Xbox Scorpio: Microsoft streicht ESRAM für die UHD-Konsole

Max Doll 137 Kommentare
Xbox Scorpio: Microsoft streicht ESRAM für die UHD-Konsole
Bild: iFixit

Microsofts Xbox Scorpio soll mit mehr Rechenleistung als die PlayStation 4 Pro besser für UHD- und VR-Anwendungen geeignet sein. Ein Whitepaper verrät nun erste technische Daten: Microsoft streicht den ESRAM der Xbox One. Echte UHD-Auflösungen bleiben aber ein optionales Feature.

Wie schon bei Sony ist das Erzielen von echten UHD-Auflösungen nicht zwingend vorgeschrieben, berichtet Eurogamer. Entwickler werden, heißt es in dem Whitepaper erneut, die verbesserte GPU-Leistung „unvermeidlich“ für andere Verbesserungen wie höher aufgelöste Schatten, Reflexionen und verbesserte Sichtweiten verwenden. Eine Ausnahme gibt es nur für First-Party-Spiele: Alle von Microsoft entwickelten Titel sollen nativ in UHD laufen. Mindestens ein erstes Spiel wurde bereits erfolgreich auf dieses Niveau gebracht.

Entwicklern stehen außerdem Upscaling-Optionen zur Verfügung. Darunter ist die Möglichkeit, die grafischen Anteile eines Spiels mit 60 Hz, die CPU aber nur für 30 Hz berechnen zu lassen und unter anderem Animationen zu interpolieren. Zudem besteht die Möglichkeit, Auflösung oder Effekte auf UHD-Niveau hochzurechnen – und dies, wie das Unternehmen anpreist, dynamisch abhängig der jeweiligen Spielszene. Eurogamer argumentiert daher, dass die CPU der Scorpio nicht auf AMDs neue Zen-Architektur zurückgreifen wird. Angenommen wird, dass eine höher getaktete Version des derzeitigen Prozessors genutzt wird.

Kein ESRAM für Scorpio

Obwohl Phil Spencer von ersten, funktionsfähigen Prototypen der Konsole berichtet, ist weiter unklar, wie genau Scorpio die anvisierten 6 TeraFLOPS Rechenleistung erzielen wird. Deutlich wird immerhin zunächst, wie Microsoft nicht vorgeht: Der schnelle, aber kleine und damit oftmals schwer einzusetzende ESRAM der Xbox One, der den langsamen DDR3-Speicher der Konsole kompensieren soll, wird kein Teil von Scorpio.

Für Entwickler ändert das aber nichts: Die Veröffentlichung von Titeln nur für Scorpio und den PC wird von Microsoft kategorisch untersagt, die Optimierung von Spielen für den Speicher zumindest nachdrücklich empfohlen. Außerdem wird die Konsole einen beschleunigten L2-Cache erhalten und Speicherkompressionstechnologien unterstützen. Ins Detail geht Microsoft hier nicht.