News Appelbaum: E-Mails abschaffen, Internet dezentralisieren

Hat man doch auch nichts davon.
Nehmen wir mal an das wird so umgesetzt, wer hindert denn die NSA ebenfalls ein paar der "Knotenpunkte" dieses Netzwerkes aufzusetzen und dann zu überwachen?
Die Daten müssen trotzdem noch über die normale Telekommunikations-Infratruktur eines Landes laufen die man ebenfalls anzapfen kann.
Das klingt alles mehr nach Werbung für seine Beteiligung als wirklich nützliche Hilfe.
Diesen Überwachungswahn kann höchstens der verantwortliche Staat beenden was wohl nie passieren wird, alles andere ist doch träumerei wie man es verhindern kann.
Selbst wenn man eine verantwortliche Regierung absetzen würde, jede neue würde irgendwann wieder damit anfangen.
 
Nachrichten, die auf Servern eines Providers warten, von mir abgerufen zu werden – das ist Privatsphäre auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts
Herr Appelbaum. Bitte befassen Sie sich mal mit der Geschichte des Internets. Es wurde dazu geschaffen, um Daten zurückzuverfolgen. Sicherlich lässt sich diese Struktur umgestalten, allerdings wird das Internet dann nicht mehr so sein, wie es jetzt ist - nicht für Überwacher und auch nicht für normale Nutzer. Jede Form der Bequemlichkeit - von Suchanfragen bis zu E-Mails - wird immer angreif- und abgreifbar sein. Alternativen wie TOR und PGP können gegen die Symptome helfen (bedingt), jedoch niemals eine vollständige Alternative sein.

Am Ende also eine nette Forderung, die alle Probleme lösen würde, wenn sie denn funktionieren könnte. Aber auch so kommt man (wieder) ins Gespräch.

Es grüßt Sie herzlichst
Nova
aus der Realität

-.-
 
Heretic Novalis schrieb:
Es wurde dazu geschaffen, um Daten zurückzuverfolgen.
MM nach wurde es geschaffen um eine ausfallsichere Kommunikation zu gewährleisten. Speziell für militärische Konflikte sollte sichergestellt sein, dass es keine zentralen Knoten und Leitungswege gibt, die ein lohnendes Angriffsziel darstellen.

Natürlich ist Redundanz teurer.

Proxys können den Datenverkehr lokalisieren. Richtig schön wären selbstorganisierende Netze über die Router ver Bevölkerung (ich empfange hier 22 Netzwerke). Leider hat man die Störerhaftung eingeführt, um vermutlich genau diese Architekturen zu verhindern.
 
Das ist irgendwie total an der Sache vorbeigedacht!

Wollte man der NSA relevante Datenaufkommnisse entziehen, dann stellt sich nicht die Frage, das Internet zu dezentralisieren, sondern WER das Internet dezentralisieren sollte.

Die NSA interessiert es eher einen Scheiß, ob Müller, Schulze, Meyer sich auf Facebook entblöden verabreden oder ihre Lebensgeschichte per Email verbreiten, sondern welcher Konzern etc, welche Daten an wen versendet.
Jegliche die Politik, Wirtschaft etc. betreffende Info und seine Verbreiter sind hier in der Pflicht.

Der Otto-Normal-Verbraucher bietet nur bedingt Angriffsfläche, es sei denn das Ämter etc. seine Daten nicht schützen.
Damit solch Skandale wie der Derzeitige nicht noch einmal so entstehen können würde es voraussetzen, das sich die Herren Politiker endlich mal an dem Medium glaubwürdig schulen ließen.
Heutzutage sollte eigentlich jeder Politiker nicht zugelassen werden, der nicht weiß wie das Internet und seine nutzbaren Sicherheiten funktioniert.
Jedem IT'ler, selbst in Umschulungen, fordert man mehr Wissen ab als diesen Herren.
 
