Feldversuch: Sacramento testet E-Ink-Nummernschilder

Michael Schäfer 70 Kommentare
Feldversuch: Sacramento testet E-Ink-Nummernschilder
Bild: Tony Bizjak

In Sacramento können Autos im Rahmen eines groß angelegten Versuches mit auf „digitaler Tinte“ (E Ink) basierenden Nummernschilder ausgestattet werden. Diese sollen neben der vereinfachten Anmeldung den Vorteil bieten, auf dem Kennzeichen weitere Informationen anzeigen zu können.

Für ein neues Nummernschild nicht mehr das Haus verlassen

So würde für Autofahrer laut der hinter der Technologie stehenden Firma „Reviver Auto‟ im US-Staat Kalifornien in Zukunft der Gang zur Zulassungsstelle entfallen: Die Fahrzeuge könnten bequem per Online-Formular angemeldet werden, das Kennzeichen wird im Anschluss auf das Auto übertragen. Dies soll über ein in der nächsten Zeit flächendeckend installiertes 5G-WLAN (auch als Standard 802.11ac bekannt) von Verizon ermöglicht werden, welches zukünftig auch für autonom fahrende Autos Verwendung finden wird.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Kennzeichnung: So könnten gestohlene Fahrzeuge öffentlichkeitswirksam markiert werden oder Autoverleiher auf ihre Fahrzeugflotte aufmerksam machen. Auch Plaketten ließen sich mit der neuen Technologie zukünftig leichter verteilen oder ersetzen.

Digitale Nummernschilder von E-Ink
Digitale Nummernschilder von E-Ink (Bild: Tony Bizjak)

Werbung ebenfalls möglich

Auf der anderen Seite denkt das Betreiberunternehmen auch über eine Nutzung für Werbung nach: So wird während der Fahrt das normale Kennzeichen angezeigt, bei einem Stopp dieses jedoch verkleinert an die Seite des Displays geschoben und somit Platz für Werbebotschaften generiert. Ein denkbarer Abnehmer könnten Versicherungen sein, welche ihre Leistungen mit dieser Option günstiger anbieten würden.

Aktuell noch kostspieliges Unterfangen

Der Feldversuch erlaubt es Besitzern an insgesamt 175.000 Autos die neuartigen Nummernschilder anzubringen – das entspricht gerade einmal einem halben Prozent der in diesem Raum zugelassenen Fahrzeuge. Aufgrund der generell großen Blickwinkelstabilität der E-Ink-Technologie sowie der guten Ablesbarkeit bei Sonnenlicht dürften keine Unterschiede zu herkömmlichen Nummernschilder auftreten. Da die Panels zudem nur bei der Ausrichtung der Bildpunkte Strom benötigen, wird sich der Verbrauch in engen Grenzen halten. Energie wird dann lediglich das WLAN-Modul benötigen.

Aktuell ist das Projekt aber noch an hohe Kosten gebunden: So soll das Nummernschild selbst die Geldbörse der Fahrer mit 700 US-Dollar belasten, hinzu kommt eine monatliche Nutzungsgebühr von noch einmal 7 US-Dollar.