AMD Pinnacle Ridge: Auch Ryzen 2000 profitiert stark vom Speicher-Tuning

Jan-Frederik Timm et al. 229 Kommentare
AMD Pinnacle Ridge: Auch Ryzen 2000 profitiert stark vom Speicher-Tuning

Bei der ersten Generation der Ryzen-Prozessoren (Summit Ridge) ließ sich die (Spiele-)Performance durch höhere Speichertaktraten sowie aggressive Sekundärtimings teils deutlich verbessern. Bei der zweiten Generation Ryzen 2000 (Pinnacle Ridge), die bereits mit DDR4-2933 statt DDR4-2666 startet, ist das immer noch der Fall.

Benchmarks mit Ryzen 7 2700X auf Asus X470 Crosshair VII

Getestet hat das ComputerBase mit dem Topmodell Ryzen 7 2700X auf dem Asus ROG Crosshair VII mit dem X470-Chipsatz. Mit dieser Kombination lassen sich die zwei eingesetzten, jeweils acht Gigabyte großen DDR4-4133-Speicherriegel von G.Skill aus der TridentZ-Serie (Samsung B-Die, Single Rank) ohne größere Probleme mit DDR4-3600 ansteuern – abgesehen von den Primärtimings (16-16-16-1T) nutzen alle anderen Timings die Automatik-Funktion. 1,4 Volt sind dafür notwendig. Das ist für eine Ryzen-CPU ein gutes Ergebnis, was bei der ersten Generation nur selten funktioniert.

Mit 1,35 Volt läuft DDR4-3466 noch einwandfrei, zumal die Frequenz auch mit langsameren Modulen problemlos erreicht werden kann. Diesen Takt mit den Standard-Timings hat ComputerBase gewählt. Für eine zweite Testreihe wurde das im BIOS des Mainboards hinterlegte Speicherprofil von „The Stilt“ für die eingesetzten Samsung-B-Dies genutzt, das die Primärtimings auf 15-15-15-35 reduziert und darüber hinaus beinahe sämtliche Sekundärtimings optimiert.

Die Latenz fällt um weitere 16 Prozent

Alleine durch den höheren Speichertakt von DDR4-3466 reduzieren sich die Speicherlatenzen gegenüber DDR4-2933 auf dem Ryzen 7 2700X von 72,2 ns auf 64,5 ns. Gleichzeitig steigt der Speicherdurchsatz deutlich an. Mit den optimierten Subtimings sinkt die Latenz auf 60,7 ns, während der Durchsatz weiter ansteigt. Damit ist die Latenz nicht mehr allzu weit von denen der Intel-CPUs entfernt. Der Core i7-7700K kommt auf einen Messwert von 55,9 ns, der Core i7-8700K auf 54,3 ns.

Durch die Kombination der zwei Maßnahmen steigt die Spiele-Performance des Ryzen 7 2700X deutlich (Full HD, maximale Details, mit GeForce GTX 1080 Ti). Alleine durch den höheren Speichertakt verbessert sich die Framerate im Durchschnitt um sechs Prozent, inklusive der optimierten Timings sind es gar 14 Prozent. Damit ist der Ryzen 7 2700X in Spielen schneller als der Core i7-8700K – wohlgemerkt aber nur, wenn dieser mit den Standardeinstellungen betrieben wird. Die Frametimes verbessern sich durch DDR4-3466 um sechs Prozent, inklusive der besseren Timings sind es 16 Prozent. In beiden Fällen bringen die aggressiveren Timings also mehr Spieleleistung als der höhere Speichertakt.

Bei Intel-CPUs bringt das Tuning nicht ganz so viel

Natürlich lässt sich der Speicher jedoch auch auf einem Intel-System optimieren. Mit DDR4-3466 reduziert sich die Speicherlatenz auf dem Core i7-8700K von 54,3 ns auf 45 ns, zudem steigt der Speicherdurchsatz deutlich an. Mit im BIOS des Asus Z370 ROG Maximus X Hero optimierten Sekundärtimings bleibt die Latenz gleich, dafür steigt der Durchsatz weiter an. Und auf den schnelleren Speicher reagiert der Core i7-8700K mit sieben Prozent minimal besser als der AMD-Prozessor, der auf ein Prozent weniger kommt. Jedoch bringen die optimierten Subtimings nur ein Plus von einem weiteren Prozent. Mit einem optimierten Speicher reduziert sich der Abstand vom Core i7-8700K zum Ryzen 7 2700X damit von elf Prozent auf fünf Prozent.

Spiele reagieren allerdings sehr unterschiedlich auf die Maßnahmen. So legt Assassin's Creed Origins zum Beispiel nur um zwei Prozent durch den höheren Takt und um insgesamt sieben Prozent durch beide Maßnahmen zu. Ähnlich verhält sich Far Cry 5. Project Cars 2 läuft mit DDR4-3466 dann gleich um 13 Prozent schneller, die besseren Timings bringen aber nur noch drei weitere Prozent. Total War Warhammer läuft um sechs Prozent schneller durch DDR4-3466. Inklusive der Timings sind es dann gleich satte 22 Prozent – die größte Steigerung im Test – sodass der Core i7-8700K gar neun Prozent langsamer ist.

Die in dieser News präsentierten Informationen sind auch im umfangreichen Artikel Ryzen 7 2700(X) & 5 2600(X) im Test: Ryzen 5 2600 in Spielen schneller als Ryzen 7 1800X bereits enthalten gewesen. ComputerBase koppelt interessante Detailbetrachtungen im Nachgang der Markteinführungen aber noch einmal aus, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Denn die Erfahrung hat gelehrt: Je größer der Test, desto mehr Leser erreichen die Details nicht mehr.