C:\B_retro\Ausgabe_28\: Mit dieser Hardware wurde Far Cry gespielt

Sven Bauduin 218 Kommentare
C:\B_retro\Ausgabe_28\: Mit dieser Hardware wurde Far Cry gespielt
Bild: Ubisoft

tl;dr: Wenn heute der 23. März 2004 wäre und Ubisoft das vom deutschen Unternehmen Crytek entwickelte Far Cry auf Basis der wegweisenden CryEngine veröffentlichen würde, welche Hardware würde ComputerBase empfehlen? C:\B_retro\ macht erneut eine Zeitreise und gibt Empfehlungen für den Ego-Shooter Far Cry.

Jeden Sonntag wirft diese Serie einen unterhaltsamen Blick zurück auf drei Jahrzehnte voller bewegter Geschichten und interessanten Entwicklungen der Computerszene. Mythen, Meilensteine und Meisterwerke: C:\B_retro\.

C:\B_retro\Ausgabe_28\

Far Cry im Hardware-Test

Das Genre der Ego-Shooter hat bereits in der Vergangenheit immer wieder neue Maßstäbe in Sachen Spielgrafik gesetzt und gezeigt, wie zeitgenössische Hardware „spielend“ an ihre Grenzen gebracht werden kann.

Als echte Blaupause und Referenz für jeden „Hardware-Killer“ gilt nach wie vor Crysis (Test), das mit seiner CryEngine 2 bereits im November 2007 nicht weniger als einen absoluten High-End-PC vorausgesetzt hat.

Nachdem zuvor Half-Life und Half-Life 2 im Hardware-Test noch einmal zeigen konnten, was für „Hardware-Fresser“ sie doch einst waren, widmet sich die aktuelle Ausgabe einem weiteren Ego-Shooter, der durch die Verwendung vormals aktueller Technik, wie DirectX 9.0c und dem Shader-Model 3.0, eine bis dato nicht da gewesene grafische Qualität erreichte.

Die Rede ist von Ubisofts Far Cry, das sich auf Basis der ersten CryEngine und mittels Bumpmapping, Pixel-Shader 2.0 sowie Vertex-Shader 2.0 besonders durch seine realistische Wasserdarstellung und die große Sichtweite auszeichnete.

Doch wie sahen die Systemvoraussetzungen des Titels zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung aus, welchen Prozessor mussten Spieler mindestens haben und welche Grafikkarte wurde als optimal angesehen?

Aber nicht nur die offiziellen Anforderungen werden in Erinnerung gerufen, auch blickt die Redaktion darauf, welche Komponenten anno dazumal unter Spielern stark verbreitet waren und welche Konfigurationen die Enthusiasten der damaligen Zeit stolz ihr Eigen nannten. Die Redaktion freut sich über sachdienliche Hinweise zu der genutzten Hardware von Zeitzeugen aus der Community.

Systemvoraussetzungen

Den Anfang machen die Systemvoraussetzungen des ersten Ausnahmetitels aus der Far-Cry-Serie, die in 2018 und 2019 mit Far Cry 5 (Test) und Far Cry New Dawn (Test) ihre bislang letzten Ableger hervorbrachte. Doch welche Hardware benötigte das erste Far Cry?

Nachdem die Far Cry Demo indiziert wurde, Grund dafür war die Darstellung des sogenannten „Ragdoll“-Verhaltens, was die korrekte Einwirkung von Geschossen auf leblose Körper darstellt, setzte der Ego-Shooter bei seinem Erscheinen am 23. März 2004 folgende Hardware voraus:

Minimale Systemanforderungen

  • AMD Athlon oder Intel Pentium 3 mit 1 GHz
  • 256 MB Arbeitsspeicher
  • 4 GB freien Festplattenspeicher
  • DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte mit 64 MB Grafikspeicher
  • 4× DVD- oder 16× CD-ROM-Laufwerk
  • DirectX 9.0c kompatible Soundkarte
  • Windows 98SE/2000/XP
Ein Pentium III mit 1,13 GHz reicht um Far Cry zu spielen
Ein Pentium III mit 1,13 GHz reicht um Far Cry zu spielen (Bild: Wikipedia)

