Autonomes Fahren: Waymo nimmt sich New York City vor

Nicolas La Rocco
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Autonomes Fahren: Waymo nimmt sich New York City vor
Bild: Waymo

Auf dem steinigen Weg zur Serienreife in immer mehr Städten und unter immer mehr Konditionen nimmt sich Waymo, Alphabets Unternehmen für autonomes Fahren, jetzt New York City vor. Ein erster Teil der Stadt soll kartografiert werden, außerdem soll der „Waymo Driver“ mit den widrigen Wetterbedingungen der Metropole zurechtkommen.

Das zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehörende Unternehmen Waymo bietet derzeit zwei verschiedene Dienstleistungen an: Waymo One, ein autonomer Fahrdienst, und Waymo Via, eine Flotte von autonomen Lkw und Transportern. In beiden arbeitet der sogenannte „Waymo Driver“, wie das Unternehmen das autonome System ganzheitlich bezeichnet. Damit der Waymo Driver mit immer mehr Situationen zurechtkommen kann, muss dieser trainiert werden, etwa mit neuen Herausforderungen in neuen Städten. In New York City findet jetzt genau das statt.

In NYC währt Waymo zum Start manuell

Waymo One hat bereits den Regelbetrieb für jedermann in Phoenix, Arizona aufgenommen, während in San Francisco, Kalifornien weiterhin die Testphase läuft und nur „Trusted Tester“ den autonomen Fahrdienst nutzen können. Für weitaus mehr Komplexität dürfte allerdings die Millionenmetropole New York City sorgen. Der erste Schritt ist für Waymo aber nicht direkt das autonome Fahren, sondern das Kartografieren der Stadt mit all ihren belebten Straßen und komplexen Kreuzungen. Herausforderung sei zudem das sich ständig verändernde Layout der Stadt. In diesem Schritt der Entwicklung wird Waymo die eigenen Fahrzeuge rein manuell durch die Straßenschluchten bewegen.

Sensorik bei Nässe und Kälte testen

Das Wetter ist ein weiterer Faktor, den Waymo in New York City in den kommenden Monaten zwangsweise erproben wird. Anders als in Phoenix und San Francisco wird mit Starkregen und dichtem Schneefall gerechnet. Erfahrungen diesbezüglich konnte das Unternehmen bereits im nördlichen US-Bundesstaat Michigan sammeln. In New York City würden sich jetzt aber weitere Möglichkeiten ergeben, die Sensorik bei Nässe und Kälte zu testen, erklärt Waymo. Das hinzugewonnene Wissen soll dem Waymo Driver in der gesamten Flotte des Unternehmens dienlich sein.

Waymo in New York City
Waymo in New York City (Bild: Waymo)

Fahrten bei Tageslicht geplant

In New York City beschränkt sich Waymo zum Start der Erprobungsphase primär auf die Halbinsel Manhattan und dort den Bereich südlich des Central Parks bis hinunter in den Financial District. Über den Lincoln Tunnel wird auch ein kleiner Bereich von New Jersey von den Fahrten abgedeckt. Mit fünf hybriden Chrysler Pacifica will das Unternehmen bei Tageslicht die Fahrten durchführen, im weiteren Verlauf soll die Flotte um mehrere rein elektrische Jaguar I-PACE ergänzt werden.

Cruise startet mit autonomen Fahrten

Abseits von Waymo geht es bei den autonomen Fahrdiensten auch an anderer Stelle weiter. Das 2013 von Kyle Vogt und Dan Kan gegründete, 2016 von General Motors übernommene und im Sommer dieses Jahres noch einmal mit einer Investition von 5 Milliarden US-Dollar durch GM geförderte Startup Cruise nimmt jetzt in San Francisco nach einer längeren Erprobungsphase den autonomen Fahrdienst auf – vorerst aber nur für Mitarbeiter und wenige ausgewählte Interessenten.

Die erste Fahrt um 23 Uhr und bei wenig Verkehr und deutlich reduzierter Komplexität hat sich CTO und President Kyle Vogt nicht nehmen lassen. Cruise hatte erst im Oktober durch das California Department of Motor Vehicles eine Freigabe für autonome Fahrten erhalten, bei denen kein den Vorgang überwachender Mitarbeiter mehr im Fahrzeug sitzt. Diese Fahrten auch mit leeren Autos darf Cruise zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens bei maximal 30 mph (48 km/h) in San Francisco durchführen.

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