EK-AIO 240 D-RGB im Test: Messergebnisse und Fazit

 2/2
Thomas Böhm
51 Kommentare

Testsystem und Methodik

Für den Test der EK-AIO 240 D-RGB wird die AM4-Plattform für Kühlertests genutzt. Dabei kommt ein AMD Ryzen 7 1700X (Test) zum Einsatz, der im geräumigen Thermaltake Suppressor F51 untergebracht wird. Messungen werden sowohl mit Basistakt als auch bei übertaktetem Prozessor durchgeführt. Alle Details zu dem Testsystem und der Methodik hält der Artikel „So testet ComputerBase AiO-Wasserkühlungen“ bereit.

Messergebnisse

Um verschiedene CPU-Kühler sinnvoll miteinander vergleichen zu können, werden die Konkurrenten nicht bei gleicher Drehzahl, sondern in Relation zum Schalldruckpegel dargestellt. Diese Variante berücksichtigt eine unterschiedliche Anzahl an Lüftern ebenso wie verschiedene Lüfterformate. Im Diagramm wird die Temperaturdifferenz zwischen CPU- und Raumtemperatur auf der Y-Achse gezeigt, während auf der X-Achse der zugehörige Schalldruckpegel des jeweiligen Kühlers aufgetragen wird.

Ein Kühler ist umso leistungsstärker, je weiter unten sich seine Kurve im Diagramm befindet, und umso leiser, je weiter links die Kurve verläuft. Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Zum Übertragen auf den heimischen PC kann der entsprechende Wert einfach auf die Raumtemperatur in °C addiert werden, um die Prozessortemperatur in °C zu erhalten. Die Farbkodierung im Diagramm zeigt die Kühlerklasse: Kompaktwasserkühlungen sind in Blau, Doppelturm-Luftkühler in Schwarz, größere Tower-Kühler in Orange, mittlere Tower-Kühler in Grün und Topblow-Kühler in Grau dargestellt. Das neue Testmuster ist in Rot abgebildet. Per Klick auf eine Linie im Diagramm wird der entsprechende Legenden-Eintrag hervorgehoben und via Klick auf selbigen die zugehörige Linie ein- oder ausgeblendet.

Hinweise zur Darstellung der Daten

Es gilt zu beachten, dass beinahe übereinanderliegende Linien in diesem Plot bedeuten, dass die Kühler quasi gleich sind. Eine noch feinere Unterscheidung ist aufgrund der üblichen Messungenauigkeiten nicht sinnvoll, weshalb eine höher aufgelöste Darstellung bewusst nicht verfügbar ist. Wie an den Daten der Kühler beim Standardtakt des Prozessors ablesbar ist, spielt es ohne Übertaktung ohnehin kaum eine Rolle, welche Kompaktwasserkühlung oder welcher (größere) Luftkühler eingesetzt wird, da die Kühler kaum gefordert werden. Erst bei übertakteter CPU trennt sich die Spreu vom Weizen.

Um durchgehende Linien zu erhalten, werden die Daten zwischen den einzelnen Messpunkten interpoliert. Die zugrundeliegenden Daten mit nur linear verbundenen Punkten sind jeweils im zweiten der Diagramm-Paare zu finden. Weitere Informationen hierzu enthält der Artikel „Kühlertest-Methodik: Nur auf den ersten Blick ist Kühlertesten einfach“.

Als 240-mm-Kompaktwasserkühlung setzt sich die EK-AIO 240 D-RGB ans bessere Ende des Testfelds. Allerdings kann sie sich mit ihren Serienlüftern nicht von der Elite an Doppelturm-Luftkühlern vom Format eines Noctua NH-D15 (Test) und Deepcool Assassin III (Test) absetzen. Durch die bei Bedarf sehr schnellen und damit lauten Lüfter ist dennoch ein haarscharfer Sieg drin – allerdings nur bei einer deutlich höheren Lautstärke, die die besagten Luftkühler schon nicht mehr erreichen.

Dass die Kurve der EK-AIO 240 etwas nach rechts versetzt startet, liegt nicht an lauten Serienlüftern, sondern an der hörbaren Pumpe. Dem lässt sich durch eine geringere Pumpendrehzahl aber leicht abhelfen, denn bei 75 % PWM-Leistung sinkt die minimale Lautstärke im System von 33,6 dB(A) bereits auf 33,2 dB(A) und bei 50 % PWM-Leistung für die Pumpe erreicht die Kühlung das untere erreichbare Messlimit von 33,0 dB(A) und damit die subjektive Unhörbarkeit.

Besser mit Referenzlüftern

Einen deutlichen Vorteil erhält die EK-AIO mit den Referenzlüftern NF-A12x25 (Test) von Noctua. Damit schneidet sie deutlich messbar besser ab und zieht wenigstens gleich oder hängt manche AiO-Konkurrenz sogar ab. Wenigstens zum Teil liegt das an den Referenzlüftern, die sich bereits im Einzeltest als hervorragende Radiatorlüfter gezeigt haben. Zum anderen sind die Vardar-Ventilatoren von EK Water Blocks nicht die besten Radiatorlüfter auf dem Markt: Schon auf der EK Predator 240 (Test) im Jahr 2016 wurden die Vardar-Serienlüfter von den damaligen Referenzlüftern NF-F12 überholt.

