Micron 9300 NVMe SSD: Mehr Speicher, mehr Effizienz und niedrigere Latenzen

Michael Günsch 37 Kommentare
Micron 9300 NVMe SSD: Mehr Speicher, mehr Effizienz und niedrigere Latenzen
Bild: Micron

Mit den SSDs der 9300er-Serie präsentiert Micron die Nachfolger der 9200er. Die Enterprise-SSDs für Server bieten nun mit bis zu 15,36 TB noch mehr Speicherplatz und nutzen 64-Layer-3D-NAND. Auf PCIe-x8-Steckkarten wird verzichtet. Stattdessen gibt es mit 2,5 Zoll und U.2-Anschluss nur noch einen Formfaktor.

Die 9200er-Serie hat Micron auch als HHHL-Steckkarten für den PCIe-Slot angeboten, die über PCIe 3.0 x8 hohe sequenzielle Transferraten von bis zu 5.500 MB/s beim Lesen erreichen. Die 9300er-Serie ist hingegen durch PCIe 3.0 x4 über U.2 auf maximal 3.500 MB/s limitiert. Schreibend werden ebenso bis zu 3.500 MB/s versprochen, was einen SLC-Cache vermuten lässt.

Statt den Modellreihen Eco, Pro und Max gibt es bei der 9300er-Serie nur noch Pro und Max. Die Max-Serie bietet weniger nutzbaren Speicherplatz von 3,2 TB, 6,4 TB und 12,8 TB, da der Reservespeicher größer ausfällt. Im Gegenzug gibt es mehr Leistung beim wahlfreien Schreiben und eine höhere Haltbarkeit von 3 Drive Writes Per Day (DWPD). Die 9300 Pro sind mit nur 1 DWPD für Aufgaben mit geringem Schreibaufkommen bestimmt und besitzen einen höheren Anteil an nutzbarem Speicherplatz, der je nach Modell 3,84 TB, 7,68 TB und 15,36 TB beträgt. Die 9200 gab es nur mit maximal 11 TB.

Micron 9300 Pro und Max: Spezifikationen
Micron 9300 Pro und Max: Spezifikationen (Bild: Micron)

Beim Speicher setzt Micron auf den eigenen 3D-TLC-NAND der zweiten Generation mit 64 Zellschichten (Layer). Pro Speicherzelle werden drei Bit gespeichert. Zum Controller macht Micron keine Angaben. Die durchschnittlichen Latenzen werden mit 86 µs lesend und 11 µs schreibend (im Cache) angegeben. Die Werte sind niedriger als bei der 9200 und auch die Leistungsaufnahme soll geringer ausfallen.

Schneller Speicher für Caching und Datenbanken

Als Einsatzgebiete nennt der Hersteller zum Beispiel Training und Caching im Bereich Künstliche Intelligenz, Deep Learning und Machine Learning. Auch die Online-Transaktionsverarbeitung (OLTP) oder Datenbanken sollen mit den SSDs beschleunigt werden, die schneller und sparsamer als HDDs arbeiten. Noch immer sind SSDs pro Terabyte aber deutlich teurer als HDDs, obgleich keine Preise für die 9300-Serie öffentlich kommuniziert werden.

Micron 9300 NVMe SSD
Micron 9300 NVMe SSD (Bild: Micron)

Die Schere zwischen den Kosten von HDDs und SSDs wird aber immer kleiner und oftmals überwiegen die Vorteile den Kostennachteil. Bei Servern können die Einsparungen bei Stromversorgung und Platzbedarf durch den Einsatz von SSDs sogar den Kostennachteil langfristig aufheben. Für das reine Vorhalten großer Datenmengen (zum Beispiel Cloud) sind Enterprise-Festplatten mit 10 TB und mehr aber immer noch gefragt, zuletzt stieg die Nachfrage sogar. Durch den Siegeszug der SSD bei Consumer-Systemen (Notebook, PC) haben die HDD-Hersteller aber insgesamt im letzten Quartal 18 Prozent weniger Festplatten ausgeliefert als ein Jahr zuvor, besagt eine vorläufige Studie von Trendfocus.

Update 26.04.2019 18:47 Uhr

Inzwischen finden sich Preisangaben erster Händler. Die Micron 9300 Max kostet etwa 900 Euro (3,2 TB) bis 3.100 Euro (12,8 TB) und die Micron 9300 Pro kostet etwa 860 Euro (3,84 TB) bis 2.960 Euro (15,36 TB). Die Preise unterbieten aktuell jene der Micron 9200.