Hitman 3 im Test: Spielkritik und das Fazit

 4/4
Wolfgang Andermahr et al.
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Wie gut ist Hitman 3?

Richtig gut ist Hitman 3 (2021), sagen Testberichte und machen deutlich, dass IO Interactive die Reboot-Trilogie mit einem Höhepunkt beendet. Es ist allerdings vor allem Perfektion anstatt Innovation, die in diesem Fall dargeboten wird. Dem Ende eines Storybogens steht sie aber gut zu Gesicht.

Die Bewertungen gleichen sich im Kern überall, Unterschiede werden zu einer Frage individueller Gewichtung. Im Kleingedruckten wird die herausragende Gesamtbilanz aber an eine Einschränkung gebunden: Hitman 3 ist ein großartiges Spiel, wenn die Erwartungen passen und keine Revolution erwartet wird, denn Hitman 3 funktioniert wie Hitman 2 und wie Hitman 1 davor. Selbst mechanisch gibt es keine nennenswerten Neuerungen, was IO auch deshalb durchgeht, weil es keine Konkurrenz gibt. Die Nische von 47 ist die gemächliche Langsamkeit des Gameplays, schreibt Eurogamer, die im Beobachten der Umgebung, im Sammeln von Informationen und im Ausknobeln des perfekten, perfiden „Unfalls“ für das Zielobjekt liegt.

Stagnation kann sich Hitman 3 aber auch erlauben, weil die Qualität des „Missionspakets“ (GameStar) stimmt. Sechs Levels, die zeigen, dass IO das Leveldesign für dieses Spiel „gemeistert“ (GameInformer) hat. Die Missionen lassen sich laut GameStar zwar in maximal sechs Stunden durchspielen, sind aber nicht auf einen einzigen Durchgang ausgelegt: Nur ein Schauplatz ist linear konzipiert, ansonsten werden Sandkästen erzeugt, die eine Vielzahl von Vorgehensweisen ermöglichen und mit immer neuen Herausforderungen und Möglichkeiten sowie dem Erkunden verschachtelter Abhängigkeiten locken. Die Güte des Gebotenen erschließt sich insofern erst und in einhelligem Urteil bei mehrfachem Spielen. Für PCGamer liegt in den Schauplätzen gerade die eigentliche Innovation: Hitman 3 experimentiere mit neuen Ansätzen im Design, gebe sich spielerisch und unterlaufe Erwartungen, die aus den Vorgängern entstanden seien. Nur der Storybogen bleibt, auch das ein fast einstimmiges Urteil, belanglos.

Mehr vom Gleichen, aber in höherer Qualität: Hitman 3 wird in Rezensionen einheitlich als krönender Abschluss einer Trilogie dargestellt. Weil es sich spielerisch von seinen Vorgängern nicht unterscheidet, ist es durch das Stellen neuer Herausforderungen ein Fest für Fans der Serie, hebt GameInformer hervor. Gleichzeitig wird es durch diese Beschaffenheit zum schlechtesten Spiel der Trilogie für Neulinge, und das erst recht, weil die älteren Teile mittlerweile spottbillig zu haben sind.

Wertungsüberblick für Hitman 3
Publikation Wertung
DualShockers 8/10
Eurogamer Empfehlung
GameSpot 9/10
Game Informer 9/10
GameSpot 9/10
GameStar 84/100
IGN 9/10
PC Gamer 90/100
Metacritic (PC) Presse: 88/100
Nutzer: -/10

Fazit

Hitman 3 zeigt sich spielerisch von seiner guten Seite und auch die Technik gibt wenig Grund zu meckern. Nein, auf höchstem Niveau liegt die Grafikqualität nicht und fällt stellenweise auch deutlich zurück. Dennoch baut das Spiel mit der Beleuchtung und den vielen Details eine dichte Atmosphäre auf, sodass es auf grafischer Seite dennoch wenig zu meckern gibt.

Hinzu kommt, dass quasi als Ausgleich die Performance sehr hoch ist. Es braucht für 60 FPS bei maximalen Details keine schnelle Grafikkarte und selbst in Ultra HD muss es nicht gleich eine GeForce RTX 3090 oder Radeon RX 6900 XT sein. Das Dauerduell AMD gegen Nvidia geht dabei unentschieden aus, je nach Modell schneidet mal eine GeForce und mal eine Radeon besser als gewöhnlich ab. Das ist durchaus überraschend, denn Hitman 2 lief trotz gleicher (weniger weit entwickelter) Engine deutlich besser auf Nvidia-Beschleunigern. Auch ob neu oder alt spielt keine Rolle, weder AMDs GCN noch Nvidias Pascal haben Probleme mit dem Titel.

Hitman 3 im Technik-Test

ComputerBase hat Hitman 3 von Square Enix zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Publishers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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