SPC Gear LIX Plus im Test: Gaming-Maus-Debüt mit Ecken, Kanten und Löchern

Fabian Vecellio del Monego 55 Kommentare
SPC Gear LIX Plus im Test: Gaming-Maus-Debüt mit Ecken, Kanten und Löchern

tl;dr: Die LIX Plus stellt dank erstklassiger Sensorik, funktionaler Software und guten Gleiteigenschaften eine gelungene erste Gaming-Maus dar, doch mit einem günstigen Preis gehen Kompromisse bei den Tasten und der Haptik einher. Darüber hinaus sitzt der Erstgeborenen die kaum teurere Konkurrenz dicht im Nacken.

Mit der LIX und der LIX Plus begeht SPC Gear, Silentium PCs Peripherie-Marke, den Einstieg in den Mausmarkt und springt dabei direkt auf den Trend zu möglichst leichten und daher gelochten Shooter-Mäusen auf. Vor allem die LIX Plus ist aufgrund ihres High-End-Sensors interessant und erinnert an Glorious' derzeitige Klassenreferenz Model O (Test), ist aber ein wenig günstiger: Während die Model O mit matter Oberfläche mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 50 Euro einhergeht, kostet SPC Gears Konkurrenzmodell lediglich rund 44 Euro.

Zu diesem Preis ist die Maus mittlerweile auch bereits verfügbar, derzeit listet aber lediglich Alternate die beiden LIX-Eingabegeräte. Auf verschiedene Oberflächenmaterialien und Farbgebungen verzichtet SPC Gear derweil, sodass beide Eingabegeräte in mattem Schwarz daherkommen. Die LIX Plus zieren indes mit den Zusatztasten rote Akzente.

SPC Gear LIX Plus
Glorious PC Gaming Race Model O
Ergonomie: Symmetrisch (Rechtshändig)
Sensor: PixArt PMW-3360
Optisch
PixArt PMW-3360
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,5 – 3,0 mm
Auflösung: 100 – 12.000 cpi
6 Stufen
400 – 12.000 cpi
6 Stufen
Geschwindigkeit: 6,4 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung: 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron D2FC, 50 mio. Klicks Omron D2FC, 20 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 6
Oberseite: 4
Linksseitig: 2
Sondertasten: Mausrad
cpi-Umschalter
Software: 10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
Beleuchtung: Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
cpi-Indikator
Gehäuse: 126 × 65 × 39 mm
Hartplastik
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Variante
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Glanzelemente
Gewicht: 59 Gramm (o. Kabel)
67 Gramm (o. Kabel)
Variante
68 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 1,80 m, umwickelt USB-A-Kabel, 2,00 m, umwickelt
Preis: ab 40 € ab 49 € / ab 49 € / ab 36 € / ab 50 €

Symmetrisches Gehäuse mit Löchern an jeder Seite

Eigentlich wäre das Chassis der LIX Plus sehr unscheinbar: symmetrisch, lediglich dezent ergonomisch geformt und mit einer durchgehenden Oberfläche aus glattem, aber dennoch mattem Hartplastik. Tatsächlich bietet das Eingabegerät jedoch ein auffälliges Äußeres, was selbstredend auch der Bestückung mit RGB-Leuchtdioden geschuldet, vor allem aber auf die Löcher an fast allen Seiten zurückzuführen ist. Im Gegensatz zur Model O sind nicht nur der Mausrücken und der Boden in zahlreiche Sechsecke gegliedert, sondern auch an den Seiten finden sich ausschließlich Löcher. Diese sind überdies ein wenig größer.

Folglich sind die Löcher bei der LIX Plus deutlich spürbarer als bei der Model O. Vor allem an den Seiten ist das kritisch, da die Kontaktfläche der Finger zum Chassis der Maus reduziert wird, was in einem schlechteren Halt resultiert. Das gleiche Problem war zuletzt bei der Xtrfy M4 RGB (Test) zu beobachten. Hinzu kommt, dass Löcher im Boden und in der oberen Schale im besten Fall gar nicht gespürt werden, da an diesen Stellen im Fingertip-Grip – für den die LIX Plus zweifelsohne konstruiert wurde – keine Handflächen aufliegen. Löcher in der Seite können die Haptik jedoch subjektiv in Mitleidenschaft ziehen und fungieren darüber hinaus als Hobel für Schweiß und Hautablagerungen an den Fingerkuppen.

Abseits dieser Problematik ist die Form der LIX Plus jedoch einwandfrei für besagten Fingertip-Grip geeignet; auch ein Claw-Grip ist gut möglich. Nutzern mit Palm-Grip-Präferenz sei ohnehin zum Blick auf die empfehlenswerte Model D (Test) geraten. Im Vergleich zur Model O fallen derweil auch die geringfügig kleinere Größe und die weniger konkaven Flanken der LIX Plus auf.

