The Last of Us Part II im Test: Spielkritik und Fazit

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Update 2 Wolfgang Andermahr (+1)
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Wie gut ist The Last of Us Part II?

Stehen bleiben ist keine Option. Weder für die Protagonisten im Sequel zu Naughty Dogs Endzeit-Thriller noch für die Entwickler selbst. Denn die gehen mit jedem neuen Spiel einen Schritt weiter – mit brillantem Ergebnis.

Part 2 fährt Achterbahn

Das entsteht hier, weil Naughty Dog den Mut hat, alte Zöpfe abzuschneiden und einen Schritt weiter zu gehen. Part 2 von The Last of Us ist deshalb nicht nur eine Fortsetzung, sondern ein Wechsel der Perspektive, der an das Paukenschlag-Finale des Vorgängers anschließt – erst geruhsam, dann emotional.

Diese Emotionalität, die Nahbarkeit der Hauptfiguren macht Naughy Dogs nächsten Schritt aus. Die sind nämlich nicht perfekt, sondern stattdessen menschlich in ihrer Zerrissenheit, mit den Sehnsüchten und der Zerrissenheit der Protagonisten – die auch einmal Absteigen in die Niederungen der Existenz.

Der Trip durch Seattle wird deshalb, aber auch durch den Cast und die technische Umsetzung glaubwürdig. Animiert wird schließlich auch in Nuancen und kleinen Gesten. Dazu kommen Schattierungen: Vor allem gibt es Grautöne, Menschen in verschiedenen Facetten und immer wieder ein mal deutlicher, mal sanfteres Hinterfragen der gezeigten Barbarei – wenn man denn hinsehen mag. Und darüber steht die Frage: Ist Rache das wirklich alles wert? Das neue Last of Us ist, und das hebt es vom Vorgänger ab, eine viel stärkere Achterbahnfahrt.

Gutes Gameplay

Spielerisch bleiben die Entwickler mehr oder weniger bei bewährten Strukturen. Mal müssen Zombies, mal Fanatiker bekämpft werden, Schleichen und ein wenig sorgsamer Umgang mit Ressourcen sind dabei Pflicht. Dauergeballer passt nicht zum Survival-Aspekt: Ausschwärmende Feinde machen Ellie schnell den Garaus. Mit der darauf abgestimmten Steuerung entstehen immer wieder panische Momente, die das Gefühl eines Überlebenskampfes in einer sehr feindseligen Umgebung auf den Punkt bringen.

Die letztlich relative einfach gemachte Mischung aus Crafting, Schleichen und Schießen funktioniert gut, wenngleich sie punktuell an Grenzen stößt. Man kennt sie allerdings ihn ihrem Grundprinzip eben schon. Dazu kommt das Sammeln von Ressourcen und Ausrüstung. Hierzu öffnet Naughty Dog Gebiete, die deutlich besser zum Szenario passen. So wird zugleich ein ruhiger Gegenpol zu Momenten der Anspannung geschaffen, der Fokus auf die untergegangene Welt und die Überreste von Zivilisation in allen Facetten gelegt. Sie zu durchstöbern macht mindestens so viel Spaß wie der Rest.

Ein weiteres PSN-Meisterwerk

In dieser Kombination entsteht ein Spiel, das durch seine erzählerische Dichte und die Güte seiner „Schauspielkunst“ ein absolutes Highlight ist. Dass spielerisch, man könnte provokativ formulieren, Standardkost geboten wird, fällt über weiter Strecken kaum auf: The Last of Us Part 2 zieht atemlos in seinen Bann. Das sehen auch andere so: Auf Metacritic gibt es 93 Punkte für die PlayStation-4-Fassung, das Remaster kommt im Schnitt auf 90 Punkte.

Fazit

Wer auf Story-Abenteuer als Single Player mit einer tollen Erzählung, vielen emotionalen Momenten und eine Menge Abwechslung bei ausgestalteten Umgebungen steht, bekommt mit The Last of Us Part II eines der intensivsten Spiele aller Zeiten geboten, das man nicht so schnell vergessen wird. Entsprechend hoch fallen die Test-Bewertungen aus.

Die Technik ist dabei auch in der PC-Version knapp 5 Jahre nach Release auf der PlayStation 4 im richtigen Moment nach wie vor beeindruckend. So tolle Animationen gibt es sonst nach wie vor in keinem anderen Spiel. Die Umgebungen sind unglaublich detailliert gestaltet, wodurch die Welt sehr lebensnah wirkt.

Natürlich kann das Spiel das Alter aber nicht verstecken: Die Beleuchtung hält mit modernen RT-GI-Lösungen nicht mit, die Texturen sind aufgrund des kleinen Speichers der PS4 nicht immer scharf. Der optische Gesamteindruck ist aber selbst nach so langer Zeit immer noch richtig gut, bei TLoU II gibt es auch heute viel zu bestaunen.

