Intel Optane SSD 800P im Test: 3D-XPoint-SSDs mit 58 oder 118 GB Kapazität für M.2 3/3

Volker Rißka et al. 42 Kommentare

Fazit und keine Empfehlung

Das Fazit aus den letzten Tests zu Optane-Laufwerken auf Basis von 3D-XPoint kann auch heute fast 1:1 übernommen werden. In Bezug auf die Zugriffszeiten und die Leistungsbeständigkeit unter extremer Dauerlast zeigt sich die Technik teilweise sehr weit voraus, doch im Praxisalltag von Privatanwendern kommt davon kaum etwas an. Die Intel Optane SSD 900P (Test) darf sich zum sehr hohen Preis wenigstens noch als derzeit schnellste SSD für Heimanwender bezeichnen, den beiden Optane SSD 800P für den Massenmarkt fehlt es an einer vergleichbaren Auszeichnung. Zwei weitere Aspekte treffen die anvisierte Zielgruppe aber noch härter: die Größe und der Preis.

Intel Optane 800P im Test
Intel Optane 800P im Test

Preis und Kapazität passen nicht

58 GByte als SSD können selbst als Boot-Laufwerk heutzutage nicht mehr empfohlen werden. Viel zu schnell ist es mit Windows 10, das allein bereits knapp 30 GByte nutzt, und wenigen Anwendungen gefüllt. 118 GB geben Sicherheit, aber nur dann, wenn der Anwender weiß, was er wo installiert.

Abschließend gedämpft wird das Kaufinteresse aber vom Preis: 129 US-Dollar vor Steuern als UVP für die 58 GByte große SSD entsprechen mit 2,22 US-Dollar pro Gigabyte dem Stand von vor sieben Jahren. Selbst mit einigem Verständnis für neue Technik und Preisaufschläge zum Start ist das deutlich zu viel. Für 110 Euro gibt es hierzulande eine Samsung 960 Evo (Test) im gleichen M.2-Format mit 250 GByte – damit werden privaten Endanwendern eine hohe Leistung und viermal so viel Platz zum gleichen oder niedrigeren Preis geboten.

Mit 1,69 US-Dollar pro Gigabyte ist das 118-GB-Modell der Optane 800P zwar etwas besser aufgestellt, 199 US-Dollar sind für Heimanwender am Ende aber immer noch zu weit von herkömmlichen SSDs entfernt. Immerhin wird eine Boot-Partition zusammen mit einer HDD möglich.

Am Ende bleibt also auch mit der Optane SSD 800P die Hoffnung auf größere Modelle, die Intel offiziell heute zwar nicht angekündigt, aber als „ziemlich offensichtlich“ bereits hat durchblicken lassen – und eine deutliche Preissenkung. Die 900P ist in der größten Form zumindest schon bei 1,15 Euro pro Gigabyte angelangt. Das ist in Anbetracht von um die 50 Cent pro GB für eine Samsung SSD 960 Pro (Test) immer noch sehr teuer, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung.

In Notebooks und OEM-Systemen wird die 800P auftauchen

Nichtsdestoweniger wird die Intel Optane SSD 800P wie Optane Memory genutzt werden. Intel dürfte einmal mehr attraktive Pakete für OEM-Hersteller schnüren, die die Laufwerke umfassen. Auf dieser Basis werden die 800P sicher in einigen Notebooks auftauchen, in denen im Jahr 2017 plötzlich SSD-Konfigurationen zum Teil durch Kombinationen aus Optane Memory plus HDDs ausgetauscht wurden. Auch Mainboard-Hersteller boten wiederholt Bundles an, die den Nachteil Preis aus der Gleichung genommen haben.

Im Einzelhandel waren die Verkäufe bisher hingegen mehr als ernüchternd und dürften es bleiben: Bei Mindfactory wurden in den vergangenen neun Monaten lediglich 170 Produkte vom Typ Optane Memory verkauft, seit Oktober 2017 auch nur 80 Exemplare der Optane 900P. Fast jede dort angebotene alternative SSD ging öfter über den Ladentisch, angeführt von der Familie rund um die Samsung 850 Evo mit weit über 150.000 verkauften Exemplaren allein in diesem Shop. Optane hat noch einen langen Weg vor sich. Ein Fortschritt ist die 800P so nicht.

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