Tempest Rising im Test: „Command & Conquer mit UE5“ auf 23 GPUs im Benchmark

Wolfgang Andermahr
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Tempest Rising im Test: „Command & Conquer mit UE5“ auf 23 GPUs im Benchmark

Wie läuft das Echtzeit-Strategiespiel Tempest Rising auf dem PC? Der Technik-Test liefert Benchmarks von 23 Grafikkarten des Typs Nvidia GeForce, AMD Radeon sowie Intel Arc. Die Testergebnisse zeigen generell eine hohe Framerate in dem Spiel, auch Einsteiger-GPUs kommen gut mit dem Strategiespiel zurecht.

Tempest Rising: Die Technik der PC-Version

Tempest Rising ist quasi Command & Conquer. Ganz gleich ob es der Stil der Grafik ist, die Gebäude, die Fraktionen, die Ressourcen – es erinnert einfach alles an das große Vorbild der Echtzeitstrategie. Und das ist auch so gewollt, wie die Entwickler unumwunden angeben. Überhaupt keine Parallelen ziehen beide Serien logischerweise bei der Technik: Tempest Rising setzt auf die Unreal Engine 5.

Das Spiel ist trotzdem kein Grafik-Knaller geworden, sieht aber dennoch für ein Strategiespiel recht schick aus. Vor allem in großen Gefechten ist richtig was los auf dem Monitor, aber auch davon abgesehen fühlt sich das Auge wohl mit dem Spiel. Die Einheiten sind detailliert dargestellt, die Umgebungen zeigen das ein oder andere Detail. Die Grafiker haben also einen guten Job abgeliefert, aber es gibt durchaus noch Luft nach oben.

So verzichten die Entwickler von Slipgate Ironworks zum Beispiel auf den Einsatz von Lumen und damit Software-Raytracing. Gerade mit Hilfe der globalen Beleuchtung hätte sich noch einiges an Qualität aus dem Spiel heraus holen können – wenn auch natürlich auf Kosten der Grafikkarten-Performance. Optional wäre das aber eine schöne Sache geworden. Aber der Status quo hat auch einen Vorteil: Das Spiel läuft auch auf langsamen Grafikkarten sehr gut.

Die technischen Merkmale
Tempest Rising Eigenschaften
Entwickler Slipgate Ironworks
Publisher 3D Realms
Knights Peak
Engine Unreal Engine 5
API DirectX 12
Nvidia Reflex ✓ (nur mit Frame Generation)
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR Nein
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer Nein
Nvidia DLSS Super Resolution (SR)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG) Nein
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Super Resolution (SR)
AMD FSR Frame Generation (FG)
Intel XeSS Super Resolution (SR)
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Epic UE TSR (SR) Nein
Native Auflösung + Upsampling Nein
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR Quality)
WQHD RTX 5060 Ti / RTX 4060 / RX 9070 / RX 7600
UWQHD RTX 5060 Ti / RTX 4060 / RX 9070 / RX 7700 XT
UHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9070 / RX 7800 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 24. April 2025
17. April 2025 (Deluxe Edition)
Preis zum Release 40 Euro
50 Euro (Deluxe Edition)

Upsampling (Nvidia DLSS / AMD FSR) in der Analyse

Tempest Rising bietet Nvidia DLSS 3.7.10.0, AMD FSR 3.1 sowie Intel XeSS 1.3 in der Super-Resolution-Ausführung an. DLSS 4 sowie FSR 4 werden nicht unterstützt, auch die Apps von AMD und Nvidia erkennen das Spiel nicht für eine Erweiterung auf das bessere Upsampling (Override) an. Diesbezüglich muss also entweder auf Treiberupdates gewartet, oder externe, inoffizielle Tools eingesetzt werden. Darüber hinaus unterstützt Tempest Rising Frame Generation von AMD und Nvidia, nicht aber von Intel. Aber AMDs Lösung läuft ja auch auf Intel.

Bei den Qualitätseinstellungen für das Super-Resolution-Upsampling hat Tempest Rising eine Eigenart. Bei DLSS und FSR ist mit den Modi Ultra Performance bis Quality alles wie immer, zusätzlich gibt es dann aber noch einen Modi Highest Quality, der die Auflösungsreduzierung auf 80 Prozent setzt – Quality hat 67 Prozent. DLSS oder FSR mit der nativen Auflösung gibt es dagegen nicht.