Empfohlene Systemanforderungen

  • AMD Athlon XP 2400+ oder Intel Pentium 4 mit 2 GHz
  • 512 MB Arbeitsspeicher
  • 4 GB freien Festplattenspeicher
  • Nvidia GeForce 4 oder ATi Radeon 9500 mit 128 MB Grafikspeicher
  • 4× DVD- oder 16× CD-ROM-Laufwerk
  • Sound Blaster Audigy Serie
  • Windows 98SE/2000/XP
Ein Athlon XP 2400+ wurde für Far Cry empfohlen
Ein Athlon XP 2400+ wurde für Far Cry empfohlen (Bild: Wikipedia)

Hardware für Far Cry (2004)

Doch welche CPU wurde 2004 von der breiten Masse (der Spieler) in Far Cry eingesetzt und welche Prozessoren nutzen Enthusiasten zu dieser Zeit? Wie gut haben sich die verschiedenen Grafikkarten dieser Zeit in Far Cry geschlagen und welcher Beschleuniger hatte ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis?

Prozessor

Im Jahre 2004 weit verbreitet und zugleich gut geeignet waren die im Mai 2003 vorgestellten AMD Athlon XP 2500+, 2800+ und 3000+ (Test) für den Sockel A auf Basis der neuen in 130 nm gefertigten Barton-Kerne. Aber auch die Vorgänger vom Typ Palomino und Thoroughbred B kamen noch sehr häufig zum Einsatz.

Athlon XP 3000+
Athlon XP 3000+
Athlon XP 3000+
Athlon XP 3000+

Auf Seiten Intels war der Pentium 4 mit 2,4 GHz (Test) und dessen kleinerer Bruder mit 2,2 GHz Taktfrequenz, der sich ein CPU-Duell mit dem Athlon XP 2000+ (Test) lieferte, unter Spielern weitverbreitet.

Enthusiasten setzten Anfang 2004 aber bereits auf einen AMD Athlon 64 FX-51 (Test) oder einen Intel Pentium 4 Extreme Edition (Test) mit 3,2 GHz. Später kamen noch weitere sündhaft teure CPUs wie der AMD Athlon 64 FX-55 hinzu, der die Konkurrenz von Intel und aus dem eigenen Hause in 2005 klar distanzieren konnte.

Der Far-Cry-Benchmark mit maximalen Details bei einer Auflösung von 1.024 × 768 Pixeln zeigt leichte Vorteile für den AMD Athlon 64.

FarCry 1.1
    • A64 FX-55 (2,6 GHz, 130 nm, HT1000)
      81,1
    • A64 4000+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
      75,7
    • A64 3800+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
      71,7
    • A64 3500+ (2,2 GHz, 90 nm, HT1000)
      67,7
    • A64 3500+ (2,2 GHz, 90 nm, HT1000) mit CnQ
      67,3
    • A64 3500+ (2,2 GHz, 130 nm, HT1000)
      67,0
    • P4 EE 3,46 GHz (130 nm, FSB1066)
      66,4
    • P4 EE 3,73 GHz (90 nm, FSB1066)
      65,6
    • P4 EE 3,40 GHz (130 nm, FSB800)
      64,6
    • P4 570J (3,8 GHz, 90 nm, FSB800)
      63,6
    • A64 3200+ (2,0 GHz, 90 nm, HT1000)
      63,6
    • A64 3200+ (2,0 GHz, 130 nm, HT1000)
      63,1
    • P4 660 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
      62,8
    • P4 560 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
      61,7
    • P4 650 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
      59,7
    • P4 550 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
      58,9
    • A64 3000+ (1,8 GHz, 130 nm, HT1000)
      58,6
    • A64 3000+ (1,8 GHz, 90 nm, HT1000)
      58,4
    • P4 660 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800) mit EIST
      56,8
    • P4 540 (3,2 GHz, 90 nm, FSB800)
      56,2
    • P4 530 (3,0 GHz, 90 nm, FSB800)
      53,5
    • P4 520 (2,8 GHz, 90 nm, FSB800)
      50,8
    • P4 3,06 GHz (130 nm, FSB533)
      49,5
    • P4 2,00 GHz (130 nm, FSB400)
      30,0

Grafikkarte

Zu Zeiten der Veröffentlichung von Far Cry im März 2004 nutzten viele Spieler noch eine ATi Radeon 9700 oder Nvidia GeForce Ti4600 (Test) und auch die ATi Radeon 9800 Pro (Test) hatte ihre Fans. Anfang 2004 war dann auch die Nvidia GeForce FX 5700 (Test) langsam im Kommen.

