ASRock iBox-R1000: Einer der ersten „NUC“ mit AMD‑Prozessor

Michael Günsch 124 Kommentare
ASRock iBox-R1000: Einer der ersten „NUC“ mit AMD‑Prozessor
Bild: ASRock

Als erste „AMD-Powered NUC Solution“ bezeichnet ASRock den Mini-PC iBOX-R1000. Der kleine Computer für den industriellen Einsatz besitzt eine Hauptplatine in Intels NUC-Formfaktor von 4 × 4 Zoll (11 × 11 cm). Darauf sitzt allerdings ein AMD-Prozessor der neuen Embedded-Serie Ryzen R1000.

Hinweis: ASRock hat nicht den ersten AMD-NUC der Welt vorgestellt, nähere Informationen im Update am Ende der Meldung.

Erste Produkte mit AMD Ryzen Embedded R1000

Die Vorstellung des ASRock iBOX-R1000 erfolgte parallel zur Enthüllung der AMD Ryzen R1000, bei denen es sich um neue APUs mit nativem Dual-Core-Die und Vega-3-Grafikchip handelt. ASRock stellt Geschäftskunden dabei beide Modelle zur Auswahl: Den Ryzen R1606G mit bis zu 3,5 GHz und 1.200 MHz GPU-Takt sowie den Ryzen R1505G mit bis zu 3,3 GHz und 1.000 MHz GPU-Takt.

ASRock iBOX-R1000 mit NUC-Platine

Bei Abmessungen von 171,8 × 150,0 × 69,8 mm (L×B×H) wiegt die iBOX-R1000 mit ihrem Metallgehäuse samt Aluminium-Deckel mit Kühlfinnen rund 1 kg. Soll der Mini-PC nicht auf seinen kleinen Standfüßen stehen, lässt er sich mit den mitgelieferten Brackets sowohl an einem Monitor (per VESA-Mount) oder aber an der Wand befestigen. Die Komponenten werden passiv und damit lautlos gekühlt, ein Lüfter ist nicht vorhanden. ASRock spricht von einem „25W fanless design for the toughest environments up to 50°C“, die AMD-APUs sind mit 15 W TDP spezifiziert, erlauben aber eine Konfiguration (cTDP) mit nur 12 Watt oder aber hohen 25 Watt und entsprechend angepasstem Takt.

Bis zu 32 GB DDR4-3200-RAM kommen in zwei SO-DIMM-Steckplätzen unter, Massenspeicher ist in Form einer kurzen M.2-SSD (M-Key, 2242 oder 2260) und einem 2,5-Zoll-Laufwerk (HDD oder SSD mit SATA) installierbar. Der zweite M.2-Slot (E-Key, 2230) ist für ein Funkmodul (WLAN/Bluetooth) bestimmt, das aber wie der Speicher nicht zum Lieferumfang zählt. Die beiden Gigabit-Ethernet-Ports (RTL8111G) sind wiederum Teil der Hauptplatine, die als NUC-R1000 auch separat angeboten wird.

Zu den weiteren Anschlüssen gehören zweimal DisplayPort 1.4, einmal HDMI 2.0, dreimal „USB 3.1“ und zweimal USB 2.0. Als System-on-a-Chip (SoC) bringt AMD Ryzen R1000 Unterstützung für bis zu viermal USB 3.1 Gen 2 mit sich. Hinzu kommen ein COM-Port sowie der Stromanschluss (12V DC-In).

Was Platine (NUC-R1000) und Mini-Barebone (iBOX-R1000) kosten, verrät die Ankündigung nicht. Ohnehin ist nicht der Endkundenmarkt das Ziel, vielmehr sollen Firmen die Produkte kaufen und beispielsweise für Werbetafeln (Digital Signage), Spielautomaten, Kassen, Terminals oder IoT-Gateways einsetzen.

Alternative für private Bastler: Udoo Bolt

Ein Einplatinencomputer mit Embedded-APU von AMD, der sich auch an private Kundschaft in der Maker-Szene richtet, ist der Udoo Bolt. Dessen Platine ist mit 4,7 × 4,7 Zoll (12 × 12 cm) etwas größer als das NUC-Format. Im letzten Jahr erfolgreich über Kickstarter finanziert, setzt Udoo Bolt allerdings noch auf die V1000-Prozessoren.

Update 26.04.2019 11:38 Uhr

ASRock hat nicht den ersten AMD-NUC der Welt präsentiert. Heute erreichte die Redaktion eine Nachricht der Firma E.E.P.D. GmbH aus Weichs nahe München, die schon Ende Februar auf der Fachmesse Embedded World 2019 einen Einplatinencomputer im NUC-Formfaktor mit AMD-Prozessor vorgestellt hat. Der Profive NUCV ist mit AMD Ryzen Embedded V1000, den leistungsstärkeren Geschwistern der neuen R1000-Serie, bestückt. Der Produktkatalog (PDF) liefert nähere Details zur Ausstattung. Aktuell werden Industriepartner mit Musterboards beliefert, die Serienfertigung ist für Herbst 2019 geplant. Auch eine „BoxPC-Variante mit kompaktem Gehäuse“ sei geplant, so der Hersteller, der seit über 30 Jahren Embedded-Designs für Industriekunden am Standort Deutschland entwickelt.