iPhone 8: Samsungs OLED-Monopol treibt den Preis der Sonderedition

Tobias Reuter 199 Kommentare
iPhone 8: Samsungs OLED-Monopol treibt den Preis der Sonderedition
Bild: Twitter

Samsungs Monopolstellung als OLED-Zulieferer Apples ist einem Bericht zufolge verantwortlich für den vermutlich rund 1.000 US-Dollar betragenden Einstiegspreis des iPhone 8. Da der südkoreanische Konzern voraussichtlich sämtliche OLED-Komponenten bereitstellt, kann Samsung den Preis für die Bauteile vergleichsweise hoch halten.

OLED für Apple mehr als doppelt so teuer wie LCD

Analyst Ming-Chi Kuo befasst sich in seinem aktuellen Bericht mit den für das OLED-Display des iPhone 8 benötigten Komponenten. Der Marktexperte kann dank guter Kontakte zu Apples Zuliefererkreisen oftmals ziemlich genaue Prognosen zu noch unveröffentlichten Produkten des iPhone-Konzerns treffen. Demnach besteht das fast rahmenlose Display des iPhone 8 aus dem eigentlichen OLED-Panel plus eines zusätzlichen Touch-Panels. Hinzu kommen Module für OLED und 3D Touch.

Bis auf das Touch-Modul sollen alle OLED-spezifischen Bauteile von Samsung stammen, ohne dass Apple auf einen Alternativanbieter ausweichen könnte. Dies ermöglicht es dem Konzern aus Südkorea, vergleichsweise hohe Preise für die Komponenten zu veranschlagen, so Kuo.

Bis zu 130 US-Dollar für die OLED-Einheit

Apple muss laut Kuo für eine OLED-Einheit von Samsung zwischen 120 und 130 US-Dollar zahlen, wohingegen die Kosten für LCD-Panels nur bei etwa 45 bis 55 US-Dollar liegen. Auch die erwartete Knappheit der benötigten Teile zum Verkaufsstart dürfte eine Rolle für die gehandelten Summen spielen.

Schon vor Monaten kamen Gerüchte auf, wonach der Verkaufspreis für das Basismodell des iPhone 8 bei etwa 1.000 US-Dollar liegt. Auch seinerzeit wurde der Umstieg von LCD auf OLED als bedeutendster Kostentreiber genannt.

Weiterer OLED-Lieferant gesucht

Insbesondere wegen des hohen Preisfaktors soll Apple schon seit längerem nach zusätzlichen OLED-Zulieferern für zukünftige iPhones suchen. LG ist ein heißer Kandidat.

Kürzlich hat Apple einer Meldung zufolge 2,27 Milliarden US-Dollar in eine LG-Fabrik investiert, die sich auf die Displaytechnologie spezialisiert. Die Massenproduktion soll bis 2019 sukzessive auf 45.000 OLED-Einheiten pro Monat steigen; Apple verkauft allerdings dutzende Millionen iPhones pro Quartal. Aktuell hält Samsung Display noch 95 Prozent des weltweiten OLED-Marktes für Smartphone-Displays.

OLED-Panel für Wegfall von Touch ID verantwortlich

Die für Apple-Smartphones neue Displaytechnologie ist laut Kuo nicht nur für höhere Produktionskosten verantwortlich, sondern verhinderte zudem den eigentlich für die Displayoberfläche geplanten Fingerabdrucksensor. OLED habe für eine unzureichende Scanleistung der Touch-ID-Funktion innerhalb des Displays gesorgt, weswegen Apple im iPhone 8 aller Voraussicht nach komplett auf eine Authentifizierung via Fingerabdruck verzichtet.

Statt Touch ID kommt höchstwahrscheinlich ein biometrischer Gesichtsscanner zum Einsatz, der schneller und präziser als Fingerabdrucksensoren arbeitet.

Apple präsentiert das diesjährige iPhone-Aufgebot am 12. September. Wie die vermutlich drei Modelle heißen werden, steht dabei immer noch nicht fest. Zudem stehen die dritte Apple-Watch-Generation und ein neues Apple TV auf der Agenda des Events.