Coronakrise: Steam streckt Auto-Updates und appelliert an Nutzer

Michael Günsch
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Coronakrise: Steam streckt Auto-Updates und appelliert an Nutzer

Als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus verbringen viele Menschen mehr Zeit zu Hause und belasten sowohl beruflich im Home-Office als auch privat zum Zeitvertreib mit Filmen und Spielen das Internet erheblich stärker als sonst. Die Spieleplattform Steam reagiert mit Anpassungen für automatische Updates.

Coronakrise treibt Datenverkehr in die Höhe

Der weltweite Datenverkehr hat in Zeiten der Coronakrise massiv zugelegt, was sich zum Beispiel auch am Frankfurter Internetknoten DE-CIX bemerkbar macht. Streaming-Anbieter wie Amazon und Netflix haben schon Maßnahmen ergriffen, um etwa durch reduzierte Auflösung oder Bitrate das Datenaufkommen zu reduzieren und die Netze zu entlasten.

Auch Spieleplattformen erleben in diesen Zeiten großen Bedarf mit entsprechenden Auswirkungen auf den Datenverkehr. Steam hatte bereits Mitte März die Marke von 20 Millionen gleichzeitig aktiven Nutzern geknackt, mittlerweile steht der neue Besucherrekord bei rund 23,5 Millionen Anwendern.

Steam passt automatische Updates an

Zur Entlastung der Netzwerkinfrastruktur ergreift nun auch Steam Maßnahmen. Die automatischen Updates für selten gespielte Spiele sollen ab dieser Woche über mehrere Tage verteilt ausgeführt werden. Schon zuvor wurden die Updates für länger nicht gespielte Titel von Steam so geplant, dass diese außerhalb lokaler Spitzenzeiten stattfinden. Die sofortige Aktualisierung an einem Stück soll nun nur noch für innerhalb der letzten drei Tage gespielte Spiele erfolgen. Nach wie vor werden zum Spielen nötige Updates bei Spielstart sofort aktualisiert und auch der manuelle Anstoß für ein Update sei wie gewohnt möglich.

Für in letzter Zeit nicht gespielte Spiele plant Steam bereits die Updates außerhalb der lokalen Spitzenzeiten. Ab dieser Woche werden diese Updates über mehrere Tage hinweg verteilt. Nur innerhalb der letzten drei Tage gespielte Spiele werden sofort aktualisiert. Natürlich wird ein Spiel weiterhin sofort aktualisiert, wenn Sie dieses starten und Sie können auch weiterhin Updates im Download-Manager selbst starten (oder auf unbestimmte Zeit pausieren). Wir planen außerdem weitere Maßnahmen von unserer Seite aus.

Steam

Steam-Nutzer können auch selbst reagieren

Valve plant zudem weitere Maßnahmen, verrät aber noch keine Details. Abseits der automatischen Updates bei Steam werden Nutzer dazu angehalten auch selbst Maßnahmen zur Entlastung des Datenverkehrs zu ergreifen. So können automatische Updates für selten gespielte Titel ebenso ganz abgeschaltet werden. Auch eine manuell eingestellte Drosselung der Download-Geschwindigkeit oder die Einrichtung bestimmter Zeitfenster für automatische Updates können das Netzwerk entlasten. Statt ein Spiel zu deinstallieren, um es später erneut herunterzuladen, empfiehlt das Steam-Team das Zwischenlagern auf einen anderen Datenträger.

  • Zeitfenster für automatische Updates festlegen! Dies stellt sicher, dass Steam während Ihrer Arbeitszeit kein Spiel aktualisiert.
  • Wenn Sie ein Spiel in Ihrer Bibliothek nicht oft spielen, können Sie es installiert lassen, aber das Herunterladen automatischer Updates deaktivieren.
  • Sie können Ihre Verbindungsgeschwindigkeit zu Steam drosseln. Dies kann die Auslastung Ihrer Heimanbindung und die allgemeine Netzwerklast Ihrer Nachbarschaft verringern.
  • Nutzen Sie die Einstellungen Ihrer Bibliotheksordner, um selten gespielte Spiele von einer SSD- auf eine HDD-Festplatte zu verschieben. Lagern Sie ein Spiel zwischen, statt es zu deinstallieren und später erneut herunterzuladen bzw. erneut zu installieren.
Steam

Auf den Support-Seiten erfahren Steam-Nutzer mehr über die Verwaltung und Einstellungen der Steam-Downloads und Updates.

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