Quartalszahlen : Apple verkauft 16 Prozent weniger iPhones

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Quartalszahlen: Apple verkauft 16 Prozent weniger iPhones

Auf Stagnation folgt Rückgang: Apple hat das erste Mal weniger iPhones in einem Quartal verkauft als im vergleichbaren Zeitraum zuvor. Mit 16 Prozent oder 10 Millionen Geräten fällt der Rückgang groß aus. Das zweite Quartal des Fiskaljahrs 2016 ist damit das erste seit Jahren ohne neuen Umsatzrekord.

Denn auch der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr von 58,0 auf 50,6 Milliarden US-Dollar und der Gewinn sank von 13,6 auf 10,5 Milliarden US-Dollar. Dass der Konzern-Umsatz nur um 13 Prozent gefallen ist, obwohl auch der Verkauf des iPads und der Mac mit 19 respektive zwölf Prozent stark rückläufig waren, liegt an steigenden Umsätzen mit Dienstleistungen und dem App Store.

Mehr Umsatz mit Dienstleistungen und Software

Wir sind mit dem kontinuierlich starken Umsatzwachstum bei den Services sehr zufrieden, dank der unglaublichen Stärke des Apple Ökosystems und unserer wachsenden Basis von über einer Milliarde aktiver Geräte“, erklärt Tim Cook, CEO von Apple.

Hervorgehoben wurden 13 Millionen zahlende Abonnenten von Apple Music und ein neuer Umsatzrekord im App Store mit 35 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Geäußert hat sich Cook auch zur Apple Watch, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen: Die Uhr habe sich im 1. Jahr ihrer Verfügbarkeit besser verkauft als das erste iPhone, so Cook. Dessen Verkaufszahlen werden auf fünf bis sechs Millionen Einheiten geschätzt.

Q2 2014 Q3 2014 Q4 2014 Q1 2015 Q2 2015 Q3 2015 Q4 2015 Q1 2016 Q2 2016 ggü. Vorjahr
iPhone 43,7 35,2 39,3 74,5 61,2 47,5 48 74,8 51,2 -16,3 %
iPad 16,4 13,3 12,3 21,4 12,6 10,9 9,9 16,1 10,2 -19,0 %
Mac 4,1 4,4 5,5 5,5 4,6 4,8 5,7 5,3 4,0 -11,6 %
iPod 2,8 2,9 2,6
Absatz nach Produktgruppen in Mio. Einheiten, Quelle: Apple (PDF)

Relativ verlor die Produktgruppe iPad mit einem Rückgang um 19 Prozent am meisten Umsatz, beim iPhone fielen die Einkünfte um 18, beim Mac um neun Prozent. Regional verlor Apple am meisten Umsatz in China, dort betrug der Rückgang im Jahresvergleich 26 Prozent. In Europa wiederum waren mit fünf Prozent Rückgang die geringsten Verluste zu vermelden.

Noch kein Effekt durch das iPhone SE

Noch keinen Effekt auf die Verkäufe des iPhones hatte das iPhone SE, das erst fünf Tage nach dem Ende des 2. Quartals des Fiskaljahrs im Handel erschienen ist. Informationen zu den Verkaufszahlen hat Apple bisher auch separat nicht bekannt gegeben, sprach aber von mehr Bestellungen als der Konzern liefern könne.

Im Vergleich mit dem zweiten Quartal von vor zwei Jahren zeigt sich, dass der Effekt aus der Einführung des iPhone 6 (Plus) auch weiterhin deutlich ist. Denn 50 Prozent des im letzten Jahres erzielten Absatzplus finden sich trotz des Rückgangs immer noch in den Verkaufszahlen wieder. Dauerhaft im Jahresrhythmus mit mindestens 20 Millionen Einheiten mehr Absatz davon zu profitieren, ist Apple hingegen nicht gelungen.

Der Ausblick bleibt verhalten

Auch für das dritte Quartal des Fiskaljahres erwartet Apple weiterhin fallende Verkaufszahlen und einen korrespondierenden Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden US-Dollar – im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte Apple noch einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar erzielt.

Gleichzeitig kündigt Apple an, das Aktienrückkauf- und Dividenden-Programm abermals aufzustocken. Durch die Bewilligung von weiteren 50 Milliarden US-Dollar werde der Konzern von August 2012 bis März 2018 insgesamt 250 Milliarden US-Dollar an Investoren ausschütten.