Linux: Ubuntu 17.10 Artful Aardvark mit Wayland als Standard

Ferdinand Thommes 61 Kommentare
Linux: Ubuntu 17.10 Artful Aardvark mit Wayland als Standard

Canonical hat sich festgelegt, Ubuntu 17.10 mit Wayland zusammen mit Xwayland als Standard-Sitzung auszuliefern. X.org wird weiterhin mit ausgeliefert. Obwohl dies von Anfang an der Plan war, kamen vor einem Monat Zweifel auf, ob Wayland schon so weit sei um, wie bei Fedora als Standard zu dienen.

Will Cooke, Canonicals Desktop-Chef für Ubuntu, hatte bereits im April früh öffentlich festgelegt, dass Wayland ein Muss für 17.10 sei. Angesichts der Tatsache, dass vor dem langzeitunterstützten Ubuntu 18.04 öffentliche Tests mit weiter Verbreitung unabdingbar sind, war das ein verständlicher Wunsch. Wenn 18.04 nicht mit Wayland als Standard käme, wäre Ubuntu zu weiteren fünf Jahren X.org verdammt.

Wayland für 17.10 in Frage gestellt

Anfang Juni war dann jedoch klar, dass Wayland unter Ubuntu Probleme machte, die sich auf hauseigene Komponenten bezogen. So stellte sich etwa der Installer Ubiquity als nicht kompatibel zu Wayland heraus. Selbst Apport, das nach einem Programmabsturz automatisch Informationen für einen Fehlerbericht zusammenträgt, stürzte häufig ab. Bei den User-Tests stellten sich Probleme mit Videobeschleunigung heraus, Xwayland zog die gesamte Shell in den Abgrund. Auch Libinput bedurfte der Nacharbeit. Cooke erklärte, sein Bauchgefühl sage, Wayland sei noch nicht so weit.

Entscheidung pro Wayland gefallen

Nach erneuten Testwochen und vielen Treffen zwischen Ubuntu und Gnome auf deren gerade zu Ende gegangener Jahreskonferenz GUADEC fiel jetzt die Entscheidung, Wayland doch als Standardsitzung mit Ubuntu 17.10 auszuliefern. Bereits jetzt verfügen die täglichen Builds über eine alternative Wayland-Sitzung. In den nächsten Tagen wird hier der Wechsel zu dem neuen Anzeige-Server als Standard vollzogen, sodass Tester ohne Umschalten in eine Wayland-Sitzung starten. Eine weitere aktuelle Neuerung ist, dass die Bedienelemente der Fenster wieder von links auf die angestammte rechte Seite wandern.

Ubuntu 17.10 wird weiterhin eine X.org-Sitzung ermöglichen, sodass hier bei Bedarf umgeschaltet werden kann. Das betrifft Nvidia-User, Power-Gamer und Besitzer von Hardware, die noch nicht gut mit Wayland zusammenspielt. Weitere Ergebnisse der GUADEC-Treffen fasst ein Bericht von Ubuntu-Entwickler Didier Roche zusammen. Eine Beta-Version von Ubuntu 17.10 wird am 28. September erscheinen, das fertige Release dann am 19. Oktober.