Nach Unitymedia-Kauf: Vodafone will Kabelnetz für Telefónica öffnen

Jan-Frederik Timm 115 Kommentare
Nach Unitymedia-Kauf: Vodafone will Kabelnetz für Telefónica öffnen
Bild: Vodafone

Die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone steht nach eingehender Prüfung der EU-Kommission auf der Kippe. Mit einem Maßnahmenpaket will Vodafone die europäischen Wettbewerbshüter jetzt doch noch von den Vorteilen der Fusion für den Wettbewerb in Deutschland überzeugen.

Zwei Maßnahmen gegen die Bedenken der EU

Schon im Vorfeld der Prüfung hatte Vodafone argumentiert, die Übernahme würde erstmals einen echten Wettbewerber zur Deutschen Telekom schaffen. Für den Kunden muss das aber nicht zwangsläufig fallende Preise oder einen besseren Netzausbau bedeuten. Die Wettbewerbshüter hatten zudem die Gefahr der Bildung eines Dupols als hoch eingestuft.

Diesen Bedenken will Vodafone jetzt mit dem Abschluss eines Kabel-Großhandelsvertrags mit Telefónica Deutschland (O2) entgegentreten. Der Vertrag soll es dem kleineren Konkurrenten im Falle einer dann doch genehmigten Übernahme ermöglichen, eigene Produkte auf Basis des Vodafone-Unitymedia-Kabelnetzes mit bis zu 300 Mbit/s an fast 24 Millionen Haushalte zu vermarkten. Das sei schneller als die derzeit verfügbaren VDSL-Produkte, erklärt Vodafone, und verweist damit auf die aktuell auf Basis des Telekom-Kabelnetzes angebotenen Wettbewerbsprodukte.

Die zweite Maßnahme, zu der sich Vodafone verpflichten will, betrifft IPTV, also die Ausstrahlung von Fernsehsendungen über das Internet. Auch dieses Produkt will der Anbieter Telefónica zur Verfügung stellen und den Markt damit um einen Wettbewerber erweitern. Bis Ende April bot O2 gar kein IPTV an. Seit diesem Monat gibt es allerdings ein Angebot, dass auf der Infrastruktur von Waipu.tv basiert.

Die Entscheidung dürfte im Juli fallen

Vodafone hofft, dass beide Maßnahmen einen noch für den Mai 2019 anberaumten Test der EU bestehen und die Übernahme damit doch noch stattfinden kann. Mit einer endgültigen Entscheidung der EU-Kommission ist im Juli 2019 zu rechnen.