Google und Meta: Kartellverfahren gegen „Jedi-Blue“-Abkommen

Andreas Frischholz
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Google und Meta: Kartellverfahren gegen „Jedi-Blue“-Abkommen
Bild: Pexels

Die Europäische Kommission hat ein Kartellverfahren gegen Google und den Facebook-Mutterkonzern Meta eingeleitet. Der Vorwurf: Mit dem als „Jedi Blue“ bekannten Abkommen für den Online-Werbemarkt haben beide Konzerne gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen.

Bei dem Verfahren geht es um Header Bidding – eine Technologie, die es Publishern wie etwa Nachrichtenseiten ermöglicht, Werbeplätze gleichzeitig auf mehreren Marktplätzen für Online-Werbung anzubieten. Dann folgen Gebote und der Käufer mit dem höchsten Gebot kann die Werbefläche kaufen.

Jedi Blue: Wettbewerb ausgrenzen

Das „Jedi-Blue“-Abkommen sollen Google und Meta – damals noch Facebook – bereits im September 2018 abgeschlossen haben. Meta nimmt demnach mit seinem „Audience Network“ bei Googles Open-Bidding-Dienst teil, der mit dem Header Bidding konkurriert.

Der Vorwurf von der EU-Kommission ist nun: Durch die Kooperation wollten Google und Meta das Header Bidding schwächen, um sich weitere Vorteile auf dem Markt für Online-Werbung zu sichern. Es ist ein Markt, den beide Konzerne ohnehin dominieren. „Die Vereinbarung zwischen Google und Meta, die sie „Jedi Blue“ nannten, könnte darauf abzielen, mit dem Google-Dienst „Open-Bidding“ konkurrierende Technologien zu schwächen und vom Markt für Display-Werbung auf Websites und in Apps von Publishern auszuschließen“, erklärt die für Wettbewerbspolitik zuständige Kommissions-Vizepräsidentin Margrethe Vestager.

Diese Vorwürfe will die EU-Kommission nun in einem Kartellverfahren prüfen, das jetzt förmlich eingeleitet wurde. Sollte sich der Verdacht bestätigten, wäre „dies eine Beschränkung und Verzerrung des Wettbewerbs auf dem bereits konzentrierten Markt für Werbetechnologien“, so Vestager. Den Nachteil hätten konkurrierende Technologien, Publisher und letztlich auch die Nutzer.

Google und Meta bestreiten die Vorwürfe

Sowohl Google als auch Meta bestreiten die Vorwürfe, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Weil Meta ebenso wie andere Firmen bei Open-Bidding-Programm teilnehmen konnte, spricht Google von einem gestärkten Wettbewerb. Auch Meta erklärt, das Abkommen habe den Wettbewerb intensiviert.

Die Wettbewerbsbehörden Großbritanniens untersuchen das Jedi-Blue-Abkommen allerdings auch. Und in den USA treiben Texas und 15 weitere Staaten ein Kartellverfahren voran, das sich gegen die Open-Bidding-Kooperation richtet. Hinzu kommt die Vielzahl an weiteren Kartellverfahren, die sich gegen Google und Meta richten. Allein gegen Google verhängte die EU Strafzahlung in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

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