Call of Duty Modern Warfare: Weniger Kaufoptionen und Mobile bringen mehr Geld

Max Doll 46 Kommentare
Call of Duty Modern Warfare: Weniger Kaufoptionen und Mobile bringen mehr Geld
Bild: Activision

Call of Duty: Modern Warfare (2019) übt sich in Verzicht: Die stark in die Kritik geratenen Beuteboxen und Season Pass wurden aus dem Monetarisierungskonzept gestrichen. Finanzielle Auswirkungen hatte diese Strategie im positiven Sinn, sagen die Bilanzen von Activision. Früchte trägt auch der Sprung in den Mobile-Sektor.

Erfolg hat Activision mit Modern Warfare gleich doppelt. Zum einen stiegen die Absatzzahlen gegenüber Black Ops IV im zweistelligen Prozentbereich auf allen Plattformen, was auch der Blick auf eine Marktübersicht belegt. Auf dem PC konnten über das Battle.net sogar 50 Prozent mehr Kopien des Spiels abgesetzt werden.

Weniger Kaufoptionen bringen mehr Geld

Zum anderen stiegen aber auch trotz der theoretisch sanfteren Monetarisierung mit Battle Pass und Spiel-Shop die Umsätze aus Mikrotransaktionen im Vergleich mit dem Vorgänger des Shooters erneut im zweistelligen Prozentbereich an. CEO Bobby Kotick hob dabei die höhere „Attach Rate“ hervor – ein Hinweis darauf, dass mehr Spieler Geld ausgegeben haben, sich also die Zielgruppe erweitert hat.

Parallel dazu stieg das „Engagement“, was nichts anderes als die Spielzeit bedeutet. In diesem Zusammenhang gilt weiterhin, dass Spielzeit mit Absatz und Umsatz durch Ingame-Shops gleichzusetzen ist. Konsequenz aus dieser Relation wird künftig weiterhin sein, die Spielzeit durch Live-Service-Konzepte und potentiell Grind zu erhöhen.

Eine weitere Konsequenz aus dem letzten Quartal wird der verstärkte Sprung in den Mobile-Sektor sein. Call of Duty Mobile kann mittlerweile 150 Millionen Installationen verzeichnen, gehöre in mehr als 150 Ländern zur Spitze der Download-Charts und habe das vierte Quartal 2019 in amerikanischen App-Stores unter den 15 umsatzstärksten Apps abgeschlossen. Smartphones sind damit zur größten Call-of-Duty-Plattform geworden. Konkrete Zahlen nennt Activision erneut nicht, konnte die Umsatzerwartungen aber übertreffen.

Mehr Mobile und Retro für die Zukunft

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand und wird so auch ausgesprochen: Der Erfolg „verdeutliche die Chancen für unsere anderen großen Marken, hunderte Millionen neuer Spieler zu erreichen“, indem sie auf mobile Endgeräte expandieren. Entsprechende Pläne gibt es zumindest schon für Diablo. Der Mobile-Ableger Immortal solle zur Jahresmitte die ersten Testphasen starten. Ähnliche Projekte für andere Marken sind zu erwarten.

Chancen sieht der Publisher außerdem im Erfolg von World of Warcraft Classic, der auf Retro-Veröffentlichungen als weiteren Weg zu weiteren Gewinnen weist. Ein Selbstläufer sind gerade Angebote mit der schönen Erinnerung aber nicht. Der Versuch, Warcraft 3 zu modernisieren, stieß aufgrund vieler Fehltritte wie die Aneignung von Rechten an Community-Karten auf Kritik, Activision sah sich schließlich genötigt, bedingungslose Rückerstattungen anzubieten.