Globalfoundries : IBM verschenkt die Halbleitersparte und zahlt drauf

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Globalfoundries: IBM verschenkt die Halbleitersparte und zahlt drauf
Bild: IBM

Monatelang hat IBM versucht, die defizitäre Halbleiter-Sparte abzuspalten. Jetzt ist ein Abnehmer gefunden: Globalfoundries wird das Chip-Geschäft von „Big Blue“ übernehmen. Zahlen muss der Auftragsfertiger dafür nicht, im Gegenteil: Als Teil des Geschäfts soll Globalfoundries 1,5 Milliarden US-Dollar erhalten.

Nach konkreten Gerüchten im Vorfeld haben beide Unternehmen heute die Einigung über den Transfer verkündet. Fertigungsstätten samt Personal und Technologien, darunter „tausenden Patenten“, sollen in den Besitz von Globalfoundries übergehen, sofern Regulierungsbehörden der Transaktion zustimmen. Bis auf ein Team, das sich weiter bei IBM um die semiconductor server group kümmert, sollen alle Mitarbeiter vom neuen Arbeitgeber übernommen werden.

Globalfoundries verpflichtet sich im Zuge der Übernahme, IBM für die nächsten zehn Jahre mit Server-Chips zu beliefern, die mit Strukturbreiten von 22, 14 und 10 Nanometern gefertigt werden. IBM wiederum wird wie geplant über die nächsten fünf Jahre drei Milliarden US-Dollar in die Erforschung von Halbleiter-Techniken investieren, Globalfoundries erhält im Rahmen der Vereinbarung Zugriff auf die Forschungsergebnisse.

Statt Verkaufserlösen bringt die Abspaltung der Chip-Sparte IBM hohe Kosten ein. Insgesamt verbucht das Unternehmen Aufwendungen von 4,7 Milliarden Dollar vor Steuern. Die „Mitgift“ in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, die innerhalb der nächsten drei Jahre gezahlt werden soll, ist nur ein Teil davon.

Schon vor Monaten wurde über die Veräußerung der Chip-Sparte von IBM spekuliert und Globalfoundries als potentieller Abnehmer gehandelt. Vor rund zwei Wochen nahmen die Gerüchte an Fahrt auf. Laut unbestätigten Berichten hatte Globalfoundries in Verhandlungen ein „Handgeld“ von bis zu zwei Milliarden US-Dollar gefordert, IBM habe hingegen zunächst eine Milliarde geboten. Demnach trafen sich die Geschäftspartner nun in der Mitte.