Das Ganze ist ja jetzt doch sehr unkonkret formuliert. " (...) generell das Internet dezentralisieren (...)". Ja gut und wie? Welchen Plan hat der gute Mann genau?
 
Mein Vorschlag zu mehr Sicherheit wäre sämtliche britische und amerikanische Hardware, Betriebssysteme, Produkte, Virenscanner, Webseiten, Mobilfunkbetreiber und -Ausrüster, Kabelnetzbetreiber und -Ausrüster sowie Cloud-Services schrittweise innerhalb von zwei Jahren restlos vom deutschen Markt, vor allem aus den Unternehmen und Behörden zu verbannen und eigene Alternativen zu schaffen. Außerdem sollte das BSI bereits heute vor diesen Spionagetools warnen und vom Einsatz dringend abraten und ein genereller Ausschluss von sämtlichen Ausschreibungen erfolgen.

Aber dazu fehlt der politische Wille denn solange unsere Politiker ruhig sind, dürfen unsere Dienste Xkeyscore zur massiven Ausspähung der eigenen Bevölkerung nutzen. Außerdem sind Produkte aus China und Russland auch nicht sicherer, nur wenigstens haben die eigenen Behörden dann keinen Zugriff auf die Daten.
 
Kowa schrieb:
MM nach wurde es geschaffen um eine ausfallsichere Kommunikation zu gewährleisten. ...
Das ist ein wichtiger Aspekt des militärischen internet, ein anderer, der zur heutigen Überwachbarkeit führt, ist der, dass ich als Bataillonskommandant genau wissen muss, dass der Führungspanzer von Panzerzug XY, der mir für die "Schalchtstrategiespielanzeige" grad seine GPS-Daten sendet, auch wirklich der Führungspanzer von Panzerzug XY ist - da haben wir die IP-Adresse, über die man den Panzer einwandfrei identifizieren kann.
 
Ihr könnt euch ruhig darüber lustig machen, aber Applebaum hat mit dem was er sagt recht, so wie beim Großteil von dem, was ich von ihm bisher gehört habe.
E-Mails sind unsicher, PGP hilft nur begrenzt und ist zu aufwändig. Metadaten können nicht verschlüsselt werden und man braucht für einen Mailserver eine Domain und Zertifikate. Das bekommt man nicht anonym und schon gar nicht umsonst. Verisign hat zu viel zu sagen. Die grundsätzliche Idee des Internets beruht auf Dezentralisierung und genau da müssten wir eigentlich wieder hin. Was ist daran schlecht oder verwerflich oder lächerlich?


FrAGgi schrieb:
Das Ganze ist ja jetzt doch sehr unkonkret formuliert. " (...) generell das Internet dezentralisieren (...)". Ja gut und wie? Welchen Plan hat der gute Mann genau?

Hier steht natürlich nicht das ganze Interview, aber selbst im Artikel steht was von TOR und generell geht es ihm um Peer-to-Peer-Netze

Ich mag den eigentlich. Kann mich noch erinnern, als er bei Maybrit Illner war (ziemlich früh nach den ersten Snowden-Leaks). Da hat ihn eigentlich keiner ernst genommen und sich dafür interessiert was er zu sagen hat. Er meinte noch er setze Hoffnungen auf die Deutschen, dass hier mal eine große öffentliche Debatte stattfindet, nicht so wie bei ihm zuhause in den Vereinigten Staaten. War aber ja eigentlich klar, dass das alles in Deutschland wieder keinen juckt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also prinzipell bin ich ja dafür, aber es fehlen dezentrale und standardisierte alternativen, die auch ein 0815 User benutzen kann.

Soziale Netzwerke sind zu zentral und noch leichter auszuschöpfen, als E-mail Server. Weder Regierungen noch Privat Unternehmen kann man in der Hinsicht vertrauen.

