JMF815 und JMF680 : JMicrons neue SSD-Controller ab 2016 in SSDs

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JMF815 und JMF680: JMicrons neue SSD-Controller ab 2016 in SSDs

JMicron hat Details zum Aufgebot neuer SSD-Controller preisgegeben. Demnach werden dem kurz vor der Markteinführung stehenden Chip JMF670H zum Jahresende die Modelle JMF680 und JMF815 folgen. Mit Produkten auf deren Basis sei aber erst Anfang 2016 zu rechnen.

Der für das Einstiegssegment bestimmte JMF670H (PDF) ist ein Vier-Kanal-Controller mit Unterstützung für SATA 6 Gb/s und erlaubt SSDs mit maximal 512 GByte MLC-Speicher. Der Controller soll nach Informationen von AnandTech kurz vor der Auslieferung an Kunden von JMicron stehen.

JMF815, JMF680 und JMF670H im Vergleich
JMF815, JMF680 und JMF670H im Vergleich (Bild: AnandTech)

Mit dem JMF680 ist bereits der Nachfolger geplant, der bei gleicher Schnittstelle eine etwas höhere Leistung bietet und dank „Advanced ECC“ auch TLC-Speicher unterstützt, der künftig von mehr SSD-Herstellern genutzt werden wird. Die maximale SSD-Kapazität gibt JMicron mit 2 TByte an. Die Transferraten liegen mit 550 MB/s lesend und 500 MB/s schreiben auf typischem SATA-Niveau. Im Falle des Einsatzes von TLC-Speicher wird für solche Schreibraten aber ein Pseudo-SLC-Cache unabdingbar. JMicrons SLC-Modus soll den Namen Write Booster tragen und laut AnandTech bereits vom JMF670H unterstützt werden.

Für eine größere Verbreitung von TLC-NAND-Flash wird Micron sorgen: Ab Herbst sollen Drittanbieter SSDs mit 16-nm-TLC von Micron auf den Markt kommen. Bis dahin wird der JMF680 aber noch nicht marktreif sein, sofern die Prognosen stimmen.

Mit Unterstützung von PCI Express 3.0 liefert der JMF815 die höchste Leistung im Aufgebot von JMicron und soll entsprechend in SSDs der Oberklasse verbaut werden. Allerdings werden nur zwei PCIe-Leitungen geboten und auch auf das NVMe-Protokoll wird verzichtet. Sequenzielle Transferraten von 1.200 MB/s beim Lesen und 1.000 MB/s beim Schreiben sind zwar deutlich schneller als bei allen SATA-SSDs, doch ist PCIe 3.0 x4 mit bis zu 3 GB/s längst der neue Maßstab, weshalb es für das absolute High-End-Segment, in dem sich derzeit Intels SSD 750 und Samsungs SM951 tummeln, für JMicron nicht reichen wird – zumal der Chip erst im kommenden Jahr eingesetzt werden soll.

Galaxy HOF PCIe-SSD (Prototyp) kommt nicht mit JMF811
Galaxy HOF PCIe-SSD (Prototyp) kommt nicht mit JMF811 (Bild: Tom's Hardware)

Für die mit reichlich Verspätung erwarteten SATA-Express-SSDs böte sich der JMF815 geradezu an, ist die Schnittstelle doch auf zwei PCIe-Leitungen beschränkt. Das erste Aufgebot der Mainboards für Intels kommende Skylake-Generation hat gezeigt, dass SATA Express trotz des Mangels an passenden SSDs bei den Herstellern eine große Rolle spielt. Einige Z170-Platinen verfügen über gleich dreimal SATA Express. Auch Seagates kommende SF3500-Controller arbeiten mit maximal zwei PCIe-Lanes und böten sich für SATA Express an.

Der JMF815 wird den JMF811 ersetzen, der beispielsweise die Basis für eine High-End-SSD der Marke HOF von Galaxy bilden sollte, doch wurde der Chip noch vor der Markteinführung eingestellt. Die Galaxy HOF PCIe SSD, die der Hersteller als Vorserienmuster mit weißem PCB gezeigt hatte, soll es dennoch geben: Tom's Hardware erfuhr, dass die SSD im zweiten oder dritten Quartal erscheinen soll. Welcher Controller die Rolle des JMF811 übernimmt und ob das Design beibehalten wird, ist derzeit unbekannt.

JMF60F und JMF608 ohne DRAM
JMF60F und JMF608 ohne DRAM (Bild: AnandTech)

Für die weitere Verbreitung von Flash-Speicher-Lösungen sollen auch günstige SSD-Controller ohne externen DRAM-Cache sorgen. Bei JMicron steht mit dem JMF60F der Nachfolger des JMF608 in den Startlöchern, der „in den kommenden Monaten“ erhältlich sein soll. Eine verbesserte Fehlerkorrektur und eine erweiterte Unterstützung von NAND-Flash inklusive 3D-NAND werden im Datenblatt genannt. SSDs mit bis zu 256 GByte soll der Chip ermöglichen. Transferraten von 530 MB/s lesend und 240 MB/s schreibend über SATA 6 Gb/s werden angeführt. Auch Marvell hat inzwischen kompakte SSD-Controller ohne DRAM im Programm.