Zertifikat abgelaufen: Oculus Rift nach weltweitem Ausfall wieder nutzbar

Jan-Frederik Timm 135 Kommentare
Zertifikat abgelaufen: Oculus Rift nach weltweitem Ausfall wieder nutzbar

Ein abgelaufenes Zertifikat verhindert seit Stunden die Nutzung der VR-Brille Oculus Rift – und zwar weltweit. Beim Start der Anwendung ereilt Anwender die Fehlermeldung „Can't Reach Oculus Runtime Services“. Mittlerweile hat der Hersteller einen Patch veröffentlicht, der das Problem behebt.

Hersteller arbeitet an einer Lösung

Wir sind uns des Problems bewusst, das derzeit die Verfügbarkeit der Oculus-Software beeinträchtigt, und gehen der Sache bereits nach“, hat viereinhalb Stunden nach der ersten Meldung eines Anwenders im Forum von Oculus ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärt. Oculus bedauere die Probleme und könne sich nur entschuldigen. Man werde sich wieder melden, sobald es Neuigkeiten zu einer Lösung gibt.

Oculus Rift verweigert seit heute seinen Dienst
Oculus Rift verweigert seit heute seinen Dienst (Bild: BBernes)

Ursächlich für das Problem ist ein Zertifikat für die Bibliothek OculusAppFramework.dll, das zum 7. März 2018 ausgelaufen ist. Der Entwickler hatte dieses Datum offensichtlich nicht mehr auf dem Schirm.

Lifehack: Systemzeit zurückstellen

Mittlerweile ist die Diskussion mit den immer selben Problembeschreibungen auf über zehn Seiten angestiegen. Sie enthält auch Erfolgsmeldungen zu einem ersten Workaround: Die Systemzeit auf einen Zeitpunkt vor heute 0:00 Uhr zurück zu stellen. Weil das Zertifikat zu diesem Zeitpunkt noch gültig war, kann Oculus Home daraufhin wieder ausgeführt werden. Allerdings können sich Probleme mit anderer Software ergeben.

Schuld hat ein abgelaufenes Zertifikat
Schuld hat ein abgelaufenes Zertifikat (Bild: Mace404)

Wie Oculus gedenkt das Problem zu beheben, dazu hat der Hersteller bisher keine Information preisgegeben. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Software auf den Rechnern der Kunden dafür ein Update erfahren muss.

Einige Teilnehmer an der Diskussion nehmen die bisher nur relativ kleine Welle der Entrüstung betroffener Anwender zum Anlass, die aktive Nutzung der verkauften VR-Headsets in Frage zu stellen.

Update 08.03.2018 09:11 Uhr

Seit wenigen Minuten steht ein Update bereit, das das Problem behebt. Anwender müssen es allerdings separat herunterladen, weil der Fehler ein Update aus der Software heraus verhindert. Die Datei OculusPatchMarch2018.exe ist knapp 4 Megabyte groß. Hilfestellung bei der Installation bietet ein neuer Support-Beitrag.

Update 08.03.2018 10:55 Uhr

Nate Mitchell, als einer der Gründer mittlerweile im Facebook-Konzern verantwortlich für Oculus VR, hat über Twitter angekündigt, alle vom Ausfall betroffenen Kunden zu entschädigen. Das soll über Gutscheine für den Oculus Store erfolgen. Details bleibt Mitchell aber noch schuldig.