P4500 und P4600: Intels neue DC-SSDs sind trotz TLC-3D-NAND flink unterwegs

Michael Günsch 3 Kommentare
P4500 und P4600: Intels neue DC-SSDs sind trotz TLC-3D-NAND flink unterwegs
Bild: Intel

Intel erweitert die Familie der Enterprise-SSDs für Rechenzentren um die Serien DC P4500 und DC P4600. Die PCIe-SSDs unterstützen das NVMe-Protokoll und basieren auf 3D-TLC-NAND aus der Gemeinschaftsproduktion von Intel und Micron (IMFT). Der Controller sei eine komplette Neuentwicklung von Intel.

Hinweis: Die Informationen zu den neuen SSDs von Intel haben die Redaktion sehr kurzfristig erreicht, sodass bis zum Ablauf der Sperrfrist keinerlei Zeit zur Klärung von Detailfragen blieb. Der Artikel wird sukzessive ergänzt, sobald mehr Details vorliegen.

Sowohl die P4500 als auch die P4600 sind vornehmlich für Cloud-Storage-Lösungen bestimmt und werden in den Formfaktoren Add-in-Card (AIC), als Steckkarte für den PCIe-Slot, sowie im 15 mm hohen 2,5-Zoll-Gehäuse mit U.2-Anschluss angeboten. Als elektrische Schnittstelle dient PCIe 3.0 x4, die Software-Schnittstelle bildet das NVMe-Protokoll in Version 1.2. Zum neuen Controller fehlen noch Details. Er soll über 12 Speicherkanäle verfügen und wird mit „einzigartigen Firmware-Innovationen“ kombiniert. Der TLC-3D-NAND von IMFT besitzt eine hohe Speicherkapazität von 384 Gigabit pro Die und wird auch in Consumer-SSDs wie der Crucial MX300 (Test) oder Intel SSD 600p (Test) eingesetzt. Nach Informationen von AnandTech wird bei den Enterprise-SSDs aber das neue NAND-Interface ONFI 4.0 mit bis zu 800 MT/s eingesetzt, was für mehr Durchsatz sorgt. Intel gewährt fünf Jahre Garantie auf beide Serien.

Intel SSD DC P4500 fürs Lesen

Die P4500-Serie bietet Speicherkapazitäten von 1, 2 oder 4 TByte und soll vornehmlich Lesezugriffe im Rechenzentrum beschleunigen. Intel nennt eine Haltbarkeit (Endurance) von bis zu 0,7 Drive Writes Per Day (DWPD) respektive bis zu 4,6 Petabytes Written (PBW) für einen Random-Workload. Bei sequenzieller Last werden bis zu 4,62 DWPD beziehungsweise 19,8 PBW garantiert.

Die Leistungsaufnahme wird mit maximal 10,9 Watt beim Lesen und 18,3 Watt beim Schreiben beziffert. Beim sequenziellen Transfer von 64K-Daten sollen bis zu 3.290 MB/s lesend und 1.890 MB/s schreibend möglich sein. Die IOPS beim wahlfreien 4K-Transfer werden auf bis zu 710.000 lesend und 68.000 schreibend beziffert. Die hohen Leistungswerte überraschen angesichts dessen, dass bisherige SSDs mit IMFTs 3D-TLC-NAND bei der Leistung deutlich hinter vergleichbaren Konkurrenzprodukten zurücklagen. Unklar bleibt zunächst, ob ein Pseudo-SLC-Cache genutzt wird und die Leistungswerte entsprechend nur für einen Teil der Speicherkapazität gelten.

Dass die Speicherkapazitäten hoch ausfallen und erst bei 1 TByte beginnen, bietet bereits mehr Leistungspotenzial: Mehr Speicherchips bedeuten mehr parallele Zugriffe. Zusammen mit neuem Controller, ONFI 4.0 und optimierter Firmware kommt der TLC-3D-NAND richtig auf Touren.

Intel SSD DC P4600 für Mixed Workloads

Mit einer Spitzenleistung von 3.280 MB/s lesend und 2.100 MB/s schreibend sowie 702.500 IOPS lesend und 257.000 IOPS schreibend sollen die eine Stufe höher im Portfolio angesiedelten P4600 gemischte Workloads bewältigen und unter anderem Caching im Server beschleunigen. Nicht nur fällt die Schreibleistung höher als bei den P4500 aus, auch in puncto Haltbarkeit wird mehr geboten. So nennt das Datenblatt bis zu 2,9 DWPD oder 21,7 PBW für Random-Workloads und bis zu 4 DWPD respektive 29,2 PBW für sequenzielle Arbeitslast. Die Angaben gelten erneut für den Garantiezeitraum von fünf Jahren. Die maximale Leistungsaufnahme liegt mit 9,9 Watt beim Lesen und 20,7 Watt beim Schreiben auf ähnlichem Niveau wie die der P4500.

Die P4500-Serie wird mit Speicherkapazitäten von 1,6 TB, 2 TB und 3,2 TB im 2,5-Zoll-Gehäuse sowie 2 oder 4 TB als AIC angeboten. Beide Serien unterstützen das NVM Express Management Interface (NVMe-Mi) und bieten eine End-to-End Data Protection. Die Rate der nicht korrigierbaren Fehler (UBER) wird mit „< 1 sector per 1017 bits read“ angegeben. Zudem sind beide Serien mit einer Power-loss Protection samt Stützkondensatoren ausgestattet. Intel nennt die Maßnahmen gegen plötzlichen Stromausfall Power Loss Imminent (PLI) und spricht von einer Kombination aus „power management chips, capacitors, firmware algorithms, and a built-in PLI self-test“.

Gerüchte bestätigen sich

Die Namen der Modelle P4500 und P4600 waren bereits zuvor durchgesickert. Demzufolge könnten auch die SATA-Enterprise-Ableger DC S4600 und S4500 sowie ein Nachzügler für die bisherige Einstiegsklasse in Form der DC S3110 ihre Richtigkeit haben, die für das zweite Quartal 2017 erwartet werden. Die von DigiTimes publizierten Informationen hatten zudem die Neulinge der Pro-Familie Pro 7600P (PCIe/NVMe) und Pro 5450s (SATA) für das vierte Quartal genannt. Für Embedded-Systeme sei die neue Serie 5430s (April 2017) geplant, die später auch als M.2-Version (Juli 2017) erscheinen soll. Für das dritte Quartal nannte DigiTimes außerdem noch die E 6500p mit MLC-NAND in 20 nm.