Die GPU-Anforderungen sind niedrig

Das Gute an dem Alter ist, dass die Anforderungen an die Grafikkarte niedrig sind. Eine schnelle Grafikkarte braucht es für 60 FPS nicht, auch in Ultra HD ist ein Mittelklasse-Modell ausreichend. Für die vollen Texturdetails sollte die Grafikkarte aber über 12 GB verfügen und wer eine Intel-Grafikkarte hat, muss sich für 60 FPS strecken. Was der Radeon RX 7600 in WQHD mit reduzierten Texturen gelingt, bleibt der Arc B580 zum Beispiel verwehrt. In dem Fall muss die Grafikqualität reduziert werden, was aber nicht zum Erfolg führen muss: Denn die Framerate erhöht sich bei geringerer Detailstufe gar nicht so sehr.

DLSS 4 und FSR 4 sehen klar besser als Nativ aus

Apropos Grafikqualität: Upsampling ist in The Last of Us Part II sehr wichtig. Gar nicht so sehr wegen der höheren Geschwindigkeit, schon aber wegen der besseren Bildqualität. Die spieleigene Kantenglättung hat mehrere Probleme, sodass DLSS und FSR das bessere Bild als das TAA mit der nativen Auflösung erzeugen – und das im Vergleich Performance-Modus versus Nativ! Wichtig ist hier jedoch, dass DLSS 4 oder FSR 4 genutzt werden, die klar die beste Qualität bieten und allen anderen Technologien teils weit überlegen sind. FSR 4 lässt sich auf RDNA-4-Karten problemlos in der Treiber-App aktivieren, dasselbe gilt für DLSS 4 bei GeForce-RTX-GPUs. DLSS 3 und vor allem FSR 3.1 können qualitativ nicht mithalten.

Bei den Grafikkarten-Benchmarks zeigt sich, dass GeForce-Produkte und RDNA 4 gut abschneiden. Die Radeon RX 9070 XT liefert sich einen engen Kampf mit der GeForce RTX 5070 Ti, den die GeForce einzig in Ultra HD knapp für sich gewinnen kann. Die ältere RTX-4000-Serie ist ebenso gut unterwegs, während die RX-7000-Karten schwächer als gewöhnlich abschneiden. So kommt es auch, dass die Radeon RX 9070 XT 10 Prozent schneller als die Radeon RX 7900 XTX ist, was es sonst eigentlich nicht gibt. Intels Arc-Produkte haben dagegen Probleme. Die ältere Arc A770 zuckelt ziemlich hilflos vor sich her, während die neue Arc B580 klar besser läuft – aber dennoch ein gutes Stück schlechter als normal abschneidet.

The Last of Us Part II im Benchmark-Test

Ein passender Prozessor ist wichtig

In The Last of Us Part II spielt auch der Prozessor eine wichtige Rolle. Nicht um die 60 FP zu erreichen, was aufgrund der niedrigen CPU-Leistung der PlayStation 4 auch nicht verwundert. Schon aber, um die Grafikkarte nicht auszubremsen und dies in Auflösungen, die praxisrelevant sind. So ist zum Beispiel der ehemals Verkaufsschlager Ryzen 7 5800X3D nicht dazu in der Lage, eine GeForce RTX 5070 Ti oder Radeon RX 9070 XT in WQHD auszulasten – dazu benötigt es im Hause AMD gleich einen Ryzen 7 9700X oder einen Ryzen 7 7800X3D. Es gibt vermutlich nur wenige Spiele, die so sehr auf einen gleichwertigen Partner bei Grafikkarte und Prozessor setzen.

Eine gute PC-Version mit nur kleineren Problemen

Die PC-Version von The Last of Us Part II hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Die Performance ist gut, das Frame Pacing ebenso. Und auch störende Bugs hat es während des Spielens nicht gegeben. Ein paar kleinere Baustellen sind aber dennoch vorhanden: So sollte das „Fokus-Problem“ behoben werden und auch das schlechte Abschneiden der zur Zeit nicht empfehlenswerten Frame Generation. Das ist alles nichts Ärgerliches, sollte aber natürlich dennoch nicht sein. Wer sich für The Last of Part II interessiert, kann problemlos zur PC-Version greifen.

Die technischen Merkmale
The Last of Us Part II Eigenschaften
Entwickler Naughty Dog
Nixxes Software (PC-Version)
Iron Galaxy Studios (PC-Version)
Publisher Sony
Engine Eigenentwicklung
API DirectX 12
Nvidia Reflex
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer ✓ (per Nvidia-App, nur Super Resolution)
Nvidia DLSS Super Resolution (SR)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG) Nein
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) ✓ (per AMD-App)
AMD FSR Super Resolution (SR)
AMD FSR Frame Generation (FG)
Intel XeSS Super Resolution (SR)
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR Native, XeSS Native)
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR Quality)
WQHD RTX 4060 / RTX 5070 / RX 7700 XT / RX 9070
UWQHD RTX 4060 / RTX 5070 / RX 7700 XT / RX 9070
UHD RTX 4070 / RTX 5070 / RX 7800 XT / RX 9070
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 03. April 2025
Preis zum Release 50 Euro

ComputerBase hat The Last of Us Part II von Publisher Sony zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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