NAS-Neuauflagen im Test: Synology DS718+ & DS218+ gegen QNAP TS‑253B

Frank Hüber 94 Kommentare
NAS-Neuauflagen im Test: Synology DS718+ & DS218+ gegen QNAP TS‑253B

tl;dr: Die Synology DS218+ und DS718+ lassen abseits eines neuen SoC Neuerungen vermissen, die eine Neuanschaffung rechtfertigen würden. QNAPs TS-253B ist hingegen das empfehlenswerte Rundum-Sorglos-Paket auch abseits des reinen Netzwerkspeichers, wofür der Käufer aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss.

Netzwerk gegen Multimedia

Arbeitstier gegen Multimedia-Wunder – so könnte der Vergleich der Synology DS718+, DS218+ mit der QNAP TS-253B auch überschrieben werden. Während die beiden NAS von Synology auf reichhaltige Multimedia-Schnittstellen verzichten und all ihre Aufgaben über das Netzwerk erledigen möchte, verfolgt die TS-253B genau den gegensätzlichen Ansatz und bietet gleich mehrere HDMI- und Audio-Anschlüsse.

Beim Vergleich der beiden NAS von Synology steht insbesondere im Mittelpunkt, ob sich der Vier-Kern-Prozessor von seinem Zwei-Kern-Pendant absetzen und ob man als Käufer auf die beiden LAN-Anschlüsse der DS718+ verzichten kann, die die DS218+ nämlich nicht bietet.

Technische Details

QNAP und Synology wechseln von Braswell auf Apollo Lake

Mit der DS218+ und DS718+ überarbeitet Synology die DS216+ (Test) und DS716+ (Test) auch technisch. Bei beiden Modellen vollzieht Synology einen Wechsel bei der Prozessor-Generation von Braswell (Intel Celeron N3050 und N3150) hin zu Apollo Lake in Form des Celeron J3455 und Celeron J3355. Mit der DS216+II und DS716+II hatte Synology zwischenzeitlich bereits auf den Celeron N3060 und N3160 umgestellt, die einen etwas höheren Turbo-Takt bieten, sonst jedoch identisch sind. Auch QNAP geht bei der TS-253B diesen Weg und wechselt vom Celeron N3150 in der TS-253A (Test) auf den Celeron J3455 in der TS-253B.

Celeron J3455 mit niedrigerem Takt als N3150

Bei den Quad-Core-Prozessoren Celeron J3455 (DS718+ und TRS-253B) und N3150 (DS716+ und TS-253A) bedeutet dies bei einer unveränderten Fertigungsbreite von 14 nm einen niedrigeren Standardtakt von 1,50 GHz statt 1,60 GHz. Dafür taktet der J3455 aber im Turbo mit bis zu 2,30 GHz statt 2,08 GHz im N3150. Die TDP des J3455 liegt mit 10 Watt aber auch über den 6 Watt des N3150. Ob dies im Alltag tatsächlich zu einer höheren Leistungsaufnahme führt, wird der Test beleuchten. Statt 4 bietet der Apollo-Lake-Celeron nun bis zu 6 PCIe-Lanes, die vom Hersteller genutzt werden können. Auch die Anzahl unterstützter USB-Anschlüsse steigt von 5 auf 8, was für das getestete NAS mit drei USB-Anschlüssen allerdings irrelevant ist. Ein interessanter Nebenaspekt ist die Tatsache, dass das Package der CPU gewachsen ist und auch die maximale Kerntemperatur liegt mit 105° C über den 90° C des N3150. Darüber hinaus unterstützt der Celeron J3455 Intels Virtualisierungstechnologie VT-d.

Celeron J3355 taktet deutlich höher als N3050

Beim Intel Celeron J3355 mit zwei Kernen und zwei Threads sieht es hingegen genau anders aus. Dieser taktet bereits bei der Basistaktrate mit 2,00 GHz statt mit 1,60 GHz wie der Celeron N3050, der in der DS216+ zum Einsatz kommt. Der Turbo sorgt beim J3355 für maximal 2,50 GHz, beim N3050 waren es noch 2,16 GHz. Auch beim Dual-Core-Modell ist die TDP von 6 auf 10 Watt gestiegen, eine „Scenario Design Power (SDP)“ nennt Intel für die neuen Prozessoren nicht. Dank gleicher Architektur sind auch die restlichen Veränderungen des J3355 im Vergleich zum N3050 identisch zum Unterschied zwischen J3455 und N3150.

Synology DS718+ Synology DS716+ QNAP TS-253B QNAP TS-253A Synology DS218+ Synology DS216+
SoC: Intel Celeron J3455
x86
1,50 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron N3150
x86
1,60 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron J3455
x86
1,50 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron N3150
x86
1,60 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron J3355
x86
2,00 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Intel Celeron N3050
x86
1,60 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
RAM: 2.048 MB
4.096 MB
Variante
8.192 MB
4.096 MB
Variante
8.192 MB
2.048 MB 1.024 MB
Festplatteneinschübe: 2
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
I/O-Ports: 2 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
5 × USB 3.0, 1 × USB 3.0 Typ C
HDMI, SD-Card-Reader, Infrarot, Audio-Ausgang, PCIe-Slot
2 × LAN
4 × USB 3.0
HDMI, Infrarot, Audio-Ausgang
1 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
1 × LAN
2 × USB 2.0, 1 × USB 3.0, 1 × eSATA
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm 1 × 70 × 70 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
1 × 92 × 92 × 25 mm 1 × 92 × 92 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
Netzteil: 65 Watt (extern) 60 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 157,0 × 103,5 × 232,0 mm 168,0 × 105,0 × 226,0 mm 150,0 × 102,0 × 216,0 mm 165,0 × 108,0 × 232,2 mm 165,0 × 108,0 × 233,2 mm
Leergewicht: 1,74 kg 1,75 kg 1,66 kg 1,74 kg 1,30 kg 1,25 kg
Preis: ab 423 € ab 555 € ab 507 € / ab 630 € ab 349 € / ab 420 € ab 309 € ab 275 €
Synology DS218+, QNAP TS-253B und Synology DS718+
Synology DS218+, QNAP TS-253B und Synology DS718+

An der restlichen Hardware hat sich zwischen der Synology DS716+ und DS718+ nichts verändert. Die Anzahl der LAN-, USB- und eSATA-Anschlüsse ist ebenso identisch wie die Größe des Arbeitsspeichers und das Gehäuse selbst.

Bei der DS218+ hat Synology im Vergleich zur DS216+ hingegen den Arbeitsspeicher von 1.024 MB auf 2.048 MB verdoppelt. Die beiden USB-2.0-Anschlüsse an der Rückseite wurden zudem auf den USB-3.0-Standard aktualisiert. Die restlichen Daten gleichen sich hingegen, auch beim Gehäuse wählt Synology die bewährte Vorgängerversion und tauscht nur die Abdeckung gegen ein kantigeres Modell. Sowohl die DS218+ als auch DS718+ unterstützen wahlweise das Dateisystem Btrfs, bei QNAP wird für die internen Festplatten hingegen ext4 genutzt.

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