Verlötet: Geköpfter Ryzen 5 2600 bleibt 4 Grad Celsius kühler

Wolfgang Andermahr 66 Kommentare
Verlötet: Geköpfter Ryzen 5 2600 bleibt 4 Grad Celsius kühler
Bild: der8auer

AMD hat sämtliche Ryzen-2000-CPUs verlötet, nachdem dies bereits bei Ryzen 1000 der Fall war, sodass die Prozessoren wieder entsprechend einfach zu kühlen sind. Bei den Raven-Ridge-APUs belässt es AMD dagegen bei Wärmeleitpaste zwischen Die und Heatspreader. Dennoch stellt sich die Frage, was das „Köpfen“ bei Ryzen 2000 bringt.

Der Übertakter der8auer hat sich dem Thema angenommen und den IHS (integrierten Heatspreader) eines Ryzen 5 2600 entfernt. Dieser reduziert laut AMD die CPU-Temperatur um rund zehn Grad Celsius gegenüber der zum Beispiel auf Raven Ridge eingesetzten Wärmeleitpaste. Aufgrund des hochwertigeren Aufbaus von Ryzen 2000 war bereits im Vorfeld des Versuchs absehbar, dass sich der Erfolg auf dem Ryzen 5 2600 in Grenzen halten wird.

Vier Grad bleibt der Ryzen 5 2600 durchs Köpfen kühler

Nach dem Köpfen hat der8auer das für den Lötprozess verwendete Indium gegen Flüssigmetall-Wärmeleitpaste ausgetauscht und konnte so die Temperatur des Ryzen 5 2600 von 64 Grad auf 60 Grad Celsius reduzieren. Als Mainboard wurde das Asus ROG Crosshair VII mit dem X470-Chipsatz genutzt, der Prozessor wurde von der All-In-One-Wasserkühlung NZXT Kraken X62 gekühlt. Die Temperatur wurde nach fünf Durchläufen des Cinebench-Tools gemessen.

Die CPU taktete bei dem Versuch mit 4,1 GHz, die Spannung lag bei 1,35 Volt. Es ist davon auszugehen, dass der Erfolg des Köpfens bei den Modellen Ryzen 5 2600X sowie Ryzen 7 2700X aufgrund der höheren TDP und damit auch höheren Temperaturentwicklung etwas größer ist, dennoch wird sich auch dort der Erfolg in Grenzen halten.

Geköpft wurde der Prozessor mit einem modifiziertem Delid Die Mate 2. Zudem wurde die CPU vor dem Vorgang im Backofen auf etwa 170 Grad Celsius erhitzt, da aufgrund des Indiums ansonsten der Chip beim Köpfen ohne Erwärmung beschädigt worden wäre.

Der Versuch bestätigt: Die Größe des Chips hat sich nicht geändert

Der Versuch bestätigt zudem AMDs Äußerung, dass der Die trotz der veränderten Fertigung (12 nm anstatt 14 nm) gleich groß ist. AMD nutzt zwar die schnelleren Transistoren und die geringere Leistungsaufnahme des neusten Globalfoundries-Prozesses, nicht jedoch die neuen Libraries für eine geringere Die-Größe.

Alle Details über die neuen CPUs gibt es im ComputerBase-Test

Sämtliche Details der vier neuen AMD-Prozessoren finden sich im Launch-Artikel auf ComputerBase. Dieser bietet diverse Benchmarks und sonstige Messwerte des Ryzen 5 2600, Ryzen 5 2600X, Ryzen 7 2700 und des neuen Flaggschiffes Ryzen 7 2700X.