200 Mio. Nutzer: Spotify will kostenloses Angebot verbessern

Frank Hüber 63 Kommentare
200 Mio. Nutzer: Spotify will kostenloses Angebot verbessern
Bild: kaboompics | CC0 1.0

Spotify arbeite derzeit an einem neuen kostenlosen Angebot des eigenen Musikstreaming-Dienstes, so Bloomberg, um nach dem kürzlich erfolgten Börsengang die Nutzerzahlen bis Ende dieses Jahres deutlich zu steigern.

Die kostenlose Nutzung des Dienstes soll zukünftig insbesondere auf dem Smartphone einfacher und komfortabler werden. So sollen Free-Nutzer schneller auf Playlists zugreifen können und mehr Kontrolle über den Song erhalten, der wiedergegeben wird. Auf dem Smartphone können derzeit im kostenlosen Modell nämlich keine einzelnen Titel direkt aufgerufen, sondern nur die größten Playlists abgespielt werden.

203 Millionen Nutzer sind das Ziel

Spotify hat derzeit rund 170 Millionen Nutzer, von denen nach Angaben des Unternehmens rund 74,5 Millionen ein bezahltes Abonnement abgeschlossen haben. Bis zum Endes des Jahres möchte das Unternehmen diese Zahlen auf 203 Millionen Nutzer und 94 Millionen aktive Bezahl-Abonnements steigern. Diese Pläne hat Spotify am 26. März vor dem Börsengang dargelegt. Ein neuer kostenloser Dienst soll elementarer Baustein für die Umsetzung dieses Ziels sein.

Börsengang verpflichtet zur Nutzergewinnung

Spotify muss neue Nutzer gewinnen, um den Erwartungen der Investoren gerecht zu werden, die das Unternehmen anhand dieser Wachstumszahlen bewerten. Gleichzeitig werden zahlende Kunden vor allem durch den kostenlosen Dienst für die bezahlten Abonnements geworben, die zwar weniger als die Hälfte der Nutzer aber über 90 Prozent der Umsätze des Unternehmens ausmachen. Gleichzeitig hat das Unternehmen zum ersten Mal in der Geschichte des Dienstes damit begonnen, gegen Nutzer vorzugehen, die sich mittels modifizierter Apps kostenlosen Zugriff auf Bezahlfunktionen erschleichen.

Labels wollen kostenlose Nutzung einschränken

Musiklabels und Künstler würden den kostenlosen Dienst hingegen lieber einschränken und sehen das Gratis-Streaming von Spotify kritisch. Erst zuletzt hatten sie erwirkt, dass neue Veröffentlichungen zunächst nur Abo-Kunden zugänglich sind und nicht auch Spotify-Free-Nutzern sofort zur Verfügung stehen.

Die Veränderungen am kostenlosen Spotify-Streaming sollen in den nächsten Wochen offiziell vorgestellt werden. Dass die Veranstaltung am 24. April, zu der Spotify eingeladen hat, somit gar nicht der Vorstellung eines eigenen Lautsprechers dient, sondern Veränderungen am kostenlosen Dienst thematisiert, erscheint somit denkbar.