Core Ultra 300: Erste Benchmarks der großen Xe3-iGPU Intel Arc B390
Intel Core Ultra 300 alias Panther Lake gibt es in 14 Varianten, davon bieten drei eine besonders große iGPU. Für diese Intel Arc B390 hat Intel einen gewaltigen Leistungssprung in Aussicht gestellt. Erste Benchmarks bestätigen das, auch wenn einige für Kunden wichtige Fragen noch ungeklärt bleiben.
Und so schnell kann es gehen: Jetzt ist auch Strix Halo in Form des Ryzen AI Max+ 395 mit Radeon 8060S bei 65 Watt TDP in den Benchmarks vertreten.
Der Artikel wurde um Benchmarks eines Ryzen AI 9 HX 370 im Mini-PC Beelink SER9 (Test) ergänzt. In dem System nutzt die APU bis zu 65 Watt TDP und liegt damit auf einem Niveau wie der Core Ultra X9 388HX mit Arc B390 im Lenovo IdeaPad 5 Pro. Ein Unterschied bleibt beim Speicher: Der Beelink SER9 nutzt wie das bereits getestete Zenbook S16 LPDDR5X-7500, Panther Lake alias Core Ultra 300 im Testmuster von Intel wiederum LPDDR5X-9600. Maximal für Ryzen AI 300 freigegeben ist inzwischen LPDDR5X-8533.
In zwei von drei Spielen legt der Ryzen AI 9 HX 370 durch den TDP-Sprung von 31 auf 65 Watt um knapp 20 Prozent zu, in einem Titel tut sich wiederum nichts. Die Lücke zum Core Ultra X9 388H bleibt nichtsdestoweniger sehr groß.
Core Ultra 300 mit Intel Arc B390
Die iGPU in Intel Core Ultra 300 „Panther Lake“ basiert auf der 3. Generation Xe. Es gibt eine kleine iGPU mit vier Xe-Clustern, die Intel fertigt, und eine große iGPU mit 12 Xe-Clustern, die von TSMC kommt. Die große Version trägt den Namen Intel Arc B390 und kommt in drei Prozessoren zum Einsatz. Sie tragen ein zusätzliches „X“ im Namen. Alle Details zu Core Ultra 300 und der neuen Xe3-iGPU liefern die nachfolgenden Artikel. In diesem Artikel geht es um einen ersten Blick auf die Intel Arc B390.
- Intel Core Ultra 300: Panther Lake startet mit 14 Modellen und sehr hoher Leistung
- Intel Panther Lake im Detail: Das ist „Core Ultra 300“ mit Intel 18A, neuen Kernen und Xe3
| Modell | Kerne Threads (P+E+LPE) |
Turbo-Takt | L3-Cache | NPU | GPU (Xe-Cores) |
GPU (max. Takt) |
Speicher | Base Power (W) | Max Turbo Power (W) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core Ultra X9 388H | 16 (4+8+4) | 5,1 GHz | 18 MB | 50 | Arc (Pro) B390 (12) | 2,50 GHz | LPDDR5X-9600 | 25 | 65-80 |
| Core Ultra 9 386H | 16 (4+8+4) | 4,9 GHz | 18 MB | 50 | Intel Graphics (4) | 2,50 GHz | LPDDR5X-8533 DDR5-7200 |
25 | 65-80 |
| Core Ultra X7 368H | 16 (4+8+4) | 5,0 GHz | 18 MB | 50 | Arc (Pro) B390 (12) | 2,50 GHz | LPDDR5X-9600 | 25 | 65-80 |
| Core Ultra 7 366H | 16 (4+8+4) | 4,8 GHz | 18 MB | 50 | Intel Graphics (4) | 2,50 GHz | LPDDR5X-8533 DDR5-7200 |
25 | 65-80 |
| Core Ultra 7 365 | 8 (4+0+4) | 4,8 GHz | 12 MB | 49 | Intel Graphics (4) | 2,50 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
| Core Ultra X7 358H | 16 (4+8+4) | 4,8 GHz | 18 MB | 50 | Arc B390 (12) | 2,50 GHz | LPDDR5X-9600 | 25 | 65-80 |
