Basilisk V2 im Test: Razers G502 schlägt Logitechs Original zum höheren Preis

Fabian Vecellio del Monego 62 Kommentare
Basilisk V2 im Test: Razers G502 schlägt Logitechs Original zum höheren Preis

tl;dr: Auf zwei drahtlose Basilisken folgt mit der V2 die Neuauflage der klassischen Allround-Maus, die sich als G502-Klon anschickt, ihr Vorbild zu schlagen. Der kleine Sieg ist jedoch mit einem höheren Preis erkauft, sodass Logitech beim Preis-Leistungs-Verhältnis die Oberhand behält. Eine gute Wahl stellen beide Mäuse dar.

Nachdem Razer erst Ende des vergangenen Jahres gleich zwei neue drahtlose Basilisken (Test) auf den Markt brachte, folgt nun die Neuauflage der klassischen kabelgebundenen Basilisk. Zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 90 Euro bedient sich der Hersteller dabei – ein wenig überraschend – der Technik der mit 190 Euro dekadent teuren Basilisk Ultimate; lediglich die RGB-Beleuchtung fällt weniger opulent aus. Dementsprechend ist auch der direkte Konkurrent leicht gefunden: Während Razers funkende Flaggschiff-Basilisk Logitechs G502 Lightspeed (Test) ins Visier nahm, positioniert sich die Basilisk V2 als Gegenspieler der ebenfalls kabelgebundenen G502 Hero (Test).

Mit den besagten 90 Euro liegt die Basilisk V2 allerdings auch deutlich oberhalb der klassischen Basilisk und ungefähr auf dem Preisniveau der kabellosen Basilisk X HyperSpeed. Die G502 Hero indes kostet im freien Handel nur rund die Hälfte. Trotz des in Relation zur Ultimate-Edition deutlich niedrigeren Preises hat die Basilisk V2 also dennoch einen zumindest auf den ersten Blick schweren Stand.

Razer Basilisk V2
Logitech G502 (Hero)
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3399
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,0 – 3,0 mm
Logitech Hero
Optisch
Auflösung: 100 – 20.000 cpi
5 Stufen
100 – 16.000 cpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 16,5 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung: 490 m/s² 392 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Razer Optical, 70 mio. Klicks Omron, 50 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 11
Oberseite: 7 Unterseite: 1
Linksseitig: 3
11
Oberseite: 8
Linksseitig: 3
Sondertasten: Freistellbares 4-Wege-Mausrad
cpi-Umschalter, Profil-Umschalter
Freistellbares 4-Wege-Mausrad
cpi-Umschalter
Software: 5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
3 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 3 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 2 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Farbschleife
cpi-Indikator
Gehäuse: 130 × 60 × 42 mm
Hartplastik
Glanzelemente, Gummielemente
132 × 75 × 40 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente
Gewicht: 92 Gramm (o. Kabel) 121 Gramm (o. Kabel)
5 Gewichte á 3,6 Gramm
Anschluss: USB-A-Kabel, 2,10 m, umwickelt
Preis: ab 90 € ab 50 €

Gehäuse und Materialien

Bezüglich der Form folgt die Basilisk V2 den beiden kabellosen Vorgängern und damit in gewisser Hinsicht abermals Logitechs G502: Die markanten dekorativen Streifen aus glänzendem Kunststoff, die Tastenanordnung und die ungleichmäßig langen Abdeckungen der Primärtasten machen Verwechslungen mit der Konkurrenz wahrscheinlich. Bemerkenswert ist dabei, dass Razer der Maus die an PBT-Tastenkappen erinnernde raue Textur spendiert, die der Hersteller zunächst bei der Viper (Test) verwendete und später auch bei deren sehr gelungener kabelloser Version (Test) sowie der Basilisk X HyperSpeed einsetzte, wohingegen die Basilisk Ultimate mit einer glatten Oberfläche auskommen muss.