Bereits wenige Monate später stiegen vor allem Enthusiasten auf eine Nvidia GeForce 6800 oder ATi Radeon X800 um, die ComputerBase seinerzeit im Vergleichstest hatte. Die X800 XT „PE“ und die 6800 Ultra hatten die Nase dabei auch in Far Cry deutlich vorne.

Unterhalb einer ATi Radeon 9700 Pro war Far Cry mit maximalen Details aber im Grunde kaum spielbar. Höhere Auflösungen als 1.024 × 768 Pixel waren zudem den High-End-Beschleunigern der damaligen Zeit vorbehalten.

Je höher die Auflösung und Qualitätseinstellungen gewählt wurden, umso deutlicher konnte sich auch die ATi Radeon X800 XT „PE“ als schnellste Grafikkarte für Far Cry von den Wettbewerbern aus dem Hause Nvidia absetzen.

Ende 2004 durften sich Enthusiasten aber noch einmal über ein deutliches Upgrade freuen, als ATi die Radeon X850 XT „PE“ (Test) präsentierte, die sich kurz vor dem Jahreswechsel mühelos an die Spitze des Testfeldes setzen konnte. Zu diesem Zeitpunkt testete ComputerBase Far Cry bereits in der aktualisierten Version 1.2.

Dank einer sehr flexiblen und fortschrittlichen Engine konnten die Entwickler durch den Patch zur Version 1.2 einige Neuerungen im Spiel integrieren. So beherrscht FarCry ab sofort das Shader-Model 3.0 der GeForce-6800-Serie nVidias sowie das auf ATis Karten abgestimmte Shader-Model 2.0b.

