iPhone-Akku: Zehnmal mehr Kunden als sonst nutzten Austauschprogramm

Nicolas La Rocco 83 Kommentare
iPhone-Akku: Zehnmal mehr Kunden als sonst nutzten Austauschprogramm
Bild: iFixit

Rund zehnmal so viele Akkus wie üblicherweise im Verlauf eines Jahres haben Apple-Kunden im vergangenen Jahr bei ihren iPhones tauschen lassen. Das erklärt ein Stück weit, warum Apple weniger Einheiten vom iPhone Xs, Xs Max und iPhone Xr als ursprünglich erwartet absetzen konnte und die Umsatzprognose korrigieren musste.

Elf Millionen iPhone-Akkus zum Preis von 29 US-Dollar respektive 29 Euro hierzulande hat Apple im vergangenen Jahr für seine Kunden ausgetauscht. Üblicherweise rechnet das Unternehmen in einem normalen Jahr mit ein bis zwei Millionen Austauschakkus.

Das letzte Jahr war allerdings kein normales für Apple. Nachdem herausgekommen war, dass Apple bei iPhones mit gealtertem Akku den Takt des Prozessors reduziert, sah sich das Unternehmen zu einem Austauschprogramm gezwungen, in dessen Rahmen neue Akkus deutlich reduziert angeboten wurden. Normalerweise ruft Apple 79 US-Dollar respektive 69 Euro für einen neuen Akku auf. Für ältere Apple-Smartphones vor dem iPhone X, iPhone Xs, Xs Max und iPhone Xr liegt der Preis bei derzeit 49 Euro.

Umsatzprognose nach unten korrigiert

Dass Apple im letzten Jahr deutlich mehr iPhone-Akkus als normalerweise austauschen musste, geht aus einem Gespräch zwischen Apple-CEO Tim Cook und der Belegschaft hervor, das am 3. Januar stattgefunden hat und auf Cooks Brief an die Investoren einen Tag zuvor folgte. In dem Brief erklärte Cook die Gründe für die nach unten korrigierte Umsatzprognose für das erste Geschäftsquartal 2019. Statt zwischen 89 und 93 Milliarden US-Dollar geht das Unternehmen nur noch von einem Umsatz in Höhe von 84 Milliarden US-Dollar aus.

Geändertes Konsumverhalten

Apple begründet den Umsatzrückgang mit geringeren Verkaufszahlen von iPhone, iPad und Mac insbesondere in Großchina und wichtigen Schwellenländern. Außerdem seien in industriell entwickelten Märkten die iPhone-Upgrades nicht so stark gewesen, wie ursprünglich erwartet. Das geänderte Konsumverhalten der Verbraucher sei ein Resultat geringerer Subventionen durch Mobilfunkanbieter, Preiserhöhungen in Bezug auf den starken US-Dollar sowie Kunden, die den reduzierten Preis beim Ersatz von iPhone-Batterien genutzt haben. Wie viele Kunden das waren, wird erst jetzt deutlich.