Das Problem dürfte nur sein, das alles, was einigermaßen dezentrale Verschlüsselung bietet, für den normalen User kaum benutzbar ist....
 
etking schrieb:
Mein Vorschlag zu mehr Sicherheit wäre sämtliche britische und amerikanische Hardware, Betriebssysteme, Produkte, Virenscanner, Webseiten, Mobilfunkbetreiber und -Ausrüster, Kabelnetzbetreiber und -Ausrüster sowie Cloud-Services schrittweise innerhalb von zwei Jahren restlos vom deutschen Markt, vor allem aus den Unternehmen und Behörden zu verbannen und eigene Alternativen zu schaffen.
Interessant... Wo doch z.B. in chinesischen Chips (Auftragsfertigung) bereits häufiger Backdoors gefunden wurden... Und welche deutsche Firma, wenn du die Kirche wirklich im Dorf lassen willst, hat auch nur ansatzweise konkurrenzfähige Produkte? Gibt es deutsche Produzenten für x86-64 CPUs? Nein? Verdaaaaammmt... also können Intel+AMD weiterhin Backdoors in die CPU bauen!
Und was soll das blinde Vertrauen, dass deutsche Dienste besser wären?

Außerdem sollte das BSI bereits heute vor diesen Spionagetools warnen und vom Einsatz dringend abraten und ein genereller Ausschluss von sämtlichen Ausschreibungen erfolgen.
...und das BKA lässt parallel dazu eigene Spionagetools entwickeln. CLEVER!


eruanno schrieb:
E-Mails sind unsicher, PGP hilft nur begrenzt und ist zu aufwändig. Metadaten können nicht verschlüsselt werden
Wenn du Nachrichten an Empfänger schicken willst, die aktuell offline sind, dann musst du diese auf einen Server packen und da lagern. Damit diese Nachrichten ankommen können, muss zumindest der Empfänger klar ersichtlich sein. Damit du über Fehlverhalten des Dienstes informiert werden kannst muss zusätzlich der Absender klar sein. Stell dir mal vor, du würdest wichtige Papiere versenden und hättest einen Schreibfehler in der postalischen Adresse... wäre es dir lieber, wenn diese Papiere von der Post geshreddert werden oder mit "Empfänger konnte nicht ermittelt werden" zu dir zurück kommen?

E-Mail ist ein bequemes, weit verbreitetes und zuverlässiges Protokoll. Ja, die Metadaten sind nicht verschlüsselbar... der Inhalt hingegen schon. Wenn es nach den Metadaten geht, dann hab ich Verbindungen zur Nigerianer-Mafia... Soviel zu den Metadaten.

und man braucht für einen Mailserver eine Domain und Zertifikate. Das bekommt man nicht anonym und schon gar nicht umsonst. Verisign hat zu viel zu sagen.
Komisch. Ich hab heut erst für einen unserer Kunden ein Level1-Zertifikat eingerichtet, und es hat weder uns noch unseren Kunden einen Cent gekostet. Man darf halt nicht einfach nur GoDaddy & Co nachrennen...
Und ne Domain kostet.. und? Rein theoretisch wäre ein Mailserver aber sogar mit DynDNS möglich, nur würde dieser Server nur empfangen können. Versand via DynDNS ist theoretisch möglich, wird aber praktisch überall abgelehnt.... sonst wäre das Spamaufkommen ein Größenordnungen höher.

Die grundsätzliche Idee des Internets beruht auf Dezentralisierung und genau da müssten wir eigentlich wieder hin. Was ist daran schlecht oder verwerflich oder lächerlich?
Es ist weder verwerflich noch lächerlich. Es ist nur illusorisch.
Für stabile und verlässliche Kommunikation benötigt man vorhersagbare Verhaltensweisen. Stell dir mal vor, du bist IT-Dienstleister und einer deiner Kunden möchte wissen, wieso er keine Nachrichten von XY erhalten kann, obwohl XY ihm telefonisch bestätigt hat, dass die Nachricht raus ist. Mit E-Mail ist das ganz einfach. less mail.log | grep "versandadresse". Wenn jeder Scheiß verschlüsselt ist, dann kannst du den Kram nie wieder debuggen.