Das sorgt einerseits für eine subjektiv angenehmere Haptik, ist aber auch dem sicheren Griff bei schwitzigen Händen zuträglich und weniger empfindlich für Fingerabdrücke oder Kratzer. Die rau gummierten Seiten sind dem Eingabegerät derweil mit allen kürzlichen Maus-Neuerscheinungen Razers gemein. Gerade an der rechten Flanke finden die Finger dadurch einen besseren Halt, da diese Seite – im Gegensatz zur linken – ohne bemerkenswerte Eindellung daherkommt. Generell liegt die Basilisk V2 in einer mittelgroßen bis großen rechten Hand sehr gut, wobei die Form primär einen Palm- oder zumindest einen Claw-Grip impliziert.

Abermals ist an dieser Stelle positiv anzumerken, dass die Gummi-Elemente nicht bloß aufgeklebt sind, sondern nahezu in das Gehäuse gegossen wurden, was der Haltbarkeit zuträglich ist. Bezüglich des potentiellen Abriebs können jedoch nach wenigen Wochen noch keine Aussagen getroffen werden.

Gute Gleiteigenschaften als Pluspunkt

Die Basilisk V2 ist nicht nur leichter als die beiden drahtlosen Basilisken, sondern wiegt mit 92 Gramm auch rund 30 Gramm weniger als die G502 Hero und ist zudem ein wenig ausbalancierter. Logitechs Maus bietet derweil ein Gewichtssystem, mit dem sich das Gewicht des Eingabegerätes sukzessive auf 139 Gramm steigern lässt. Die allein aufgrund der geringeren Masse ohnehin schon besseren Gleiteigenschaften der Basilisk V2 werden indes weiter durch exzellente Gleitfüße aus unbehandeltem PTFE verbessert, wie sie auch die Basilisk Ultimate bietet. Die Basilisk X HyperSpeed setzt hier ebenso wie die G502 Hero auf klassisch schwarz lackierte Pads.

Gegenüber letzterer überlegen ist die Basilisk V2 zudem beim Kabel: Razers flexible Textilumwicklung beeinträchtigt die Mausbewegungen weniger als Logitechs herkömmliche Stoffummantelung, allzu groß ist der Unterschied aber nicht. Allein die beiden anderen Differenzen bescheren der neuen Basilisk jedoch eindeutig den Sieg in dieser Kategorie, wenngleich drahtlose Shooter-Mäuse wie die Viper Ultimate (Test) weiterhin in einer eigenen Liga spielen.

Beleuchtung

Während die Basilisk X HyperSpeed ganz ohne Beleuchtung auskommt und die Basilisk Ultimate gar insgesamt 14 einzeln adressierbare LED-Zonen bietet, sortiert sich die Basilisk V2 dazwischen ein und bietet somit RGB-Standardkost: In insgesamt zwei Zonen unterteilt leuchten das Mausrad und das Razer-Logo auf dem Mausrücken bunt. Die G502 Hero verfügt lediglich über die Logo-Illumination, bietet aber zudem einen cpi-Indikator – dieser fehlt Razers Maus.

Optomechanische Primär- und viele Sekundärtasten

Bei den vorhandenen Tasten finden sich zwischen Basilisk V2 und G502 Hero erneut größere Unterschiede. So setzt Razer im Falle der linken und rechten Maustaste auf optomechanische Schalter, wie sie zuvor bereits bei den Vipern und der Basilisk Ultimate verwendet wurden. Der Hersteller verspricht im Zuge dessen niedrigere Reaktionszeiten, weil auf eine bei mechanischen Tastern sonst meist obligatorische Entprellverzögerung verzichtet werden kann: Die Signale werden durch das Schließen einer Lichtschranke erzeugt und nicht durch abfedernde Metallkontakte.

Geschwindigkeitsvorteile fürs gute Gewissen

In der Praxis erwiesen sich diese Arten von Schaltern sowohl bei Tastaturen als auch bei Mäusen jedoch nicht als schneller – zu gering sind die meist im einstelligen Millisekundenbereich liegenden Unterschiede. So zeigen sich zwar beim direkten und möglichst objektiven Vergleich zwischen optomechanischen und klassischen mechanischen Schaltern durchaus geringere Latenzen und folglich Geschwindigkeitsvorteile, doch wiegen diese im Zusammenspiel mit den durch die Motorik des Nutzers sowie durch Rechner, Bildschirm und mitunter Internetverbindung bedingten Verzögerungen schlichtweg zu gering, als dass ein praktischer Nutzen abgeleitet werden könnte.

