Ikea Eneby 20 und 30 im Test: Bluetooth-Lautsprecher vom Möbel-Giganten

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Michael Schäfer 79 Kommentare

Das Wichtigste: Der Klang

Obwohl beide Vertreter durchaus schick aussehen, sollte man zu diesen Preisen keine Klangwunder erwarten. Da müssen Interessierte für dieser Art von Klanggeber schon zu Geräten wie Baggen und Stammen von Urbanears (Test) greifen, die aber dann auch mindestens mit dem fünffachen Preis zu Buche schlagen und andere Probleme mit sich bringen.

Mittleres Defizit

Dennoch können beide Klanggeber in Sachen Spielleistung punkten. Der Ebeny 30 verfügt aufgrund des größeren Korpus über die etwas bessere Basswiedergabe, aber auch der kleine Bruder hält sich gut. Die Höhenwiedergabe wird ebenfalls gut einbezogen, „scharfe“ Töne sind nicht zu vernehmen. Lediglich die Mittenwiedergabe könnte etwas kräftiger sein und kommt oftmals zu kurz.

Sollte der Klang dem eigenen Geschmack nicht zusagen, kann dieser den eigenen Vorstellungen angepasst werden – wenn auch etwas umständlich: Hierfür muss der Lautstärkeregler für drei Sekunden gedrückt werden. Nach dem Loslassen blinkt dieser langsam und der Bassbereich kann so angepasst werden. Wird der Regler noch einmal gedrückt, gelangt der Nutzer zur Höheneinstellung. Lässt dieser den Regler jedoch zu früh los, schaltet sich das Gerät ab – was im Test nicht selten passiert ist.

Ikea Eneby 20 und Eneby 30 ohne Abdeckung
Ikea Eneby 20 und Eneby 30 ohne Abdeckung

Räume gut zu beschallen

Die maximal mögliche Lautstärke ist mit angegebenen 20 Watt beim Eneby 20 und 42 Watt beim 30er-Modell hoch und erst kurz vor dem Maximum fangen beide Klanggeber an zu verzerren. Bis dahin reicht die Lautstärke für die Beschallung eines Raumes jedoch aus. Auch kleinere Feiern dürften kein Problem für das System darstellen.

Negativ anzumerken ist jedoch, dass beide Lautsprecher als Mono-Geräte konzipiert sind – ein Koppeln zu einem Stereo- oder gar Multiroom-System ist von Ikea nicht vorgesehen. Damit verspielen beide Probanden wertvolle Möglichkeiten.

Fazit

Sowohl der Eneby 30 als auch der Eneby 20 sind zwei gut verarbeitete und für den Preis solide klingende Lautsprecher. Die Integration in die eigene Wohnlandschaft dürfte aufgrund des schlichten Designs in den meisten Fällen von Erfolg gekrönt sein.

Der Klang überzeugt, auch wenn die Wiedergabe der mittleren Frequenzbänder ein wenig präsenter sein könnte. In Sachen Lautstärke kann auch die eine oder andere Feierlichkeit beschallt werden.

Zielgruppe ein wenig aus den Augen verloren

Schwieriger wird es bei der Suche nach der entsprechenden Zielgruppe: Für den stationären Betrieb dürfte vielen Nutzern ein Monosystem heutzutage zu wenig sein. Eine Integration der Möglichkeit zur Kopplung von zumindest zwei Geräten zu einem Stereo-Set wäre bei dem angegebenen Verwendungszweck Pflicht gewesen. Zwar könnte dann immer noch argumentiert werden, dass für den Gesamtpreis bereits ein besser klingendes Stereo-Set normaler Lautsprecher zu finden wäre, doch benötigen diese wiederum einen Verstärker. Die beschriebene Lautsprecher-Kategorie ist ja gerade dafür gedacht, nur mit einem Mobilgerät bedient zu werden.

Ikea Eneby im Test

Bei einem Verbund mehrerer Lautsprecher zu einem Multiroom-System würden sich die Möglichkeiten noch einmal deutlich erweitern: Denkbar wäre zum Beispiel die Beschallung eines kleinen Party-Zeltes, in dem in jeder Ecke ein Lautsprecher gehängt werden würde – die Lautstärke wäre für solch einen Zweck vollkommen ausreichend.

Mehr Chancen mit Akku inklusive

Gleiches gilt für den Ebeny 20: Andere Lautsprecher im 50-Euro-Bereich sind zwar kleiner, klingen nicht so voluminös und sind nicht so laut, haben in den meisten Fällen aber den Akku bereits integriert und sind nicht selten vor Wasser und Staub geschützt. Wird der optionale Akku nun in die Rechnung miteinbezogen, werden insgesamt 70 Euro für die mobile Verwendung fällig – damit bewegt sich der Käufer jedoch schon wieder in anderen Gefilden und die Konkurrenz wird größer. Daher hätte Ikea gut daran getan, den Akku inklusive anzubieten und zudem Ersatzakkus zu offerieren. Mit dem verwendeten Design würde das Möbelhaus hier schon fast ein Alleinstellungsmerkmal besitzen.

So aber werden es beide Lautsprecher trotz guter Ansätze vorerst schwer haben, im großen Meer der Konkurrenz zu bestehen.

Verfügbarkeit und Preise

Die Eneby-Lautsprecher sowie das Zubehör sind aktuell exklusiv online und in den Einrichtungshäusern Altona, Bremerhaven sowie Kaiserslautern zu einem Preis von 89,99 Euro für den Eneby 30 und 50 Euro für den Eneby 20 erhältlich. Der optionale Akku für das 20er-Modell ist für 20 Euro zu haben. Für das Lautsprechergestell passend für beide Klanggeber verlangt Ikea jeweils 10 Euro, die Wandhalterung ist mit 3 Euro günstiger.

ComputerBase hat den Eneby 20 und Eneby 30 leihweise von Ikea zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand ebenfalls nicht. Es gab kein NDA.

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