Gleiteigenschaften auf gutem Niveau

Das unter anderem den Löchern geschuldete niedrige Gewicht von 59 Gramm dient primär dem Verbessern der Gleiteigenschaften: Je leichter eine Maus ist, desto präziser lässt sie sich allein mit den Fingerspitzen beschleunigen oder abbremsen. Weitere Parameter sind dabei aber auch noch das Kabel und die Gleitfüße der Maus. SPC Gear verbaut bei den LIX-Mäusen ein recht flexibel umwickeltes Kabel, das hinsichtlich des Widerstands beim Biegen ungefähr auf einem Niveau mit neuen Razer-Kabeln liegt. Das bedeutet wiederum, dass Glorious-Mäuse über leicht beweglichere Kabel verfügen; der Unterschied ist jedoch nicht allzu groß.

Ähnlich sieht es bei den Gleitfüßen aus. Die LIX Plus kommt mit vier gewöhnlichen, schwarz lackierten PTFE-Gleitelementen daher, wohingegen die Model O auf vier Füße aus unbehandeltem weißen PTFE zurückgreifen kann und folglich geschmeidiger gleitet. Hinzu kommt, dass die Gleitfüße der LIX Plus recht scharfe Kanten haben, die zumindest in den ersten Tagen bis Wochen des Betriebs eigentlich unnötigen Widerstand verursachen. Insgesamt lassen sich die Gleiteigenschaften der ersten SPC-Gear-Maus aber dennoch als gut beurteilen. Positiv wirkt dabei die gute Balance der Masse: Der Schwerpunkt liegt ziemlich genau oberhalb des Sensors und damit fast in der Mitte der Maus.

Opulente Beleuchtung in nur einer Zone

Wie gewohnt liegt die Priorität noch vor dem Gewicht bei der RGB-Beleuchtung. SPC Gear verbaut sowohl am Mausrad als auch an der hinteren Bodenkante der LIX Plus RGB-Leuchtdioden. Zudem befindet sich im Inneren der Maus ein bunt beleuchtetes Logo des Herstellers, das durch die Löcher sichtbar wird. Eingeschränkt wird die Illumination durch die nicht vorhandene Aufteilung in Zonen: Einzeln ansteuern lassen sich Bereiche oder gar LEDs nicht. Hinsichtlich der Farbgenauigkeit schneiden die Leuchtdioden hingegen gut ab – sowohl absolut als auch in Relation zueinander. Ein gleicher RGB-Wert sorgt bei verschiedenen LEDs für die gleiche Farbe.

Bekannte Tasten-Standardkost mit Pretravel

Nachdem einige Hersteller zuletzt besonders ausgefeilte Taster in den Fokus rückten und mit geringerer Reaktionszeit sowie angenehmerer Haptik warben, setzt SPC Gear bei der LIX Plus ebenso wie Glorious bei der Model O auf den bekannten Standard. Als Primärtaster kommen die von Omron in China gefertigten D2FC-F-K zum Einsatz. Die lediglich auf dem Papier existente Lebenszeit liegt dementsprechend bei bis zu 50 Millionen Klicks. Da jedoch nahezu sämtliche Konkurrenz auf die gleichen Schalter setzt, steht Kritik diesbezüglich auf schwerem Stand. Die Model O muss sich mit der Variante mit lediglich 20 Millionen Klicks begnügen, der Unterschied existiert aber vor allem auf dem Papier und hat in der Praxis kaum eine Auswirkung.

SPC Gear LIX Plus
Glorious Model O
Endgame Gear XM1 V2

Klar spürbar sind jedoch Unterschiede beim sogenannten Pretravel, also der Distanz, über die die Tastenabdeckungen der beiden Primärtaster bewegt werden können, bevor die eigentlichen Schalter berührt respektive ausgelöst werden. Bei der LIX Plus sind es teilweise gar 3 mm, die an Abstand überwunden werden müssen, bis ein Signal erzeugt wird. Das ist nicht nur in Relation zur Model O recht viel – Glorious' Maus kommt auf knapp die Hälfte –, sondern auch absolut betrachtet ein schlechter Wert. Als Paradebeispiel lässt sich an dieser Stelle Endgame Gears XM1 (Test) nennen, bei der die Distanz nicht einmal einen halben Millimeter beträgt. In Shootern – für die SPC Gears Maus eigentlich in erster Linie konzipiert ist – vermittelt ein hoher Pretravel nicht nur den Eindruck, die Finger lägen nicht direkt am Abzug, sondern er kostet mitunter auch mehrere Millisekunden Zeit.

Lob und Tadel gibt es derweil beim gummierten Mausrad: Die geringe Lautstärke gefällt, die kaum spürbare Rasterung hätte aber stärker ausfallen können. Bei den Zusatztasten zeigt sich ebenfalls Standardkost: Zwei linksseitige Tasten dienen standardmäßig der Navigation im Browser und ein Knopf auf dem Mausrücken dem sequentiellen Wechsel der Sensorauflösung.

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