Darüber hinaus gilt weiterhin, dass verschiedene Nutzer die Maustastenabdeckungen aus unterschiedlichen Richtungen an verschiedener Stelle mit variierender Kraft eindrücken – eine pauschale Latenzreduktion lässt sich folglich ohnehin nicht guten Gewissens propagieren. Das tut der Qualität der optomechanischen Tasten an sich allerdings keinen Abbruch; schlechter als herkömmliche Modelle sind sie keineswegs. Im Gegenteil: Da Licht nicht korrodieren oder mechanisch abgenutzt werden kann, sind die Taster potentiell langlebiger. Zudem entfällt die Problematik unerwünschter Doppelklicks, die bei fortgeschrittener Abnutzung klassischer Taster durch eine sukzessiv unzureichend werdende Entprellverzögerung langfristig unausweichlich ist.

Doch auch die Basilisk V2 setzt abseits der beiden Primärtaster auf klassische Mikroschalter, wie sie auch in der G502 Hero zum Einsatz kommen. Diese wiederum besitzen den Vorteil einer höheren gefühlten Präzision, da sowohl die taktile als auch die akustische Rückmeldung eines Klicks höher ausfällt. Den Tastenabdeckungen beider Mäuse ist derweil ein geringer vertikaler Spielraum vor dem Erreichen der eigentlichen Taster gemein, störend war das allerdings in der Regel nicht.

Tastenlayout der Basilisk Ultimate entspricht dem der G502 Hero

Beim Blick auf die Anzahl finden sich viele Parallelen: Konkret kommt Logitechs Maus unter Abzug des linken, rechten und mittleren Klicks sowie des Herauf- und Herabscrollens auf acht Zusatztasten: Dank des Vier-Wege-Mausrads befinden sich insgesamt fünf zusätzliche Schalter auf dem Rücken und drei Sonderknöpfe auf der linken Seite. Der sechste auf dem Mausrücken vorhandene Schalter dient der Umschaltung des Mausrads vom gerasterten in den Frei-drehen-Modus.

Die Basilisk V2 hingegen kommt ebenso wie zuvor die Basilisk Ultimate bei gleicher Rechnung auf sieben Zusatztasten: Die beiden Tasten linksseits der linken Maustaste entfallen, stattdessen bietet sie aber zwei programmierbare Schalter hinter dem Vier-Wege-Mausrad. Dieses lässt sich indes nicht direkt von gerastert zu frei drehen umschalten, sondern stufenlos zwischen starker Rasterung mit hohem Widerstand hin zu fehlender Rasterung bei niedrigem Widerstand justieren – dazu dient ein kleines Drehrad auf der Unterseite des Eingabegerätes.

Frei justierbares Mausrad wird wahlweise leichtgängig und leise

Das bietet einerseits den Mehrwert einer hohen Individualisierung, doch ein unmittelbarer und situationsgebundener Wechsel – etwa zum schnellen vertikalen Scrollen einer langen Seite –, wie ihn die G502 Hero bietet, ist nicht möglich oder zumindest sehr unpraktisch: Bevor Nutzer am unterseitigen Rädchen der hochgehobenen und umgedrehten Basilisk 15 Sekunden gedreht haben, um anschließend schneller am großen Rad drehen zu können, hätten sie bei klassischer Bedienung ihr Ziel längst erreicht. Zudem muss angemerkt werden, dass Razers Mausrad – im Gegenzug zum metallenen Logitech-Pendant – keinen Schwung aufnehmen kann: Selbst im freigestellten Modus ist also ein dauerhaft aktives Drehen vonnöten, wo bei der G502 ein kräftiger Stoß genügen würde.

Razer Basilisk V2
Logitech G502

Beide Mausrad-Konstruktionen gehen derweil mit dem Nachteil der sehr hohen Lautstärke im (maximal) gerasterten Modus einher. Doch sowohl die Basilisk V2 als auch die G502 Hero verlieren im frei drehenden Modus an Lautstärke, wodurch zumindest das Rad der Basilisk sukzessive unhörbar wird.

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