ChangXin Memory: LPDDR4-Speicher aus China geht Ende 2019 in Serie

Michael Günsch 31 Kommentare
ChangXin Memory: LPDDR4-Speicher aus China geht Ende 2019 in Serie
Bild: CXMT

Der chinesische Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) soll gegen Jahresende seinen ersten LPDDR4-DRAM in Serie produzieren. Damit könnten Chinas Smartphone-Hersteller auf moderne Speicherchips ohne Importe zurückgreifen. Für das vierte Quartal 2019 sei eine Produktionsmenge von 20.000 Wafern pro Monat geplant.

Wie das Branchenmagazin DigiTimes berichtet, soll die Fertigung später auf bis zu 125.000 Wafer pro Monat steigen. Die 300-mm-Wafer-Fabrik ist aber nur die erste Produktionsstätte für DRAM von CXMT. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten an der zweiten 12-Zoll-Wafer-Fabrik beginnen.

CXMT war früher noch als Innotron bekannt und gehört neben Xi'an UniIC Semiconductors und Fujian Jinhua Integrated Circuit (JHICC) zu den aufstrebenden DRAM-Fertigern in China.

Die ersten LPDDR4-DRAM-Chips von CXMT sollen 8 Gigabit Speicherkapazität bieten und in einem 19-nm-Verfahren hergestellt werden. Derzeit laufe die Entwicklung des 17-nm-Verfahrens, dessen Fertigstellung für 2021 anvisiert werde.

Samsung als größter DRAM-Hersteller der Welt stellt inzwischen LPDDR4-DRAM mit 16 Gbit in Serie her und hat schon ersten Speicher der neuen Generation LPDDR5 entwickelt.

US-Sanktionen auch für CXMT erwartet

Aufgrund von Patentstreits sollen auch CXMT US-Sanktionen drohen, berichtet DigiTimes weiter. JHICC hatte dies bereits zu spüren bekommen: Durch das Exportverbot der USA für Güter an Jinhua stand der Hersteller vor der Einstellung der Produktion. Den Anstoß gaben die langjährigen Streitigkeiten zwischen Micron und UMC. Ehemalige Mitarbeiter von Micron sollen technisches Know-How zum taiwanischen Auftragsfertiger UMC mitgenommen haben, das wiederum von Jinhua für die eigene DRAM-Fertigung genutzt worden sei.

Im Streit der USA mit CXMT soll es um Lizenzfragen sowie von dem chinesischen Unternehmen angeworbene Ex-Ingenieure von Elpida gehen, schreibt DigiTimes. Letztlich wurde Elpida vor knapp sechs Jahren von Micron übernommen, sodass der Konflikt einen ähnlichen Ursprung haben dürfte.