Micron E-Die im Test: Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB auf Ryzen 3000

Manuel Prislan 122 Kommentare
Micron E-Die im Test: Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB auf Ryzen 3000
Bild: Crucial

tl;dr: RAM-Module mit Chips des Typs Micron E-Die erfreuen sich bei Overclockern derzeit hoher Beliebtheit. Zurecht, denn auch dieser Test zeigt, dass Crucial mit den darauf basierenden Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB gute Allrounder inklusive RGB-Steuerung zum vernünftigen Preis auf den Markt gebracht hat.

Spezifikationen und Details zum RAM-Kit

Das Testmuster besteht aus zwei Riegeln zu je 8 GB im Single-Rank-Design. Spezifiziert sind die Timings mit 15-16-16 bei DDR4-3000 und einer Spannung von 1,35 Volt. Im Handel ist das Kit derzeit für 90 Euro gelistet.

Ballistix Tactical Tracer DDR4 RGB – Lichtspiele am oberen Ende
Ballistix Tactical Tracer DDR4 RGB – Lichtspiele am oberen Ende (Bild: Micron)

Das Besondere an diesem Kit sind die am achtschichtigen PCB im A2-Layout verbauten Speicherchips – hierbei handelt es sich um die im RAM-Ratgeber oft erwähnten Micron E-Die (Rev. E – 19-nm-ICs).

Technische Daten
Produktcode BLT2K8G4D30AET4K
Produktseite https://www.crucial.de
Taktfrequenz DDR4-3000
Größe 16 GB – 2 × 8 GB
Timings 15-16-16-35
Spannung 1,35 Volt
Speicherchip Micron E-Die (Rev. E)
Aufbau Single Rank
Garantie 10 Jahre in Deutschland
Bandbreite PC4-24000
Thermal-Sensor Vorhanden
Modulhöhe 40,7 mm

Die Module sind an der Oberkante in acht Zonen mit insgesamt 16 LEDs unterteilt. Anpassung und Steuerung des Farbschemas sowie der Helligkeit erfolgen mittels Asus Aura Sync, MSI Mystic Light Sync, RGB Fusion von Gigabyte oder der Steuerungs-Software von Crucial selbst, dem Ballistix M.O.D. Utility. Die abnehmbare Abdeckung über den LEDs kann durch eine 3D-Druckversion ersetzt werden, um die Speicherriegel zu individualisieren.

Mit Thaiphoon Burner lassen sich die SPD-Daten („Serial Presence Detect“) auslesen
Mit Thaiphoon Burner lassen sich die SPD-Daten („Serial Presence Detect“) auslesen

Am Testsystem wurde für die RGB-Steuerung auf das „M.O.D. Utility“ von Micron zurückgegriffen. Damit eine reibungslose Funktionalität der Software garantiert ist, wurde Asus Sync deinstalliert. Beide Tools kommen sich ansonsten in die Quere.

Das Tool bietet zwei verschiedene Modi an, in beiden kann man die Helligkeit sowie die Module einzeln ansteuern. Unter dem Modus „Standard“ werden alle Zonen gleichzeitig angesprochen. Zur Auswahl steht eine große Anzahl von verschiedenen Mustern (Patterns). Im Advanced-Modus werden hingegen die einzelnen Zonen separat angesteuert, jedoch wird mit dieser Einstellung die Anzahl der Muster reduziert.

Testergebnisse

Für die Leistungsmessung wurde das nachfolgende System verwendet. Das eingesetzte Windows 10 in Version 1909 war auf dem aktuellen Stand. Alle verfügbaren Sicherheits-Updates waren aktiv. Das System wurde darüber hinaus mit dem neuesten AMD-Chipsatztreiber (Revision 2.01.15.2138) versehen.

  • AMD Ryzen 5 3600
  • ASUS X570 Crosshair VIII Hero (Mod-BIOS 1201xR mit AGESA 1.0.0.4 Patch b)
  • MSI GeForce GTX 1070 Ti Gaming 8G (GeForce 442.01)
  • Samsung SSD 960 EVO 500 GB (M.2, NVMe)
  • Windows 10 Pro (1909)

Overclocking

Die meisten mit Micron E-Die bestückten Module und einer Spezifikation von DDR4-3000 oder DDR4-3200 erreichen zumeist DDR4-3600 und mehr. Das zum Test zur Verfügung gestellte Kit skalierte auch bis DDR4-3800 ohne große Probleme und zeigte sich über einen längeren Alltagstest stabil.