IM-Verschlüsselung via OTR klingt zwar lustig für Geeks unter sich, ist aber für Massenanwendungen vollkommen sinnbefreit. Schreib mal einen Newsletter oder eine Bestellbestätigung über einen IM-Dienst. Ja welchen nutzt mein Kunde gerade? Gibt es dann DEN EINEN IM-Dienst, den alle Leute nutzen?

Nächster Punkt: Viele Firmen nutzen zentralisierte Verwaltungsprogramme für ihre Kommunikation untereinander sowie mit Kunden, sogenannte CRM-Systeme. Ein wirklich wichtiges Feature eines CRM ist, dass es Mails abholt und einem Kunden zuweist. So kann sämtliche Kommunikation zwischen den verschiedenen Mitarbeitern und einem Kunden dokumentiert werden... quasi das, was eBay beim Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer auch macht.
Sowas ist im Rechtsstreit unglaublich wichtig.... und der Rechtsstreit kommt immer.
 
etking schrieb:
Mein Vorschlag zu mehr Sicherheit wäre sämtliche britische und amerikanische Hardware, Betriebssysteme, Produkte, Virenscanner, Webseiten, Mobilfunkbetreiber und -Ausrüster, Kabelnetzbetreiber und -Ausrüster sowie Cloud-Services schrittweise innerhalb von zwei Jahren restlos vom deutschen Markt, vor allem aus den Unternehmen und Behörden zu verbannen und eigene Alternativen zu schaffen. Außerdem sollte das BSI bereits heute vor diesen Spionagetools warnen und vom Einsatz dringend abraten und ein genereller Ausschluss von sämtlichen Ausschreibungen erfolgen.

1) Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Aber der NSA lässt ja bekanntlich enorme Geldmengen springen, um überall Backdoors und co einzubauen. Da hilft es nur bedingt auf deutsche Produkte zu setzen. Außerdem hat der BND auch schon Blut geleckt, was die Überwachung angeht...

2) Der meiner Meinung nach wichtigste Schritt wäre es, dass z.B. Thunderbird endlich eine automatische End zu End Verschlüsselung integriert. Man könnte z.B. per verschickter mail (oder Anfrage beim Mailanbieter) abfragen, welche Verschlüsselungsverfahren vom Empfänger unterstützt werden - sobald das feststeht wäre sichere Kommunikation möglich. Mit public key verfahren etc. Aber dafür dürften die Entwickler zu unfähig sein..... Gebe auch Probleme, wenn die selbe mail von unterschiedlichen Endgeräten angezeigt wird.
 
Daaron schrieb:
[...] ...und das BKA lässt parallel dazu eigene Spionagetools entwickeln. CLEVER!
Dasselbe habe ich mir auch gedacht ;)

Daaron schrieb:
Wenn du Nachrichten an Empfänger schicken willst, die aktuell offline sind, dann musst du diese auf einen Server packen und da lagern. Damit diese Nachrichten ankommen können, muss zumindest der Empfänger klar ersichtlich sein. Damit du über Fehlverhalten des Dienstes informiert werden kannst muss zusätzlich der Absender klar sein. Stell dir mal vor, du würdest wichtige Papiere versenden und hättest einen Schreibfehler in der postalischen Adresse... wäre es dir lieber, wenn diese Papiere von der Post geshreddert werden oder mit "Empfänger konnte nicht ermittelt werden" zu dir zurück kommen?

