GeForce GTX 1080 Ti: Schneller als die Titan X für 819 Euro

Wolfgang Andermahr 874 Kommentare
GeForce GTX 1080 Ti: Schneller als die Titan X für 819 Euro
Bild: Nvidia

Nvidias Chef Jen-Hsun Huang hat in San Francisco im Rahmen der Games Developers Conference soeben das neue GeForce-Flaggschiff angekündigt: Die GeForce GTX 1080 Ti. Die Grafikkarte bietet gleich viele Shader wie die Titan X bei ähnlichem Takt. Der Preis für Deutschland: 819 Euro. Verkaufsstart ist nächste Woche.

Update: Mittlerweile ist der Test der Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition auf Computerbase erschienen.

Update 10:02 Uhr

Die Meldung wurde um die Gegenüberstellung der Eckdaten von GeForce GTX 1080, GeForce GTX 1080 Ti und Titan X ergänzt. Wie ComputerBase aus dem deutschen Handel erfahren hat, liegen dort zur Stunde noch keine Informationen über einen möglichen Markstart in Deutschland in der nächsten Woche vor.

Update 20:04 Uhr

Mittlerweile hat Nvidia auch den Preis für Deutschland bekanntgegeben. Er beträgt 819 Euro inklusive Mehrwertsteuer und dürfte zum Marktstart der Founders Edition auch im Handel nicht unterboten werden. Der Preis liegt 30 Euro über dem ursprünglichen Preis der GeForce GTX 1080 zum Marktstart im Mai 2016 und 80 Euro über dem ersten Preis für die GeForce GTX 980 Ti im Juni 2015.

Update 03.03.2017 10:10 Uhr

In Deutschland kann die GeForce GTX 1080 Ti seit Donnerstagabend vorbestellt werden. Der Preis beträgt 819 Euro inklusive Versandkosten, die Abnahme ist auf zwei Stück pro Käufer beschränkt. Ein genaues Datum für die Auslieferung nennt Nvidia nicht: „03/2017“ heißt es im Warenkorb. Aktuell ist der deutsche Online-Shop von Nvidia aber nur sporadisch erreichbar.

Die GeForce GTX 1080 Ti kann vorbestellt werden
Die GeForce GTX 1080 Ti kann vorbestellt werden

In den USA ist Nvidia offensichtlich noch nicht so weit, dort können sich Interessenten auch am Freitag nur über Neuigkeiten zur GeForce GTX 1080 Ti informieren lassen. Der Markstart soll in den Vereinigten Staaten in der kommenden Woche erfolgen.

Sobald es der Hersteller erlaubt, wird es auf ComputerBase alle Details zur GeForce GTX 1080 Ti geben.

Update 03.03.2017 18:42 Uhr

Nvidias Boardpartner enthüllen die genauen Taktraten der GTX 1080 Ti Founders Edition: Demnach beträgt der zuvor unbekannte Basistakt 1.480 MHz, was ein weiterer Hersteller bestätigt. Der Boost-Takt fällt mit 1.582 MHz marginal niedriger als Nvidias Angabe von 1.600 MHz aus, bei der somit schlicht aufgerundet wurde.

Außerdem verraten die Daten auch die Länge der Dual-Slot-Grafikkarte: Mit rund 26,6 Zentimetern ist die GTX 1080 Ti Founders Edition genauso lang wie die GTX 1080 Founders Edition.

Die GeForce GTX 1080 Ti ist ab sofort das neue Pascal-Flaggschiff und wird auf 3.584 Shadereinheiten zurückgreifen können. Damit ist die Anzahl der ALUs genauso hoch wie bei der Titan X. Nvidia spricht von einem Boost-Takt von 1,6 GHz, sodass die Rohleistung gar höher als auf der Titan X sein könnte – denn dort beträgt der Boost-Takt geringere 1.531 MHz. Es kommt mit dem GP102 dieselbe, nicht voll aktivierte GPU zum Einsatz.

Nvidia GeForce GTX 1080 Ti in Bildern

Ein schnellerer Speicher. Aber nicht ganz so viel davon.

Das Speicherinterface der GeForce GTX 1080 Ti ist 352 Bit breit. Eine ungewöhnliche Zahl, die jedoch mit elf 32 Bit breiten Controllern schnell erklärt ist - dementsprechend ist ein 32-Bit-Controller vom eigentlich 384 Bit breiten Speicherinterface des GP102 deaktiviert. Der Speicherausbau beträgt elf Gigabyte. Gegenüber der Titan X fehlt also ein Gigabyte.

Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition Nvidia Titan X
Chip: GP104 GP102
Transistoren: ca. 7,2 Mrd. ca. 12,0 Mrd.
Fertigung: TSMC 16 nm FF+
Shader-Einheiten: 2.560 3.584
Basis-Chiptakt: 1.607 MHz 1.480 MHz 1.417 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.785 MHz 1.582 MHz 1.759 MHz
SP-GFLOPs: 9.100 GFLOPs ? 12.609 GFLOPs
ROPs: 64 88 96
Pixelfüllrate: 114.214 MPix/s 140.800 MPix/s 168.864 MPix/s
TMUs: 160 224
Texelfüllrate: 285.600 MTex/s 358.400 MTex/s 394.016 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: Nein
Speichermenge: 8.192 MB GDDR5X 11.264 MB GDDR5X 12.288 MB GDDR5X
Speichertakt: 5.000 MHz 5.500 MHz 5.000 MHz
Speicherinterface: 256 Bit 352 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite: 320.000 MB/s 484.000 MB/s 480.000 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: ?/180 Watt ?/250 Watt

Die Speicherbandbreite der neuen GeForce GTX 1080 Ti ist dennoch nicht geringer als auf der Titan X. Denn es kommt GDDR5X-Speicher mit einer Frequenz von 5.500 MHz zum Einsatz – es handelt sich um echte 11-Gbps-Module. Das sind 500 MHz mehr als zuvor, sodass die Speicherbandbreite gar minimal höher ist.

Die 5.500 MHz sind laut Nvidia durch Verbesserungen von Micron bei den Speichermodulen möglich. Diese sollen unter anderem deutlich weniger Rauschen als die ersten GDDR5X-Module bei derselben Frequenz aufweisen.

Die 1080 Ti wird schneller als die Titan X

Wenn es bezüglich des Taktverhaltens der GPU keinerlei Überraschungen gibt, ist die GeForce GTX 1080 Ti also gar minimal schneller als die Titan X. Das passt auch dazu, dass die GeForce GTX 1080 Ti laut Nvidia-eigener Benchmarks je nach Spiel zwischen 20 und etwas mehr als 40 Prozent flotter als die GeForce GTX 1080 sein soll. Im Schnitt redet Nvidia von einem Plus von etwa 35 Prozent.

Die Founders Edition hat einen besseren Kühler

Das Referenzdesign der GeForce GTX 1080 Ti wird erneut als Founders Edition an den Start gehen. Nvidia will dabei den Kühler jedoch verbessert haben. So soll der Kühler im Vergleich zur alten Variante bei identischer Leistungsaufnahme von 220 Watt etwa 2,5 Dezibel leiser als das Pendant auf der GeForce GTX 1080 und zudem fünf Grad Celsius kühler arbeiten. Zur Kühlung gehört zudem eine Backplate.

Darüber hinaus will Nvidia auch die Energieversorgung auf der Platine und damit die Energieeffizienz verbessert haben. Durch ein zweifach anstatt einfach ausgelegtem DualFET-Design soll die Energieeffizienz vor allem bei einer hohen Leistungsaufnahme etwas besser ausfallen. Die allgemeine TDP beträgt 250 Watt. Die Stromversorgung wird durch einen Sechs-Pin- sowie einen Acht-Pin-Stecker gesichert.

Auch bei den Monitoranschlüssen gibt es Neues. Auf dem Slotblech finden sich drei DisplayPort- sowie ein HDMI-Ausgang wieder. DVI gibt es nicht mehr. Darum kann allerdings die warme Luft aufgrund zusätzlicher Luftschlitze besser vom Kühlsystem durch das Slotblech abgeführt werden.

Die GeForce GTX 1080 Ti kostet 699 US-Dollar

Zu Beginn wird von der GeForce GTX 1080 Ti die Founders Edition erscheinen, die sowohl Nvidia als auch die Boardpartner anbieten werden. Innerhalb kurzer Zeit soll es dann auch eigene Varianten der Partner geben. Wann genau, bleibt heute unklar. Die GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition wird es ab 699 US-Dollar (ohne Steuern) zu kaufen geben, Verkaufsstart ist bereits in der kommenden Woche. Anders als bei den anderen Pascal-Grafikkarten ist die Preisempfehlung nicht mehr höher angesetzt als bei den später erscheinenden Partnerkarten. Einen Euro-Preis gibt es noch nicht.

Offiziell: Pascal ist ein Tiled Cache Renderer

Es gibt schon lange die Vermutung, dass Nvidia ab Maxwell keinen klassischen Immediate Renderer mehr nutzt. Dieser rendert die von der Engine in Auftrag gegebene Dreiecke sofort. Ab Maxwell nutzt Nvidia jedoch einen Tiled Cache getauften Renderer – und von nun an ist dies offiziell. Dieser teilt das Bild in eine von der L2-Cache-Größe abhängige Anzahl an Vierecken (Tiles) auf und sammelt Dreiecke in einem Binner genannten Speicher. Ist der Speicher voll, werden die gesammelten Dreiecke zum Rendern geschickt. Das spart an Rechenleistung und auch an Speicherbandbreite.

In Verbindung mit der Speicherkompression soll der Tiled Cache Renderer auf einer hypothetischen HBM2-Karte mit dem GP102 die Bandbreite von 500 GB/s auf 1.200 GB/s erhöhen. 400 MB sollen in dem Fall von der Kompression und 300 MB vom Tiled Cache Renderer kommen. Übrigens: AMDs Vega-GPU setzt erstmal auch auf einen Tiled Cache Renderer, den AMD Draw Stream Binning Rasterizer getauft hat.

Der aktuelle Stand der Grafikkartenleistung findet sich im Ratgeber Grafikkarten-Vergleich: GPUs im Benchmark wieder.