Linux 5.5: Erster Kernel in 2020 bringt auch HDCP für AMD-GPUs

Sven Bauduin 71 Kommentare
Linux 5.5: Erster Kernel in 2020 bringt auch HDCP für AMD-GPUs
Bild: Shaddim | CC BY 2.0

Linus Torvalds hat mit Linux 5.5 den ersten Kernel des neuen Jahres freigegeben. Unterstützung für das Verschlüsselungssystem HDCP auf Hardware von AMD und neue RAID-Modi sind inklusive. Darüber hinaus erfährt der aktualisierte Systemkern weitreichende Verbesserungen unter der Haube und bietet zahlreiche Neuerungen.

Support für HDCP und AMD Radeon RX 5600

Mit dem neusten Kernel gehen Verbesserungen am Open-Source-Unified-Grafiktreiber AMDGPU einher, die in Zusammenspiel mit der aktuellen Firmware dafür sorgen, dass ein Betriebssystem auf Basis des Linux-Kernels zukünftig auch die gerade erst vorgestellte Radeon RX 5600 XT (Test) unterstützt und – ab Raven Ridge – eine verschlüsselte Datenübertragung zum Monitor per HDCP ermöglicht.

Dank der Implementierung der Technologien Panel-Self-Refresh (PSR) und dem Dynamic VCN Powergating sollen AMD-Grafikchips zukünftig auch effizienter arbeiten und eine geringere Leistungsaufnahme aufweisen. Auch hier gilt eine APU vom Typ Raven Ridge wie der Ryzen 3 2400G (Test) oder der Athlon 3000G (Test) als Voraussetzung. Ältere GPU-Generationen wie Sea Islands, Tonga, Fiji und Polaris erhalten Unterstützung für Bus Active, Chip Off (BACO).

Tiger Lake und Intels Gen12-Grafik

Die Entwickler von Intel selbst haben Änderungen in den neuen Linux-Kernel 5.5 einfließen lassen, die eine Unterstützung von Tiger Lake und dessen neuer Gen12-Grafikeinheit sicherstellen sollen. Außerdem unterstützt der Kernel damit auch die erste diskrete GPU auf Basis von Intels Xe-Architektur, die als Low-Power-Lösung im PCI-Express-Format noch im Januar erste Entwickler erreichen soll. Zudem bietet der neue Betriebssystemkern Unterstützung für die kommenden Einsteiger-SoCs vom Typ Jasper Lake.

Neue RAID-Modi und Verbesserungen für NVMe-SSDs

Neben den zwei neuen RAID-1-Modi raid1c3 und raid1c4 für das Dateisystem Btrfs, das Daten ab sofort nicht nur zweimal, sondern drei- oder vierfach redundant ablegen kann und damit die Chancen auf eine Datenrettung in einem RAID-5- oder RAID-6-Verbund verbessern soll, erhält der neue Kernel außerdem auch eine erweiterte Unterstützung für NVMe-SSDs. So können die Temperaturen von NVMe-Datenträgern ausgelesen und mit Programmen wie „sensors“ ausgegeben werden. Darüber hinaus wurde das IO-Interface für asynchrone Datenträgerzugriffe (AIO) verbessert und von kleineren Fehlern befreit.

Zudem wurden die ersten Grundlagen für die neue VPN-Technik Wireguard geschaffen, die bereits im Kernel 5.6 Einzug halten könnte. Mit dem Kernel 5.5 wurde mit Hilfe der entsprechenden Krypto-Infrastruktur „Frankenzinc“ das dringend benötigte Fundament für Wireguard gelegt.

Weitere Informationen und Details können dem Posting von Linus Torvalds auf der Kernel-Mailingliste entnommen werden.