E-Mail ist ein bequemes, weit verbreitetes und zuverlässiges Protokoll. Ja, die Metadaten sind nicht verschlüsselbar... der Inhalt hingegen schon. Wenn es nach den Metadaten geht, dann hab ich Verbindungen zur Nigerianer-Mafia... Soviel zu den Metadaten.
Ist mir ja alles auch klar, ich bin auch keinesfalls für die Abschaffung der E-Mail. Tatsächlich finde ich - genau wie du anscheinend auch - E-Mails sehr nützlich. Klar kann man Dezentralisierung unterschiedlich definieren, aber ich bin der Meinung, SMTP ist dezentral aufgebaut. Klar gibt es Server (die braucht man wie du sagst natürlich auch für offline-Nachrichten) und Clients aber es steht im Grunde genommen jedem offen, einen eigenen Server aufzustellen (allerdings nicht anonym) und wenn es richtig gemacht wird, funktioniert es praktisch auch auf Anhieb. Ich kann dann mit meinem Account auf meinem privaten Mailserver genauso zu Benutzern bei anderen Anbietern wie etwa gmail oder web.de kommunizieren, so wie diese es selbstverständlich auch untereinander können und nicht etwa nur von gmail zu gmail. Das ist für mich auch schon dezentral. Ich stimme Appelbaums Aussage auch nicht zu, dass Verschlüsselung generell zu aufwändig oder schwierig für die Benutzer ist, eigentlich wäre der richtige Weg, die Nutzer zu sensibilisieren und zwei Klicks mehr in Kauf zu nehmen. Aber aktuell ist es aber so, dass es keinen interessiert und keiner sich die Mühe machen will. 'wieso sollte ich Mails verschlüsseln lernen?'
Auch wenn ich die E-Mail als sinnvoll und nützlich erachte, ist das System bei weitem nicht perfekt. Daher begrüße ich es auch wenn es Leute gibt, die auf Alternativen drängen, auch wenn die Abschaffung der E-Mail schon eine utopische Forderung ist. Trotzdem stimme ich, wie schon oben gesagt Appelbaum in fast allem zu.


Daaron schrieb:
Komisch. Ich hab heut erst für einen unserer Kunden ein Level1-Zertifikat eingerichtet, und es hat weder uns noch unseren Kunden einen Cent gekostet. Man darf halt nicht einfach nur GoDaddy & Co nachrennen...
Und ne Domain kostet.. und? Rein theoretisch wäre ein Mailserver aber sogar mit DynDNS möglich, nur würde dieser Server nur empfangen können. Versand via DynDNS ist theoretisch möglich, wird aber praktisch überall abgelehnt.... sonst wäre das Spamaufkommen ein Größenordnungen höher.

Ich kenne nicht besonders viele CAs die auf allen Systemen anerkannt sind und kein Geld verlangen. Zudem ist meines Wissens die Gültigkeit beschränkt und danach kostet es (z.B. bei StartSSL?)? Vielleicht kannst du mir ja bei der Gelegenheit gleich mal einen Tipp geben? ;)
DynDNS ist keine Lösung, man bekommt umsonst nur Subdomains und dafür wiederum kein anerkanntes Zertifikat. Außerdem kann man wie du schon selbst sagst direkt keine Mails versenden, höchstens über einen Smarthost, was aber auch keine Lösung ist.


Daaron schrieb:
IM-Verschlüsselung via OTR klingt zwar lustig für Geeks unter sich, ist aber für Massenanwendungen vollkommen sinnbefreit. Schreib mal einen Newsletter oder eine Bestellbestätigung über einen IM-Dienst. Ja welchen nutzt mein Kunde gerade? Gibt es dann DEN EINEN IM-Dienst, den alle Leute nutzen?
Verstehe auch nicht, wieso er an dieser Stelle meint PGP sei zu kompliziert, aber darauf verweist, dass er über OTR kommuniziert.
Das andere ist tatsächlich ein Problem, das eigentlich keins sein müsste. XMPP erfüllt alle Bedürfnisse, die für IM gebraucht werden, ist SMTP sehr ähnlich und wäre die Lösung für dieses Problem. 'Dezentral' (s.o.) aufgebaut und alle IMs egal bei welchem Server/Betreiber wären untereinander kompatibel.
 
