4/5 Bluetooth-Lautsprecher im Test : Das Passende für die eigenen Ansprüche

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August MS425

Der MS425 von August stellt mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern bei fast identischer Höhe sowohl den kleinsten als auch mit einem Straßenpreis von rund 12 Euro den günstigsten Kandidaten im Test dar. Für den Preis erhält der Nutzer einen sehr gut verarbeiteten und vor allem stabilen Lautsprecher, was sich auch im Gewicht von 236 Gram widerspiegelt. Zum Vergleich: Der JAM Classic bringt trotz größerer Maße gerade einmal 217 Gramm auf die Waage. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Großteil des MS425 aus Aluminium gefertigt ist. Darüber hinaus sorgt die gummierte Unterseite für einen guten Stand.

Günstigster Lautsprecher im Test

Die Bedienelemente unterscheiden sich ebenfalls von vielen Kontrahenten in der Preisklasse, denn der MS425 besitzt neben dem Start-/Stop-Button auch Schaltflächen für den Sprung zum nächsten Stück oder zurück – ein Spulen ist jedoch nicht möglich. Dafür muss der Nutzer bei der Lautstärkeeinstellung mit einem ordinären Drehregler vorliebnehmen, womit die Ausgabe des Lautsprechers jedoch im Gegensatz zu den anderen Testaspiranten stufenlos einstellbar ist.

Wie der JAM Classic arbeitet auch der August nach dem 360°-Prinzip, die geringe Abmessung des eher an ein Kameraobjektiv erinnernden Lautsprechers spiegelt sich jedoch auch im Klang wider: Dieser besteht vornehmlich aus Höhen und Mitten. Der Bass ist zwar vorhanden, doch fehlen ihm aufgrund der geringen Größe die tiefen Frequenzen und somit auch der Druck. Daher sind vom Winzling keine Klangwunder zu erwarten, zudem neigt der MS425 bei voller Lautstärke der Quelle schon bei geringer Lautstärke zu Verzerrungen. Wird diese ab der Quelle ein wenig reduziert, weist das Modell jedoch über den gesamten Bereich keine Verzerrungen mehr auf.

Die Laufzeit wird vom Hersteller mit fünf Stunden angegeben, was jedoch stark untertrieben ist: In den Laufzeittests brachte es der August bei angenehmer Lautstärke auf über acht Stunden Spielzeit, womit sich wieder zeigt, dass die Laufzeit nicht zuletzt von der gewählten Lautstärke, Funkverbindung und vielleicht sogar Musik abhängt. Geht die Akkuversorgung einmal zur Neige, wird der Nutzer darüber mit einem sich ständig wiederholenden Ton sowie durch die verbaute LED informiert. Über den integrierten USB-Anschluss soll der Akku des MS425 je nach verwendetem Netzteil in knapp vier Stunden wieder aufgeladen sein.

Auch kabelgebunden Störgeräusche

Neben den bereits genannten Übertragungsmöglichkeiten lässt sich auch der MS425 bei Verbindung zu einem Mobiltelefon als Freisprechanlage nutzen. Doch leider ist dieser trotz aller positiven Eigenschaften ebenfalls deutlich anfällig für Störgeräusche, welche sich im Gegensatz zum JAM Classic auch in der kabelgebundenen Übertragung deutlich bemerkbar machen. Leise Musik oder das Hören von Hörbüchern wird auf dem MS425 hierdurch stark gestört.

August SE50

Der August SE50 stellt den Außenseiter im Test dar, denn im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern ist dieser aufgrund des fehlenden Akkus nur für den stationären Betrieb vorgesehen. Dies zeigen zudem sowohl die Größe als auch das Gewicht von über einem Kilogramm. Dafür besitzt er als einziger Vertreter des Testfeldes ein UKW-Radio.

Das Äußere des SE50 gestaltet sich durch die Holzoptik zunächst ansprechend, bei genauerem Hinsehen entgehen dem Betrachter jedoch gerade beim oben eingelassenen Bedien-Panel die unterschiedlichen Spaltmaße nicht. Am Boden ist durch einen Strich zudem genau zu erkennen, wo das Furnier für die Holzoptik zusammengeklebt wurde.

Das Bedien-Panel besitzt Elemente zur Steuerung der Lautstärke und des UKW-Radios sowie für die Quellenwahl und Bluetooth-Verbindung. Diese sitzen fest, und es ist ein wenig Kraft nötig, um sie zu drücken. Der Ein-/Ausschalter wurde seltsamerweise auf der Rückseite des Gerätes angebracht und ist daher nur umständlich zu erreichen.

Die Bluetooth-Verbindung soll laut Hersteller per NFC besonders einfach von der Hand gehen. Im Test kam darüber lediglich eine Verbindung zu einem Nexus 5 zustande, ein älteres Galaxy Nexus hingegen wurde nicht erkannt. Die Bluetooth-Verbindung per Hand klappte dagegen auf allen Quellgeräten, dabei wies jedoch auch der August die bekannten Störgeräusche im Hintergrund auf – unabhängig davon, welches Quellgerät verwendet wurde.

Boombox ohne Boom

August veräußert den SE50 auch als „Boombox with FM Radio“ – doch vom „Boom“ ist bei der Wiedergabe nur wenig zu hören. Zwar weist der Lautsprecher einen hörbaren Bassbereich auf, dieser ist jedoch eher neutral zu vernehmen, als dass es hier eine zusätzliche Bassverstärkung gibt, wie es die Bezeichnung suggeriert. Dennoch kann der Klang als ordentlich bezeichnet werden, Höhen und Mitten erscheinen ohne Dominanz – und doch wirkt der SE50 auf langer Strecke klanglich etwas „lustlos“. Der Lautsprecher kann laut werden, doch bei normal ausgesteuerter Quelle treten bereits bei knapp halber Lautstärke erste Verzerrungen auf, bei rund zwei Drittel ist dann endgültig Schluss. Somit kann der Bereich nur dem Ausgleich für leisere Quellen – zum Beispiel beim UKW-Radio – zugerechnet werden.

Bei den Verbindungsmöglichkeiten teilt der SE50 die Verhaltensweise einiger anderer Testkandidaten, indem auch dieser Störgeräusche bei Funkverbindung aufweist. Das UKW-Radio kann nur als Dreingabe gewertet werden, denn dieses schafft es nicht, auch nur einen Radiosender ohne deutliches Grundrauschen wiederzugeben. Eine Wahlmöglichkeit zwischen Mono und Stereo hätte diesen Umstand beseitigen können. Daneben bietet das Modul zehn Speicherplätze für die eigenen Senderfavoriten.

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