Einflüsse durch die Pumpe

Die Pumpe in der EK-AIO ist angenehm unauffällig. Bei voller Drehzahl ist sie außerhalb des Gehäuses allerdings wahrnehmbar und somit nicht für Silent-Systeme geeignet. Dafür lässt sie sich per PWM einfach drosseln: Auf 75 % PWM wird das Laufgeräusch noch ein Stück leiser und bei 50 % Leistung ist es bei geschlossenem Gehäuse nicht mehr zu hören. Die Leistungstests wurden mit maximaler Pumpendrehzahl durchgeführt.

Zwischen maximaler und halber Pumpenleistung liegen etwa 1.000 U/min. Diese machen sich im Laufgeräusch deutlich, im Leistungsunterschied aber nur relativ geringfügig mit 2 Kelvin Verlust bei reduzierter Drehzahl bemerkbar. Der Betrieb bei 75 % Leistung geht im Vergleich zur maximalen Drehzahl sogar schon in der Messtoleranz unter. Damit ist die EK-AIO für Silent-Systeme geeignet, sofern Hand an die Pumpendrehzahl gelegt wird: Halbe Leistung im Leerlauf und 75 % Leistung bei erhöhter CPU-Temperatur sind ein sehr guter Kompromiss aus Leistung und Lautstärke.

Der einzige Wermutstropfen an dieser Stelle im Vergleich zu ebenfalls sehr leisen AiO-Pumpen wie beispielsweise der NZXT Kraken Z63 (Test) ist das Fehlen einer Pumpensteuerung anhand der Wassertemperatur. Diese ist der beste Parameter für die Erstellung von temperaturabhängigen Drehzahlkurven für Wasserkühlungen. Abhilfe kann mit Lüftersteuerungen geschaffen werden, die mit externen Temperaturfühlern umgehen können, von denen einer zum Beispiel an den Radiator geklebt wird.

Fazit

Die EK-AIO 240 D-RGB adressiert eine andere Klientel als die übliche Kundschaft von EK Water Blocks. Anstelle von Custom-Wasserkühlungen der gehobenen Preisklasse gibt es eine klassische Kompaktwasserkühlung. Dabei setzt sich der Hersteller zusätzlich von seiner Budget-Produktlinie Fluid Gaming (Test) ab, die Custom-Wasserkühlungen rein aus Aluminium zu niedrigeren Preisen als ihre kupfernen Gegenspieler anbietet. In der EK-AIO gibt es die galvanisch suboptimale, aber übliche AiO-Materialmischung aus kupfernem CPU-Kühler und Radiator aus Aluminium.

Vorurteilen zu geringer Haltbarkeit dieser Mischung entgeht EKWB mit einer großzügigen Garantiedauer von fünf Jahren. Mit der sehr gut regelbaren und gedrosselt wirklich leisen Pumpe kann die Kompaktwasserkühlung auch Silent-Freunde zufriedenstellen. Das gilt mit Einschränkungen auch für die Serienlüfter. Die sind zwar im Leerlauf sehr ruhig, benötigen aber hohe Drehzahlen, um die Leistung der Kühlung nach oben zu schrauben. Deshalb schneidet die AiO-Kühlung mit den Referenzlüftern merklich besser ab.

EK Water Blocks EK-AIO 240 D-RGB
EK Water Blocks EK-AIO 240 D-RGB

Abgerundet wird das Paket mit RGB-Beleuchtung von Lüftern und Pumpe, die ein Mainboard mit passendem 3-Pin-Anschluss für 5-V-LEDs voraussetzen, sofern nicht auf eine separate Lüfter- und LED-Steuerung gesetzt wird. Das bietet EKWB passend zum Start der EK-AIO auch gleich als eigenes Produkt an (EK Loop Connect). Im Vergleich zu im Serienzustand ähnlich starker Konkurrenz wie dem Arctic Liquid Freezer II 240 (Test) bietet EKWB eine deutlich längere Garantiezeit sowie Lichtspiele als Bonus an, landet mit einer Preisempfehlung von 125 Euro für die EK-AIO 240 aber auch bei fast dem doppelten Kaufpreis des Liquid Freezer II. Der Wechsel auf die Referenzlüfter verhilft der EK-AIO zu besserer Kühlleistung, während der Freezer II davon im Test nicht merklich profitieren konnte.

Die neueste Asetek-Generation, die zum Beispiel in der aktuellen NZXT Kraken Z63 (Test) verbaut wird, landet bei der gleichen Radiatorgröße (Kraken X53) auf preislicher Augenhöhe mit der unverbindlichen Preisempfehlung der AiO von EK Water Blocks. Damit ist die EK-AIO 240 D-RGB kein Schnäppchen, der Preis ist aber auch nicht überzogen, denn RGB-beleuchtete AiOs mit langer Garantiedauer wie die Corsair H100i Pro und die NZXT Kraken X53 sind die direkte Konkurrenz zur AiO von EK Water Blocks. Die nächsten Wochen nach dem Verkaufsstart werden zeigen, wo sich der Kaufpreis im Handel final einpendelt. Einen Leistungsrekord liefert EK Water Blocks mit der EK-AIO nicht ab, doch eine solide Kühlleistung mit erfreulich leiser Pumpe bekommen Käufer auf jeden Fall für ihr Geld.

EK Water Blocks EK-AIO 240 D-RGB
Produktgruppe AiO-Kühlungen, 21.04.2020
  • Kühlleistung
    +
  • Lüfter
    O
  • Pumpe
    ++
  • Montage
    ++
  • Ausstattung
    +
  • Gute Kühlleistung
  • Sehr leise Pumpe (gedrosselt)
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Leise Serienlüfter
  • Serienlüfter bieten keine optimale Leistung

ComputerBase hat die EK AIO 240 D-RGB vom Hersteller unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.