hmmm ok, der Herr Appelbaum hat meines Erachtes mal überhaupt keinen Plan, denn das Internet ansich IST dezentralisiert, denn wenn eine Route ausfällt, wird eine andere genommen. Die problematischen Punkte sind einfach die Konzentrationsstellen (bei uns z.B. DE-CIX) von den nationalen Backbones auf die internationalen, da es hiervon recht wenige gibt in vergleich zu den nationalen Kontenpunken.
Außerdem sind die Rechenzentren ansich auch ein Problempunkt vorallem in den USA, da sich die NAS durch ein NSL einfach Zugriff verschaffen kann und der Betreiber nichts dageben machen kann und es auch nicht veröffentlichen darf, da er sonst noch in Guantanamo landen könnte.

Als Beispiel für diesen Ansatz nennt Appelbaum unter anderem das Tor-Netzwerk, das einen Schritt in diese Richtung darstellt und an dessen Entwicklung er beteiligt ist. Eine Garantie für Anonymität ist das Tor-Netzwerk allerdings auch nicht.

gleiches Problem wie schon vorher, Eintrittspunkte und Austrittspunkte werden überwacht, die meisten loggen eh mit, da sich sich rechtlich absichern müssten. Genau wie bei Proxys.


Die einzige Lösung die ich sehe ich, das man einfach die Betreiber erst nach einen ÖFFENTLICHEN und der Öffentlichekeit zugänglichen Urteil / Beschluss den Behörden Zugang gewähren muss. Und dann dürfen die Behörden auch NICHTS anderes machen als das wofür sie das Urteil / den Beschluss haben.
Außerdem sollten sich Geheimdienste für jede Aktion rechtfertigen müssen im Nachhinein und zwar öffentlich.
 
Ich finde man sollte die Debatte zwischen den Themenfelder Datenschutz und Wirtschaftsspionage trennen. Datenschutz zu stärken ist nicht im Interesse der deutschen Dienste, Wirtschaftsspionage zu verhindern schon.

Als ersten Schritt sollte man sich also auf die Wirtschaftsspionage konzentrieren, da hier nicht mit Hindernissen seitens unserer Dienste zu rechnen ist und alle an einem Strang ziehen können. Ich würde auch gerne den Einsatz von Tools wie xkeyscore, mit denen die IT-Abteilungen in deutschen Diensten wahrscheinlich jetzt gerade ihre Freundin und Nachbarn und politischen Gegner unkontrolliert ausspionieren, auf deutschem Boden verbieten lassen aber das ist leider momentan nicht realistisch umsetzbar, da unsere Dienste genau in die andere Richtung, also zu viel mehr IT-gestützer Totalüberwachung steuern.
 
Wie haben es die anderen Regierungen nur geschafft den Bürgern zu verkaufen das die USA das ohne das wissen oder zum Teil im Auftrag der jeweiligen Länder machen? Glauben wirklich Leute das z.B. Deutschland nicht bei den USA angefufen hat um bei der NeoNazi suche zu helfen weil einerseits das know how fehlt und andererseits Gesetze so eine Suche verhindern?

Ziemlich erbärmliche Vorstellung. Das ist genauso ein Bullshit wie die Eurohater. Wie denen einfach nicht klar ist das Deutschland wohl der größte Nutznießer des Euros ist aber die Idiotenpresse hetzt gegen den Euro und die dummen Bürger schlucken das auch noch Oo
 
etking schrieb:
Mein Vorschlag zu mehr Sicherheit wäre sämtliche britische und amerikanische ... zu verbannen
Erst das ursprüngliche Problem falsch auf Amis+Briten beschränken und dann den Ausschluß der Amis+Briten als Lösung des ursprünglichen Problems verkaufen. Typischer Fehlschluss.

etking schrieb:
Aber dazu fehlt der politische Wille
Richtig. Beim Thema Sicherheit sind deshalb angeblichen Lösungen, die auf Mitarbeit von Politikern angewiesen sind, keine praktikablen Lösungen. Da hilft nur eins: Angebliche Lösung verwerfen, weiter nach Lösungen suchen.