CAS-Latency (CL) sowie „RAS Precharge“ (tRP) skalieren nahezu linear mit der Spannung. Schwächen weisen die Speicherchips bei „RAS to CAS Delay“ (tRCD – bei AMD in „read and write“ aufgeteilt) auf. Hier kann es je nach Modul sein, dass bei DDR4-3800 Werte kleiner 18 bei „tRCDRD – read“ zu Instabilität führen können. Eine Skalierung über die Spannung ist hier nicht mehr hilfreich. Die größte Übertaktungsschwäche bringen die Module bei „Refresh Cylce Time“ (tRFC) mit sich. Um 300 Nanosekunden ist hier bereits eine Wand zu sehen, welche auch mit höherer VDIMM-Spannung nicht mehr nach unten gedrückt werden kann. Im Vergleich zu den bei Overclockern ebenfalls beliebten Chips des Typs Samsung B-Die, welche sogar Werte um 130 Nanosekunden mit ausreichend VDIMM-Spannung erreichen können, welches sich sehr positiv auf die Latenzen auswirkt.

Nach längeren Stabilitätstests war DDR4-3800 16-19-16-16-38-60-560-1T mit einer DRAM-Spannung von 1,41 Volt möglich.

Das Profil mit DDR4-3800 und einer „Infinity Fabric“ von 1.900 MHz wurde mit Karhu RAM Test und GSAT (stressapptest) für je 60 Minuten auf Stabilität getestet. Letztere wurde zusätzlich mit alltäglichen Spielen, Anwendungen und Render-Arbeiten überprüft. Die Module sind gegenüber hohen Temperaturen sehr unempfindlich – Temperaturen bis zum Beispiel 55° Celsius rufen keine Instabilität hervor.

Stabilitätstest
Stabilitätstest

Synthetische Benchmarks

Folgende Profile kamen zum Einsatz, alle Details zu den Subtimings liefern die drei nachfolgenden Screenshots.

Speichergeschwindigkeit Timings Spannung
DDR4-2400 2 × 8 GB 16-16-16-16-39-55-421-1T 1,20 V
DDR4-3000 2 × 8 GB 16-16-16-16-35-63-525-1T 1,35 V
DDR4-3800 2 × 8 GB 16-19-16-16-38-60-560-1T 1,41 V
Ryzen Master DDR4-2400
Ryzen Master DDR4-2400
Ryzen Master DDR4-3000
Ryzen Master DDR4-3000
Ryzen Master DDR4-3800
Ryzen Master DDR4-3800

Wie bereits im Artikel RAM-OC auf AMD Ryzen 3000 – Zen 2 trifft XMP, hohen Takt und optimierte Timings zu sehen, skalieren auch hier der Durchsatz und die Speicherbandbreite linear zur Taktrate und zu den optimierten Haupt- sowie Subtimings.

Spiele-Benchmarks

Bei Forza Horizon 4 (Test) wurde der interne Benchmark in einer Auflösung von 2.560 × 1.440, 144 Hz und den Ultra-Grafikeinstellungen verwendet. Für die Auswertung spielten vor allem CPU-Simulation und CPU-Render eine Rolle.

Auch hier profitiert der Speicher von optimierten Haupt- und Subtimings und kann sich löblich vom XMP-Profil absetzen.

Fazit

Die getesteten Speicherriegel vom Typ Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB DDR4-3000 mit Microns E-Dies überzeugen. Dass die eingesetzten Speicherchips ein gutes Übertaktungspotential haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Und die im Vergleich zu Samsungs B-Die auftretenden Übertaktungsschwächen bei tRFC, tRCDRD und weitere Subtimings gleicht der günstigere Preis aus. Bereits die Module der Non-RGB-Reihe haben sich in den letzten Monaten einer großen Beliebtheit erfreut, mit RGB sieht es nicht anders aus.

Die Verarbeitung der Module vom Typ Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB ist dabei sehr gut, auch die Modulhöhe von 40,7 mm ist nicht übertrieben und findet unter manch großem Kühler noch genügend Platz.

Auch die neuen Serien Ballistix, Ballistix RGB und Ballistix MAX sollten ab Februar 2020 weiterhin mit Micron E-Die ICs ausgestattet sein. Werden auch künftig ein gutes Overclocking-Potential sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geboten, kann man die Module jederzeit weiterempfehlen. Konkret werden auch das aber erst Tests zeigen können.

Kontinuierlich angepasste RAM-Empfehlungen der RAM-OC-Community bietet die Kaufberatung Aus der Community: RAM-Empfehlungen für AMD Ryzen und Intel Core.

ComputerBase hat die Ballistix Tactical Tracer RGB DDR4-3000 leihweise von Crucial zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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