AMD-Quartalszahlen: Umsatzsprung von 60 Prozent dank Ryzen, Radeon & Mining

Volker Rißka 162 Kommentare
AMD-Quartalszahlen: Umsatzsprung von 60 Prozent dank Ryzen, Radeon & Mining
Bild: AMD

Mit einem Drittel mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr hat AMD auch im letzten Quartal des Jahres überzeugt. Dies gelang vor allem dank Ryzen und Radeon, während die Enterprise/Semi-Custom-Sparte gegenüber dem dritten Quartal zehn Prozent Umsatz einbüßte – dort kommt der Umsatz noch immer fast ausschließlich von Konsolenchips.

Epyc macht bisher kaum Umsatz

Unterm Strich und im Vergleich zum Vorjahr konnte die Enterprise- und Semi-Custom-Sparte aber doch noch zulegen, wenngleich nur um drei Prozent auf 522 Millionen US-Dollar Umsatz. Dieses Wachstum geht laut AMD zwar auf die Epyc-Prozessoren zurück, die erst zum Ende des Jahres so langsam in Fahrt gekommen waren und deshalb zum Umsatz im abgelaufenen Jahr 2017 kaum beitragen konnten. Bei dem hohen Umsatz macht die Sparte aber nach wie vor kaum Gewinn, in diesem Quartal stehen im operativen Geschäft und somit vor Steuern nur 19 Millionen US-Dollar in den Büchern.

Ein Drittel des Wachstums durch Mining

Am Ende des Jahres steht AMD jetzt wieder ganz klar für Prozessoren und Grafikkarten: Ryzen und Radeon. 958 Millionen US-Dollar Umsatz bedeuten ein überragendes Wachstum von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei springt am Ende im operativen Geschäft zumindest auch ein Gewinn von 85 Millionen US-Dollar heraus, im Vorjahr war es noch ein Verlust von 17 Millionen US-Dollar.

Zu dem Erfolg trägt zweifelsohne auch der Mining-Boom bei, wenngleich AMD den Nachfragen nach der Thematik eher ausweicht. Ein Drittel des Umsatzwachstums von insgesamt 140 Millionen US-Dollar im letzten Quartal im Vergleich zum dritten Quartal soll jedoch allein davon kommen. AMD würde zudem aktuell gern mehr Grafikkarten fertigen, doch die Kapazitäten in den Foundries sind begrenzt, Grafikspeicher hat sowohl bei GDDR5 als auch HBM2 zudem ein Problem der Lieferbarkeit. Denn auch im ersten Halbjahr 2018 sollen GPUs weiter sehr gefragt sein – einige Produkte bewirbt AMD auf seiner Webseite deshalb explizit auch dafür. Auf dem Markt ist somit vorerst keine Entspannung in Sicht.

AMDs Vega für Miner
AMDs Vega für Miner (Bild: AMD)

Nach allen Berücksichtigungen und Steuern steht AMD am Ende des Jahres nach langer Zeit wieder mit einem Gewinn da. Dieser fällt mit 43 Millionen US-Dollar für das Geschäftsjahr 2017 zwar nicht riesig aus, doch im Vorjahr lag der Konzern am Jahresende noch mit 497 Millionen US-Dollar in den roten Zahlen. Die Trendwende anzustreben war das ausgegebene Ziel für 2017, jetzt geht der Blick nach vorn. Entsprechend gut sind die Aussichten: Im ersten Quartal soll der Umsatz bereits bei 1,55 Milliarden US-Dollar liegen – das wäre mehr als im abgelaufenen vierten Quartal, wo es 1,48 Milliarden US-Dollar waren.

Zen 2 mit Hardwareschutz gegen Spectre

Im Conference Call gab CEO Lisa Su zu verstehen, dass Ryzen 2000 bereits mit einem Microcode-Update für Spectre an den Start gehen wird, der zusammen mit dem Betriebssystem Schutz bieten soll. Zen 2 für das Jahr 2019 wird derzeit an der Hardwareseite angepasst und soll von Haus aus direkt gegen Spectre geschützt sein.

We continue to believe that Variant 2 of Spectre is difficult to exploit on AMD processors. However, we are deploying CPU microcode patches that in combination with OS updates provide additional mitigation steps. Longer term, we have included changes in our future processor cores, starting with our Zen 2 design, to further address potential Spectre like exploits. We continue to collaborate closely with the industry on these vulnerabilities and are committed to protecting AMD users from these and other security threats as they arise.

Lisa Su, CEO, AMD