Cuplex Kryos Next im Test: Vario für Enthusiasten, Vision für Schausteller 2/2

Thomas Böhm 54 Kommentare

Testsystem und Methodik

Als Grundlage dient das Testsystem für Wasserkühlungen mit dem Messverfahren für CPU-Wasserkühler. In diesem wird der CPU-Kühler (montiert mit Gelid GC Extreme) in einen Kreislauf mit einem NexXxoS-UT60-240-Radiator von Alphacool integriert, auf dem zwei NF-F12 von Noctua mit 1.200 U/min arbeiten. Als Pumpe dient die auf minimale Drehzahl eingestellte Alphacool VPP655.

Der auf 4,0 GHz übertaktete i7-3960X wird für 30 Minuten mit Prime 95 (Version 27.9; Einstellung 8k, in-place FFTs) gefordert, bevor in einem Messintervall von fünf Minuten die mittlere Temperaturdifferenz zwischen wärmstem CPU-Kern und Flüssigkeit am Kühlereinlass erfasst wird. Im Anschluss läuft für die Optimierung der Bodenplatte über die Vario-Mechanik der Belastungstest weiter und die Daten werden direkt abgelesen, um Veränderungen in Echtzeit zu erfassen. Resultate nach veränderten Einstellungen werden erneut in fünfminütigen Messintervallen ermittelt.

Testergebnisse

Durchflussreduktion sowie die Skalierung der Kühlleistung bei verändertem Durchfluss wurden bereits beim Basismodell des Cuplex Kryos Next erfasst. Diese Werte sind beim Vario-Kühler unverändert, so dass an dieser Stelle die Diagramme des ursprünglichen Tests übernommen werden.

Soweit ist alles bekannt – doch wie schlägt sich der Vario-Kühler auf dem i7-3960X des Testsystems? Im Gegensatz zum üblichen Messverfahren wird auf die Dreifach-Montage und -Messung mit Angabe des Durchschnitts verzichtet: Die Optimierung erfolgt im laufenden Betrieb, ergo zeigt bereits eine einzelne Montage das Potenzial der Bodenplatten-Anpassung.

Temperaturdifferenz Wasser zu CPU
Angaben in Kelvin
    • Alphacool Eisblock XPX
      23,6
      Hinweis: 64 l/h
    • Aqua Computer CKN Vario und Vision (optimiert)
      23,8
      Hinweis: 71 l/h
    • Aqua Computer CKN Vario und Vision
      23,9
      Hinweis: 71 l/h
    • Aqua Computer Cuplex Kryos Next
      24,0
      Hinweis: 71 l/h
    • Watercool Heatkiller IV Pro Pure Copper
      25,0
      Hinweis: 62 l/h
    • Koolance CPU-390
      25,1
      Hinweis: 69 l/h
    • Phobya UC-2 LT
      25,3
      Hinweis: 53 l/h
    • Anfi-tec drei
      26,4
      Hinweis: 81 l/h
    • Alphacool XP3 Light V.2
      26,7
      Hinweis: 72 l/h
    • Raijintek CWB-C1
      27,3
      Hinweis: 61 l/h
    • EKWB Supremacy Evo Full Nickel
      27,7
      Hinweis: 73 l/h
    • XSPC Raystorm Pro
      28,0
      Hinweis: 72 l/h

Zunächst wird die Kühlleistung mit der ab Werk vorgegebenen Krümmung der Bodenplatte vermessen. Diese liegt gleichauf mit der Basisversion des Kühlers: Eine Differenz von 0,1 Kelvin liegt im Bereich der Abweichung, die bei einzelnen Montagevorgängen auftritt. Die Verteilung der Wärmeleitpaste ist bei jeder Befestigung leicht verändert und sorgt für Messtoleranzen.

90 Minuten Schrauben ohne Effekt

Bei der Anpassung der Bodenplatte entsteht Ernüchterung. Nach 90 Minuten Schrauben im Testsystem inklusive eines Absturzes durch einen auf die Rückseite der Grafikkarte gefallenen Inbus-Schlüssel steht fest: Besser als die Werkseinstellung wird es nicht. Im besten Fall lässt sich die Kühlleistung um 0,1 Kelvin steigern – das Kühlvermögen kann jedoch auch abnehmen: Die unpassendste beim Optimieren gefundene Einstellung sorgt für eine um 0,7 Kelvin höhere Temperaturdifferenz zwischen Wasser und wärmstem CPU-Kern.

Vario nur für Enthusiasten, Vision ein Hingucker

Der Cuplex Kryos Next bietet bereits in der Basisversion eine sehr hohe Kühlleistung und wurde dafür und für die exzellente Verarbeitungsqualität mit einer ComputerBase-Empfehlung ausgezeichnet. Per nachjustierbarer „Vario“-Bodenplatte soll das Kühlvermögen noch weiter steigen. Aqua Computer spricht von einer Optimierung der Kühlleistung durch die bessere Anpassung an den Krümmungswinkel des CPU-Heatspreaders um bis zu zwei Kelvin. Im Falle der CPU des Testsystems entspricht die Voreinstellung des CPU-Kühlers aber offensichtlich bereits dem Bestfall: Es ist keine nennenswerte Steigerung möglich.

Dieses Ergebnis ist selbstverständlich nicht für alle Prozessortypen repräsentativ. Käufern sollte allerdings klar sein, dass sie im ungünstigsten Fall keinen weiteren Nutzen aus der Vario-Technik ziehen können: Das ist wie das Übertaktungspotenzial einer CPU in gewissen Grenzen ein reines Glücksspiel. Der Aufpreis des teureren Vario-Wasserkühlers gegenüber dem normalen Cuplex Kryos Next ergibt somit nur Sinn, wenn noch nach dem letzten Zehntel gestrebt wird. Wer hingegen auf einfachem Wege niedrigere Chiptemperaturen erreichen will, sollte besser in mehr Radiatorfläche investieren: Kühlere Flüssigkeit sorgt garantiert für eine in gleichem Maße kühlere CPU.

Aqua Computer Cuplex Kryos Next (Vario und Vision) im Testsystem
Aqua Computer Cuplex Kryos Next (Vario und Vision) im Testsystem

Vision-Displays sind für Überwachungs-Fanatiker wie Übertakter ein praktisches Gimmick: Mit den Schreibtisch-Displays können bequem CPU-Temperaturen oder Daten einer PC-Kühlung ausgelesen werden, ohne Platz auf dem Bildschirm einzunehmen. Für Case-Modder sind in Kühlern integrierte Displays eine zusätzliche Möglichkeit, die eigene Hardware auf ungewöhnliche Weise zur Geltung zu bringen.

Zur Kühlleistung tragen die Displays ebenso wenig bei wie LED-Beleuchtung von Konkurrenzprodukten. Doch die Vision-Anzeigen sind ein Hingucker mit viel Raum zur Individualisierung. Der Aufpreis für beide Funktionen ist allerdings hoch.

Auszug der Preisliste für Aqua Computer Cuplex Kryos Next (Intel-Sockel 2011(-3))
Variante (Deckelmaterial/Bodenplatte) Preisempfehlung [Euro]
Nickel/Nickel 84,90
Nickel/Nickel mit Vario 114,89
Nickel/Nickel mit Vision 119,90
Nickel/Nickel mit Vario und Vision 149,90

Weitere Informationen zu Wasserkühlungen im PC inklusive Kaufberatungen und Testübersicht gibt es im zugehörigen ComputerBase-Artikel und gesammelt auf der Themenseite Wasserkühlung.

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