Zweitverwertung: Gigabyte bringt H410-Boards mit H470-Chipsatz

Michael Günsch
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Zweitverwertung: Gigabyte bringt H410-Boards mit H470-Chipsatz
Bild: Gigabyte

Gigabyte hat einige Mainboards mit Chipsatz der Intel-400-Serie neu aufgelegt. Entgegen ihrem Produktnamen nutzen einige H410-Modelle sowie ein B460-Board einen anderen Chipsatz: Laut Gigabyte kommt bei den Neuauflagen (V2) der H470 zum Einsatz. Besser ausgestattet sind die Hauptplatinen dadurch aber nicht.

Anderer Chipsatz, gleiche Eckdaten?

Über die kuriosen Neuauflagen ist der findige Twitter-Nutzer @momomo_us gestolpert und verweist auf das H410M DS2V V2 sowie das H410M S2H V2, die beide den H470 Chipsatz nutzen sollen. Die Redaktion fand inzwischen weitere Beispiele über die Filteroptionen auf den Produktseiten von Gigabyte. Wird bei den Mainboards mit Sockel LGA 1200 als Filter oben der H470-Chipsatz ausgewählt, dann finden sich zwei weitere H410-Modelle sowie ein B460-Mainboard.

Mainboard Chipsatz
Gigabyte H410M S2 V2 (rev. 1.0) Intel H470
Gigabyte H410M H V2 (rev. 1.0)
Gigabyte H410M DS2V V2 (rev. 1.0)
Gigabyte H410M S2H V2 (rev. 1.0)
Gigabyte B460M DS3H V2 (rev. 1.0)

Bis auf den anderen Chipsatz gibt es laut den hinterlegten Spezifikationen jeweils keinen Unterschied zu den älteren H410-Modellen ohne das Suffix „V2“, die mit H410-Chipsatz bestückt sind. Somit wird die zusätzliche Ausstattung des H470-Chipsatzes nicht genutzt, sodass dieser praktisch wie ein H410 funktioniert.

Bei dem B460-Mainboard ist das anders, wie der direkte Vergleich offenbart: Unterschiede gibt es etwa beim LAN-Controller sowie den SATA- und USB-Ports. Hier lohnt es sich also genau hinzusehen, welche Version vorliegt.

B460-Mainboard mit B460- oder H470-Chipsatz
B460-Mainboard mit B460- oder H470-Chipsatz (Bild: Gigabyte)

Ähnliches gab es schon zuvor

Das kurios anmutende Vorgehen ist gar nicht neu, denn zum Beispiel bei einem B350-Mainboard für AMD-CPUs hatte Gigabyte auf den besseren X370 zurückgegriffen. Auch hier ergab dies aber keinen Vorteil.

Resteverwertung oder für Rocket Lake

Denkbar ist, dass auf diesem Weg schlicht eine „Resteverwertung“ betrieben wird, um hohe Lagerbestände der besseren Chipsätze somit abzubauen. Andersherum wäre zwar auch eine Knappheit an kleineren Chipsätzen denkbar, die zu diesem Schritt zwingt. Im Falle des H470-Chipsatzes erscheint die erste Variante aber wahrscheinlicher, denn Mainboards mit H470 sind deutlich weniger im Handel vertreten und auch weniger gefragt, sodass entsprechende Überbestände nicht überraschen würden.

Da bereits die Nachfolger der 500-Serie für Intel Rocket Lake gefertigt werden, wird es ohnehin höchste Zeit für einen Abverkauf. In diesem Kontext ergibt sich eine weitere mögliche Ursache für die Zweitverwertung des H470: B460 und H410 sind inkompatibel zu Rocket Lake, für Z490- und H470-Boards besteht wiederum eine Möglichkeit zum Aufrüsten, sofern ein entsprechendes BIOS-Update vorliegt. Noch werden die neu aufgelegten V2-Modelle aber nur als kompatibel zu Comet Lake (10th Gen Core) gelistet.