Wobei hingegen Politiker helfen können und müssen:
Beim Thema Verfügbarkeit. Die tollsten, sichersten Netzprotokolle und superleicht bedienbare Anwendungen bringen nichts, wenn ich keinen Internetzugang mit öffentlicher IP-Adresse und angemessener "Geschwindigkeit" mehr bekommen kann (im Mobile-Sektor bereits üblich) und/oder die Datenübertragung so verkrüppelt wird, daß einige Dienste nicht funktionieren (ebenfalls bereits Realität im Mobil-Sektor). DA muß die Poltik ran. Selbst will sie nicht, weil sie von den falschen bezahlt wird. Man muß ihr gewaltig in den Hintern treten.

eruanno schrieb:
Ich kenne nicht besonders viele CAs die auf allen Systemen anerkannt sind und kein Geld verlangen.
Kosten sind das kleinste, harmloseste Argument gegen das tote CA-System, was aktuell für SSL/TLS verwendet wird. Da du nicht der Einzige bist, der CA-Nekromantie betreiben möchte, bin ich für die Aufnahme von http://lolroot.ca in die CA-Listen der Browser und SSL-Bibliotheken. Preiswert und voll transparent. Nicht vergessen auf der Website bis ans Ende zu scrollen.

etking schrieb:
Ich finde man sollte die Debatte zwischen den Themenfelder Datenschutz und Wirtschaftsspionage trennen. Datenschutz zu stärken ist nicht im Interesse der deutschen Dienste, Wirtschaftsspionage zu verhindern schon.
*hust* Der letzte Halbsatz ist ein Märchen. Wirtschaftsspionage gegen deutsche Unternehmen geht den deutschen Geheimdiensten komplett am Ar... vorbei. Schau dir an, was deren Chefs und deren politische Vorgesetzte die letzten Montate erzählt haben: "Hier gibts nichts zu sehen. Hier ist gar nichts. Alles in Ordnung."
 
Zuletzt bearbeitet:
etking schrieb:
Mein Vorschlag zu mehr Sicherheit wäre sämtliche britische und amerikanische Hardware, Betriebssysteme, Produkte, Virenscanner, Webseiten, Mobilfunkbetreiber und -Ausrüster, Kabelnetzbetreiber und -Ausrüster sowie Cloud-Services schrittweise innerhalb von zwei Jahren restlos vom deutschen Markt,
Nein Danke! Um den Datenschutz zu stärken die Bürger zu bevormunden und einzuschränken ist genau die falsche Richtung. Läuft sonst auf dasselbe hinaus, wie beim Konsolenverbot in China.
 
tadL schrieb:
Ziemlich erbärmliche Vorstellung. Das ist genauso ein Bullshit wie die Eurohater. Wie denen einfach nicht klar ist das Deutschland wohl der größte Nutznießer des Euros ist aber die Idiotenpresse hetzt gegen den Euro und die dummen Bürger schlucken das auch noch Oo

Ziemlich erbärmliche Einstellung. Und wenn Du es mit dem Euro vergleichst, warum sind Eurokritiker gleich Eurohasser? Das zeugt von Ignoranz gegenüber anderen Meinungen, nach dem Motto, wer was anderes sagt, liegt falsch, da muß man nicht zuhören. Daraus folgt aber, daß Deine Meinung nicht auf Überlegungen beruht, sondern auf "es muß so sein, deswegen ist alles andere falsch". Fakt ist, der Großteil der Exporte findet in den asiatischen Raum statt. Der Anteil ist größer, als der innereuropäische. Wenn der Euro wankt, wird dieser Export geschwächt. Es besteht also die Wahl zwischen einem stabilen Export in der EU, der aber geringer ausfällt, und dem außereuropäischen, der größer ist. Dazu kommt, daß der Großteil der innereuropäischen Exporte auf Hilfszahlungen beruht. Anders gesagt, wir geben anderen Ländern das Geld, um unsere Waren zu kaufen. Die Blase platzt, wenn das Geld nicht zurückgezahlt wird.

