Update angekündigt: Face- und Touch-ID-Sperre von WhatsApp unsicher

Frank Hüber 5 Kommentare
Update angekündigt: Face- und Touch-ID-Sperre von WhatsApp unsicher
Bild: HeikoAL | CC0 1.0

Die Anfang des Monats in der iOS-App von WhatsApp eingeführte Face- und Touch-ID-Sperre weist eine Lücke auf und kann umgangen werden. WhatsApp ist der Fehler bereits bekannt und hat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt, ihn in einer neuen Version zu schließen.

Die Sperre der App lässt sich jedoch nur unter bestimmten Bedingungen umgehen, wie der Nutzer de_X_ter auf Reddit erläutert, der die Lücke als erster entdeckt hat. Voraussetzung, um die eingerichtete Gesichts- oder Fingerabdrucksperre zum Öffnen der App auszuhebeln, ist zunächst ein entsperrtes iPhone, auf dem WhatsApp über das systemweite Teilen-Menü aufgerufen wird, beispielsweise aus der Fotos-App heraus. Wird die Teilen-Funktion nun geschlossen, kann WhatsApp wie gewöhnlich über das App-Icon ohne Touch- beziehungsweise Face-ID-Sperre gestartet werden, sofern die biometrische Bildschirmsperre per Gesicht oder Fingerabdruck in WhatsApp nicht auf „Sofort“ eingestellt ist.

Abhilfe durch Benutzer möglich

In den Einstellungen kann der Nutzer nämlich konfigurieren, ob die Bildschirmsperre unmittelbar nach dem Schließen von WhatsApp, sprich „Sofort“, greifen soll, oder erst nach einer Verzögerung von einer Minute, 15 Minuten oder erst nach einer Stunde. Als Abhilfe vor der Umgehung der WhatsApp-Sperre reicht es aktuell demnach aber auch aus, diesen Zeitraum auf „Sofort“ zu ändern, da ein Schließen des Teilen-Menüs dann auch umgehend die Sperre wieder greifen lässt, die ansonsten durch diese Funktion ausgehebelt wird.

WhatsApp mit Face-ID- und Touch-ID-Sperre
WhatsApp mit Face-ID- und Touch-ID-Sperre

Komplett gesperrt ist der Zugriff auf WhatsApp durch die in der App integrierten Bildschirmsperre aber ohnehin bislang nicht, da WhatsApp-Anrufe weiterhin angenommen und auch Mitteilungen beantwortet werden können.

Wann WhatsApp selbst den Fehler behebt, ist allerdings noch nicht bekannt; das Unternehmen spricht lediglich von „in Kürze“. In der aktuellen Version 2.19.21 der App für iOS ist er weiterhin enthalten.