Im Test vor 15 Jahren: DDR400 mit hoher Leistung zu noch höheren Preisen

Robert McHardy 44 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: DDR400 mit hoher Leistung zu noch höheren Preisen

tl;dr: Bevor mehr und mehr Systeme auf DDR2-Speicher setzten, gab es auf ComputerBase im November 2004 einen letzten Speichertest mit DDR-RAM. Im Testfeld waren die schnellsten Riegel vertreten, die käuflich erwerbbar waren.

DDR400 im Vergleich

Das Testfeld bestand aus 1-GByte-Kits der Hersteller Corsair, OCZ, Kingston, Mushkin, Crucial, GeIL, PQI und TwinMOS sowie des Onlineshops OC-Wear. Nachdem ComputerBase in vorherigen Testberichten vorwiegend Module mit besonders hohen Taktraten von bis zu DDR550 getestet hatte, wurde das Augenmerk im November 2004 auf niedrige Latenzen gelegt. Die Timings lagen bei allen getesteten Speicherkits bei schnellen CL2-2-2-5 bei DDR400. In den meisten Fällen ermöglichten die Samsung-TCCD-Chips diese niedrigen Timings, wobei Crucial auf Micron und GeIL auf eigene Speicherchips setzte.

Um den maximalen Speicherdurchsatz zu erreichen, wurden alle getesteten Module übertaktet. Dabei stach vor allem der RAM von OC-Wear mit erreichten 566 MHz (DDR) aus der Masse heraus. Dafür mussten die Timings auf CL3-4-4-8 und die Spannung auf 2,8 Volt erhöht werden. Außerdem konnten die Module DDR533 bei eindrucksvollen Timings von CL2,5-3-3-5 erreichen. GeIL, OCZ und PQI erreichten mit 2,8 Volt und Latenzen von CL3-4-4-8 ebenfalls sehr gute Taktraten von 560 MHz. Insbesondere der GeIL-Speicher legte bei DDR550 mit CL2,5-3-3-5 vor. Die hochpreisige Konkurrenz von bekannten Herstellern wie Corsair und Kingston konnte mit maximal erreichten 510 MHz bei CL2,5-4-4-7 (Corsair) respektive CL3-4-4-8 (Kingston) nicht mithalten.

Leistung sowie Preis waren hoch

Die Besten der Besten lieferten in den Benchmarks nicht nur eine hervorragende Leistung ab, sondern waren auch zu stattlichen Preisen erhältlich. Mit 250 Euro gehörte beispielsweise das ausgezeichnete GeIL-Kit zu den günstigsten im Testfeld. Der optisch unscheinbare, aber technisch überzeugende OC-Wear-Speicher war mit 230 Euro noch ein wenig günstiger. Mit rund 300 Euro musste man für ein Speicherkit von Mushkin rechnen, das dafür bezüglich der Leistung dann auch noch am unteren Ende des Spektrums lag.

Der Nutzen eines solch schnellen Speicherkits war damals wie heute beschränkt. Während in früheren Zeiten das Übertakten der meisten Prozessoren über den „Front Side Bus“ erfolgte und schneller Speicher somit unabdingbar war, konnte der hohe Aufpreis auch direkt in eine schnellere CPU investiert werden. Heutzutage ist der Nutzen noch weit beschränkter, da Prozessoren im Normalfall über den Multiplikator übertaktet werden und schneller Systemspeicher nur wenige Prozent Leistungsgewinn bringt.

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