News+: Apple sieht sich erneut Kritik von Verlagen ausgesetzt

Michael Schäfer 25 Kommentare
News+: Apple sieht sich erneut Kritik von Verlagen ausgesetzt
Bild: Free-Photos | CC0 1.0

Bereits Ende März wurde erste Kritik an Apples neuem Abo-Dienst News+ laut. Nun haben diverse Verlage diese Kritik erneuert. Laut diesen lege Apple mehr Wert auf die Generierung von Umsatz durch ihre Inhalte als eine vernünftige Unterstützung, zudem soll das Unternehmen bestimmte Anbieter bevorzugen.

Verleger berichten über unterschiedliche Behandlungen

So sind manche Verlage auf ernsthafte Probleme bezüglich der Aufbereitung und Gestaltung ihrer Inhalte für Apples neuen Dienst gestoßen. Dies soll darauf zurückzuführen sein, dass Apple das Versprechen, Artikelvorlagen zur besseren Umsetzung zur Verfügung zu stellen, nicht eingehalten haben soll. Auch soll es Probleme mit Werkzeugen geben, welche den Verlagen dabei helfen sollen, Beiträge aus den Seiten des Printmagazins in Artikel und Anzeigen für News+ wandeln zu können. Dabei üben Verleger auch deutliche Kritik an dem Umstand, dass Apple ihnen zufolge manche Anbieter bevorzugt und nur diesen Unterstützung in einem privaten Slack-Kanal bietet.

Unterschiedliche Kosten und finanzielle Unsicherheit

Dies führt dazu, dass manche Anbieter lediglich die PDF-Varianten ihrer Erzeugnisse bei Apple einreichen, andere Verlagshäuser hingegen aufgrund der Neugestaltung der Inhalte nicht unerhebliche Kosten tragen müssen – und das ohne zu wissen, wie hoch die Einnahmen aus News+ sein werden. Auch für den Nutzer soll die Umsetzung nicht zufriedenstellend ausfallen, da dieser mit unterschiedlichen Gestaltungen konfrontiert wird: einer Mischung aus PDF-typischen Inhalten, welchen die gleichen Design-Vorlagen wie beim Ausgangsmaterial zugrunde liegen auf der einen und einer kleinen Anzahl von Artikeln mit benutzerdefiniertem Design und Navigation speziell für News+ auf der anderen Seite.

Auch wenn Apple immer wieder die einfache Bedienung seiner Geräte und Dienste hervorhebt und großen Wert auf eine hohe Benutzerfreundlichkeit legt, können diese Auffassung manche Inhaltsanbieter nicht teilen: „Du denkst an Apple und dass sie so designbewusst sind“, wird eine von fünf Verlagsquellen zitiert. „Das fühlt sich aber überhaupt nicht so an‟.

Schon jetzt mehr Nutzer als Texture

Kurzfristig konnte Apple mit seinem neuen Dienst bereits einen Erfolg feiern: In den ersten 48 Stunden meldeten sich in den USA bereits 200.000 Nutzer für News+ an. Die Nutzerzahl mag im Vergleich zu Apples anderen Diensten noch gering ausfallen, ist aber bereits jetzt schon deutlich höher als beim Vorgänger Texture zu seinen Hochzeiten. Apple hatte Texture im März 2018 aufgekauft. Dabei bleibt abzuwarten, wie hoch die Bereitschaft der Nutzer ist, am Ende für den Dienst auch zu zahlen – bisher befinden sich die meisten Leser noch im kostenlosen Testzeitraum. Wie hoch die tatsächliche Akzeptanz der Nutzer ist, wird sich somit erst in den nächsten Wochen zeigen.

Nächste Wochen entscheidend

Zudem wird sich ebenso zeigen, ob es Apple gelingen wird, auf lange Sicht den Zuspruch der Verlage aufrechterhalten zu können. Sollte es dem Unternehmen nicht gelingen, die Kritikpunkte abzustellen, könnten auch die drei einzigen Tageszeitungen im Angebot abspringen – was News+ dann nicht besser als viele andere Zeitschriften-Flatrates machen dürfte.