iOS & macOS: Apple soll kostenpflichtiges Nachrichten-Abo planen

Michael Schäfer 59 Kommentare
iOS & macOS: Apple soll kostenpflichtiges Nachrichten-Abo planen
Bild: AbsolutVision | CC0 1.0

Apple soll einen neuen Abo-Dienst für Nachrichten planen und dafür bereits seit einiger Zeit in Verhandlungen mit den Verlagshäusern stehen. Diese sollen dem Konzept bisher jedoch skeptisch gegenüberstehen. Ein Streitpunkt stellt vor allem die Provision dar: Apple will angeblich die Hälfte der Einnahmen für sich beanspruchen.

Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. Bei dem neuen Dienst soll es sich um eine Art „Netflix für Nachrichten‟ handeln, die innerhalb der in iOS integrierten News-App sowie unter macOS angeboten werden soll. Über die Applikation bietet Apple in den USA bereits eine kuratierte Zusammenstellung von kostenlosen und frei zugänglichen Nachrichteninhalten an.

Kuratierte Bezahlinhalte für monatlich zehn US-Dollar

Das Unternehmen verfolgt bei seinen Anstrengungen dem Anschein nach jedoch nicht den Ansatz, eine eigene Flatrate für Zeitungen und Zeitschriften zu erschaffen, sondern lediglich bestimmte Artikel gegen eine monatliche Gebühr zu bündeln. Dabei dürfte es sich vornehmlich um Inhalte handeln, welche von den Zeitungen und Verlagen selbst per Abonnement angeboten oder hinter eine Paywall gehalten werden.

Als monatliche Gebühr stehen aktuell zehn US-Dollar im Raum, ein Betrag also, welcher sich mittlerweile bei vielen Abo-Diensten sowie Nutzern etabliert hat, so unter anderem auch bei Apples Streaming-Dienst Music. Doch dieser soll nicht in Stein gemeißelt sein und kann sich daher noch ändern, da einzelne Verlage teilweise alleine für ihr eigenes Angebot deutlich höhere Monatspreise ausrufen.

Zu hohe Provision als Streitpunkt

Viele Verlage äußerten dem Vorhaben gegenüber Bedenken, so auch das Wall Street Journal, welches die Verhandlungen dennoch als produktiv bezeichnen soll. Mit Vertretern mehrerer großer Medien wie der New York Times und der Washington Post sollen dagegen bisher noch keine Einigungen erzielt worden sein, wie aus gut unterrichteten Kreisen berichtet wird.

Hauptstreitpunkt dürfte dabei vor allem die Höhe der Provision sein, welche Apple für das Bereitstellen der Nachrichten einbehalten möchte. Im Gegensatz zum App Store, wo das Unternehmen Entwickler oder Publisher mit 70 Prozent an den Einnahmen beteiligt, will Apple beim neuen Dienst grundsätzlich zunächst 50 Prozent der Einnahmen für sich beanspruchen. Dieser Anteil wird von vielen Verlegern als zu hoch zurückgewiesen.

Schon die Provisionspolitik im App Store hatte in der Vergangenheit dazu geführt, dass einige Dienste den Abschluss eines Abos über den App Store nicht mehr vorsehen, weil sie in diesem Fall 30 Prozent an Apple abgeben müssten. 50 Prozent klingen aber auch deshalb hoch, weil Apple bei App-Abos den eigenen Anteil der Gebühren ab dem zweiten Jahr zuletzt auf 15 Prozent gesenkt hatte.

Start noch in diesem Jahr

Apple hat sich wie gewohnt zu den angeblichen Plänen nicht geäußert. Der Start des neuen Dienstes soll dem WSJ nach zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr erfolgen, das IT-Portal BuzzFeed bringt die Vorstellung des neuen Dienstes bereits mit dem nächsten Apple-Event am 25. März 2019 in Zusammenhang.