ComputerBase
Far Cry Version 1.2
  • 1024x768:
    • ATi Radeon X850 XT "PE"
      144,39
    • ATi Radeon X800 XT "PE"
      141,31
    • ATi Radeon X800 Pro
      124,32
    • nVidia GeForce 6800 Ultra
      124,08
    • nVidia GeForce 6800 GT
      118,72
    • ATi Radeon X800 XT
      114,95
    • nVidia GeForce 6800
      102,84
    • nVidia GeForce 6600 GT
      94,63
    • nVidia GeForce 6600 GT
      93,28
    • nVidia GeForce 6800 LE
      76,65
    • ATi Radeon 9800 XT
      66,94
    • ATi Radeon X700 Pro
      61,43
    • ATi Radeon 9800 Pro
      61,11
    • ATi Radeon X700 XT
      59,87
    • nVidia GeForce 6600
      57,68
    • ATi Radeon X600 XT
      43,17
    • nVidia GeForce FX 5950 Ultra
      25,55
    • nVidia GeForce PCX 5900
      20,91
  • 1024x768 4xAA/8xAF:
    • ATi Radeon X850 XT "PE"
      109,37
    • ATi Radeon X800 XT "PE"
      107,27
    • nVidia GeForce 6800 Ultra
      94,01
    • nVidia GeForce 6800 GT
      83,45
    • ATi Radeon X800 Pro
      76,47
    • ATi Radeon X800 XT
      76,06
    • nVidia GeForce 6800
      64,57
    • nVidia GeForce 6600 GT
      54,45
    • nVidia GeForce 6600 GT
      52,24
    • nVidia GeForce 6800 LE
      48,39
    • ATi Radeon 9800 XT
      39,90
    • ATi Radeon X700 XT
      36,03
    • ATi Radeon 9800 Pro
      35,60
    • ATi Radeon X700 Pro
      33,38
    • nVidia GeForce 6600
      32,14
    • ATi Radeon X600 XT
      30,98
    • nVidia GeForce FX 5950 Ultra
      17,61
    • nVidia GeForce PCX 5900
      14,06
  • 1280x1024:
    • ATi Radeon X850 XT "PE"
      122,12
    • ATi Radeon X800 XT "PE"
      117,99
    • nVidia GeForce 6800 Ultra
      105,39
    • nVidia GeForce 6800 GT
      95,42
    • ATi Radeon X800 Pro
      86,04
    • ATi Radeon X800 XT
      82,51
    • nVidia GeForce 6800
      72,89
    • nVidia GeForce 6600 GT
      66,23
    • nVidia GeForce 6600 GT
      64,81
    • nVidia GeForce 6800 LE
      51,93
    • ATi Radeon 9800 XT
      45,64
    • ATi Radeon X700 XT
      42,45
    • ATi Radeon X700 Pro
      41,47
    • ATi Radeon 9800 Pro
      39,78
    • nVidia GeForce 6600
      39,50
    • ATi Radeon X600 XT
      34,46
    • nVidia GeForce FX 5950 Ultra
      16,65
    • nVidia GeForce PCX 5900
      13,35
  • 1280x1024 4xAA/8xAF:
    • ATi Radeon X850 XT "PE"
      71,80
    • ATi Radeon X800 XT "PE"
      69,92
    • nVidia GeForce 6800 Ultra
      66,41
    • nVidia GeForce 6800 GT
      58,60
    • ATi Radeon X800 XT
      49,87
    • ATi Radeon X800 Pro
      48,62
    • nVidia GeForce 6800
      41,85
    • nVidia GeForce 6600 GT
      34,46
    • nVidia GeForce 6800 LE
      31,72
    • nVidia GeForce 6600 GT
      29,73
    • ATi Radeon 9800 XT
      26,84
    • ATi Radeon X700 XT
      24,87
    • ATi Radeon X700 Pro
      23,36
    • ATi Radeon 9800 Pro
      20,34
    • nVidia GeForce 6600
      19,18
    • ATi Radeon X600 XT
      16,24
    • nVidia GeForce FX 5950 Ultra
      11,83
    • nVidia GeForce PCX 5900
      8,72

Arbeitsspeicher

Während die meisten Spieler Anfang 2004 auf durchschnittlich 512 MB DDR-RAM mit 333 bis 400 MHz setzten, kam bei Enthusiasten bereits 1 bis 2 GB schneller DDR2-RAM mit 533 MHz zum Einsatz.

ComputerBase selbst hatte seine Testsysteme zu dieser Zeit wahlweise mit 2× 256 MB DDR400 Corsair Twinx512 3200 C2, 1× 512 MB RIMM4200 Samsung Rambus oder 2× 512 MB DDR2-533 Corsair XMS C4 ausgerüstet.

Mit 512 MB DDR-Arbeitsspeicher waren Spieler 2004/2005 für Far Cry bestens gerüstet.

2x 256 MB Corsair DDR400 CL2-2-2-6
2x 256 MB Corsair DDR400 CL2-2-2-6
2x 256 MB Corsair DDR400 CL2-2-2-6
2x 256 MB Corsair DDR400 CL2-2-2-6

Empfehlungen für Far Cry

Wäre heute der 23. März 2004 und C:\B_retro\ müsste Empfehlungen für Far Cry aussprechen, würde das System in etwa auf den folgenden Komponenten basieren:

  • AMD Athlon 64 3000+
    Codename Clawhammer
    130-nm-SOI-Fertigungsverfahren
    1.024 kB L2-Cache mit Prozessortakt
    Sockel 754
  • 512 MB Arbeitsspeicher
    DDR400 CL3-3-3-12
    2,5 bis 2,6 Volt
    184 Pins
  • ATi Radeon 9800 XT
    R360 in 150 nm
    412 MHz Chiptakt
    256 MB DDR mit 365 MHz Speichertakt
    256-Bit Speicherinterface
    AGP 8x

Far Cry erging es in der Hinsicht wie Crysis. Denn wirklich empfehlenswerte Hardware, um die Grafikpracht des Spiels auszureizen, erschien erst Monate nach der Veröffentlichung des Ego-Shooters.

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