kosteten. Im Vergleich mit anderen Vertretern der Mittelklasse war sie jedoch deutlich teurer: Die GeForce 7600 GT kostete 90 Euro im Handel, die schnellere ATi Radeon X1950 Pro 130 Euro. Die GeForce 8600 GT war mit einem Preis von 150 Euro für das Gebotene noch unattraktiver. Dabei galt es zu beachten, dass der UVP zum Erscheinungszeitpunkt – anders als heute, wo Grafikkarten aufgrund der Knappheit an Chips über ihrem UVP gehandelt werden – deutlich höher war als der tatsächliche Preis zum offiziellen Marktstart. Für Nutzer, die die gute G80-Bildqualität, die DirectX-10-Unterstützung und die solide Leistung wollten, war die GeForce 8600 GTS eine Überlegung wert.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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