Im Test vor 15 Jahren: Creative Sound Blaster X-Fi für mehr Audioqualität und FPS

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Creative Sound Blaster X-Fi für mehr Audioqualität und FPS

Mit der Sound-Blaster-X-Fi-Serie (Test) wollte Creative im März 2006 den Markt für PC-Spieler-Soundkarten wieder übernehmen. Zu den Features zählten nicht nur bessere Audio-Qualität, sondern virtueller Surround-Sound und das Versprechen von höheren Bildraten.

Vier Modelle von bezahlbar bis High-End

Zum Start der Serie stellte Creative vier Sound Blaster X-Fi vor, deren UVP von 129,90 Euro für die X-Fi Extreme Music bis zu 349,90 Euro für die X-Fi Elite Pro reichten. Allen Modellen gemein war der X-Fi-Prozessor mit 51,1 Millionen Transistoren, der den Soundkarten die Leistung verlieh, um intern bis zu 4.096 Kanäle zu verarbeiten und bis zu acht simultane Sound-Effekte anzuwenden. Bezogen auf die Rechenleistung waren die neuen X-Fi-Soundkarten etwa 24 Mal schneller als ihre direkten Vorgänger der Audigy-Serie.

Die X-Fi Extreme Music als günstigstes Modell – der Preis im Einzelhandel lag bei 98 Euro – hatte alle Anschlüsse auf der Rückseite der Soundkarte. Für einen Aufpreis von 57 Euro erhielten Interessenten die X-Fi Platinum, die zusätzlich mit einem 5,25-Zoll-Frontpanel ausgestattet war. Dieses bot neben einem Kopfhörer-Ausgang und einem Mikrofon-Eingang auch koaxiale und optische Anschlüsse sowie Ein/Ausgänge für Mini-MIDI. Für 193 Euro konnten Kunden die X-Fi Fatal1ty FPS erwerben, die die Platinum um den sogenannten X-RAM erweiterte. Während die beiden günstigsten Soundkarten über 16 Mbit Arbeitsspeicher verfügten, kamen die X-Fi Fatal1ty FPS und das Topmodell X-Fi Elite Pro auf 512 Mbit. Das sollte es Spieleentwicklern ermöglichen, unkomprimierte Audiodateien in den Speicher zu laden und die CPU so entlasten zu können. Der Haken dabei war, dass dieses Feature explizit von Spieleentwicklern in ihre Titel integriert werden musste – zum Testzeitpunkt war das bei keinem der getesteten Spiele der Fall.

Anschlüsse der verschiedenen X-Fi-Modelle
Anschlüsse X-Fi Xtreme Music X-Fi Platinum X-Fi Fatal1ty FPS X-Fi Elite Pro
FlexiJack-Anschluss
Line-Level-Ausgänge
AUX_IN Analogeingang
AD_Link-Anschluss
AD_EXT-Anschluss X
SPDIF-Ein- und -Ausgang X ✓ (1) ✓ (2)
AUX-Eingang (2x Cinch) X ✓ (1) ✓ (2)
optischer Ein- und -Ausgang X ✓ (1) ✓ (2)
MIDI-Ein- und -Ausgang X ✓ (1) ✓ (2)
Kopfhörerbuchse (6,35mm) X ✓ (1) ✓ (2)
Line-/Mikrofon-Eingang (6,35mm) X ✓ (1) ✓ (2)
Line-/Hi-Z-Eingang (6,35mm) X ✓ (2)
DIN-Buchse X ✓ (2)
1) über internes Modul
2) über externe Konsole

Die X-Fi Elite Pro war im März 2006 für etwa 275 Euro erhältlich. Dafür erhielten Kunden nicht nur hochwertigere Komponenten, sondern auch mehr Zubehör. Der Soundkarte war eine externe Steuerungskonsole beigelegt, die die gleichen Anschlüsse wie das 5,25-Zoll-Panel bot, zusätzlich aber über Steuerungselemente für Lautstärke sowie X-Fi-Effekte verfügte.

In Musik und Spielen ungeschlagen

Im Test konnten die X-Fi-Soundkarten sowohl bei der Musikwiedergabe als auch im Spielebetrieb voll überzeugen. Im Vergleich zu den Vorgängern der Audigy-Serie klangen die X-Fi-Soundkarten runder und wärmer. Features wie der 24-Bit Crystalizer verbesserten den Klang weiter und sorgten für sattere Bässe und akzentuierte Höhen – das Feature wollte aber dosiert eingesetzt werden, da es auch dazu führen konnte, dass einzelne Sounds überbetont wurden. In Spielen sorgten EAX 5.0, das damals erst wenige Titel wie Battlefield 2 und Quake 4 nutzten, und der virtuelle Surround-Sound für eine hervorragende Lokalisierbarkeit der Geräusche.

Die Sound Blaster X-Fi klangen nicht nur besser, sondern sorgten auch für mehr Bilder pro Sekunde in Spielen. Bei eingeschalteter Audioausgabe lag die Bildrate im Durchschnitt mit einer X-Fi etwa 4 Prozent höher als mit einer Creative Audigy. Je nach Spiel konnte der Unterschied sogar bis zu 7 Prozent betragen. Anders sah es mit dem X-RAM aus, der zum Testzeitpunkt vollkommen nutzlos war.

Insgesamt konnte die X-Fi-Serie dank hoher Audioqualität, höherer Spieleleistung und guter Ausstattung überzeugen. Wer nicht über mehrere Audiogeräte verfügte, für den reichte die X-Fi Extreme Music vollkommen aus. Lediglich für Nutzer, die mehrere Abspielgeräte besaßen, lohnte es sich in die teurere X-Fi Platinum zu investieren, um die zusätzlichen Anschlüsse zu erhalten. Wer nur das allerbeste wollte, der war mit der X-Fi Elite Pro gut beraten.

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