Intels XeSS setzt auf die gleichen Bezeichnungen wie DLSS und FSR im Spiel, nutzt aber die seit XeSS 1.3 reduzierten Auflösungs-Faktoren. Das hat zur Folge, dass Quality bei XeSS eine Auflösung von 59 Prozent hat, Highest Quality von 67 Prozent, während es den 80-Prozent-Faktor bei XeSS gleich gar nicht gibt. Das ist nicht sonderlich clever gelöst.

In Tempest Rising sind die Unterschiede bei der Bildqualität vom Super-Resolution-Upsampling deutlich kleiner als in vielen anderen Spielen. Das verwundert auch nicht, eine feste, isometrische Ansicht war schon immer ein Best-Case-Szenario für die Algorithmen. Entsprechend fällt auch FSR 3.1 zum Beispiel mit dem Performance-Modus in Ultra HD nicht völlig auseinander, sondern bietet immer noch ein ordentliches Bild – auch wenn es einige Probleme zu sehen gibt, die aber deutlich weniger ausgeprägt sind als sonst. Das sollte aber nicht davon ablenken, dass DLSS 3 das sichtbar bessere Bild liefert.

Frame Generation sollte durchweg aktiviert sein

Anders als in vielen anderen Spielen ist Frame Generation in Tempest Rising ein Werkzeug, das eigentlich nur Vorteile mit sich bringt. Denn die Performance gemessen in FPS wird durch das Feature in dem Spiel deutlich erhöht, die sonst üblichen Nachteile spielen in dem Titel aber quasi keine Rolle: Etwaige Grafikfehler durch zum Beispiel hektische Bewegungen gibt es nicht, denn es gibt keine hektischen Bewegungen in Tempest Rising. Und die Latenz wird mit Frame Generation zwar wie gewohnt nicht besser, doch auch der Disconnect zwischen FPS und Latenz ist in Tempest Rising egal – da die Kamera nicht direkt gesteuert wird. Entsprechend lautet die Empfehlung der Redaktion, Frame Generation durchweg zu aktivieren. Mit Ausnahme von Extrem-Situationen wie einer geringen Render-Framerate sollte es eigentlich zu keinerlei Probleme kommen.

Widescreen im Kurz-Test

Die meisten Spiele unterstützen heute die beliebten Widescreen-Formate, alle Titel dann aber immer mal wieder doch nicht – oder auch nicht korrekt. ComputerBase hat folgende 2 Screenshots in der Auflösung 3.440 × 1.440 (UWQHD) sowie 2.560 × 1.440 (WQHD) aufgenommen, was dem 21:9- und dem klassischen 16:9-Format entspricht. Daran lässt sich erkennen, wie das Spiel mit Widescreen-Auflösungen um geht.

Die offiziellen Systemanforderungen

Minimal Empfohlen
Betriebssystem Windows 10/11 (64 Bit)
Prozessor AMD Ryzen 5 1600
Intel Core i5-8600
AMD Ryzen 5 5600X
Intel Core i5-11600K
Arbeitsspeicher 8 GB RAM 16 GB RAM
Grafikkarte AMD Radeon RX 580
Nvidia GeForce GTX 1060
AMD Radeon RX 7600 XT
Nvidia GeForce RTX 3060 Ti
VRAM 3 GB 8 GB
Speicherplatz 50 GB SSD

Das Grafikmenü im Detail

Eigenschaften
Grafik-Presets ✓ (Episch, Hoch, Mittel, Niedrig)
Einzelne Grafikoptionen
FPS-Limiter
Dynamische Auflösung Nein
Spieleigenes Up-/Downscaling ✓ / Nein
Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia Nein / Nein
Nachschärfen Nein
FPS-Counter
Sonstige Overlays
VRAM-Auslastungsanzeige Nein
Live-Vorschau Nein
Vergleichs-Screenshots Nein
Detaillierte Beschreibungen Nein
Integrierter Benchmark Nein
Das Grafikmenü der PC-Version

Die Ladezeiten

Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.

Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.

So schnell lädt das Spiel
In das Hauptmenü Vom Menü zur Testsequenz Shader-Kompilierung
21 Sekunden 5 Sekunden Ja (einmalig, wenige Sekunden)

Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität

Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.

Aktuell hat Valve aber noch keine Einordnung zur Steam-Deck-Kompatibilität für Tempest Rising bekanntgegeben.

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