Was den Rest betrifft, auch in den USA gab es bislang nur einen Fall, bei dem derartige Überwachung half. Alle anderen Fälle wurden mit klassischen Methoden gelöst. Wozu also das Ganze? Wir brauchen es nicht.

Und nun mit beiden Dingen zum Thema kommend. Die EU hat sich auf die Fahne geschrieben, daß Freiheit und Gerechtigkeit höchste Güter sind. Damit diese Einstellung nicht gefährdet wird, sind Dinge wie der EURO deutlich zu überarbeiten, weil sonst eine Zweiklassengesellschaft in der EU entsteht, was konträr mit der Grechtigkeit ist.
Zur Freiheit gehört eben, daß man nicht überwacht wird, wenn man unschuldig ist. Warum muß der Staat prüfen, daß ich nichts zu verbergen habe?
Und damit sind wir bei der Idee im Artikel. Sie ist sehr begrüßenswert. Ein dezentrales System wäre schwerer zu überwachen. Und wenn dann doch ein Anfangsverdacht besteht bei Person x, kann dessen Anschluß mit richterlichem Beschluß abgehört werden, wie bei, Telefon. Warum also alles überwachen wollen?

Was ich mich nur frage, wie soll sichergestellt werden, daß z.B. Brasilien nicht deren System selbst überwacht? Es klingt nicht wirklich dezentral.

Vor allem sollte man beachten, daß für die, die eine Gefahr sind, genügend Möglichkeiten gibt, sich der Überwachung zu entziehen.
 
Hellbend schrieb:
Die NSA interessiert es eher einen Scheiß, ob Müller, Schulze, Meyer sich auf Facebook entblöden verabreden oder ihre Lebensgeschichte per Email verbreiten...


Du darfst nicht so kurzsichtig denken. Selbstverständlich interessiert es die, was der scheinbar unwichtige einzelne Bürger so alles machen. Nur weil bisher keine Maßnahmen ergriffen sind, heißt es nicht, dass es unwichtig ist.

Solche Behörden und vor allem Unternehmen warten nur auf einen bestimmten Zeitpunkt, an dem es sich zu 100% lohnen kann.
Man könnte beispielsweise in einigen Jahren auf die Idee kommen, die einzelnen, scheinbar unwichtigen Bürger mit einem schönen neuen Programm zu scannen und diesen Strafen zuschicken, weil diese beispielsweise ein Bild von einer beliebigen Seite heruntergeladen haben, welche eben von Bing, Google, Yahoo, etc. verlinkt waren, ohne die Erlaubnis vom Besitzer eingeholt zu haben. Das selbe natürlich auch mit Videos von Youtube ohne man verfolgt Verkäufe auf beispielsweise ebay zurück, die man eigentlich nicht hätte machen dürfen, total egal, ob man es wusste oder nicht.

Und schon werden vorerst scheinbar unwichtige Bürger mit einer potenziellen Geldbuße ab 100.000 Euro belangt, dann senkt man die Grenzen und die "automatische Strafverfolgung", bis jeder Bürger ab einem Buße von 5 Euro lohnenswert ist, weil man sämtliche Beweise vorlegen kann und sich die Kosten für die Unternehmen/Anwälte/Behörden hierfür nur auf Briefumschlag, Papier und Versand belaufen, da man im Falle eines Widerspruches als Bürger sowieso nur zu 100% verlieren kann.

So extrem wird es vielleicht nicht in den nächsten Jahren sein, aber es wird immer weiter in diese Richtung, bis es vielleicht in 50 Jahren Realität wird. Wahrscheinlich sogar noch viel früher...
 
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