| Core Ultra 7 356H | 16 (4+8+4) | 4,7 GHz | 18 MB | 50 | Intel Graphics (4) | 2,45 GHz | LPDDR5X-8533 DDR5-7200 |
25 | 65-80 |
| Core Ultra 7 355 | 8 (4+0+4) | 4,7 GHz | 12 MB | 49 | Intel Graphics (4) | 2,50 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
| Core Ultra 5 338H | 12 (4+4+4) | 4,7 GHz | 18 MB | 47 | Arc (Pro) B370 (10) | 2,40 GHz | LPDDR5X-8533 | 25 | 65-80 |
| Core Ultra 5 336H | 12 (4+4+4) | 4,6 GHz | 18 MB | 47 | Intel Graphics (4) | 2,30 GHz | LPDDR5X-8533 DDR5-7200 |
25 | 65-80 |
| Core Ultra 5 335 | 8 (4+0+4) | 4,6 GHz | 12 MB | 47 | Intel Graphics (4) | 2,45 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
| Core Ultra 5 325 | 8 (4+0+4) | 4,5 GHz | 12 MB | 47 | Intel Graphics (4) | 2,45 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
| Core Ultra 5 332 | 6 (2+0+4) | 4,4 GHz | 12 MB | 46 | Intel Graphics (2) | 2,30 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
| Core Ultra 5 322 | 6 (2+0+4) | 4,4 GHz | 12 MB | 46 | Intel Graphics (2) | 2,30 GHz | LPDDR5X-6800 DDR5-6400 |
25 | 55 |
Diese Leistung verspricht Intel
Zur finalen Vorstellung von Core Ultra 300 auf der CES Anfang dieser Woche hatte Intel den Mund in Bezug auf die Gaming-Leistung der neuen großen iGPU sehr voll genommen: Die Leistung einer GeForce RTX 4050 Laptop GPU 6 GB soll im Durchschnitt erreicht und AMDs Flaggschiff, der Ryzen AI 9 HX 370 (Test) (bald Ryzen AI 9 HX 470) um über 80 Prozent geschlagen werden.
Erste Benchmarks auf einem System von Intel
Im Nachgang der Präsentation hatten ausgewählte Medienvertreter in Las Vegas die Möglichkeit, erstmals selbst Hand an ein Notebook mit Core Ultra 300 und großer iGPU Arc B390 anzulegen. ComputerBase war darunter. Dabei ist anzumerken:
Bitte lesen Sie die Packungsbeilage
- Für die Benchmarks war eine Stunde Zeit, letztendlich wurden nach der Einrichtung und Konfiguration drei Spiele getestet – viel mehr folgt zum Fall des Embargos auf eigenem Testgerät.
- Zur Verfügung stand in Las Vegas das absolute Topmodell, der Core Ultra X9 388H, mit 65 Watt TDP.
- Die CPU saß in einem Lenovo IdeaPad 5 Pro.
- Um durch die Tischdecke nicht die Kühlung zu behindern, wurde das Notebook vor Ort aufgebockt. Es wurde also alles dafür getan, dass die Leistung so hoch ausfällt wie nur möglich.
Die drei Vergleichskandidaten
Für diesen Ersteindruck wurden zwei Vergleichssysteme herangezogen, die AMDs noch aktuelles Consumer-APU-Flaggschiff Ryzen AI 9 HX 370 und eine GeForce RTX 4070 Laptop GPU enthalten. Beide Systeme liefen mit der aktuellsten Software (Windows 11, Treiber etc. pp.):
- Die Radeon 890M des Ryzen AI 9 HX 370 wurde im Asus Zenbook S16 (2024) getestet. Es gehört mit maximal etwas über 30 Watt TDP nicht zu den schnellsten seiner Art, schnellere Modelle legen noch ~15+ Prozent FPS oben drauf. Das muss nachfolgend beachtet werden.
- Eine zweite Radeon 890M des Ryzen AI 9 HX 370 kam im Beelink SER9 (Test) zum Einsatz. Hier sind bis zu 65 Watt abrufbar.
- Die GeForce RTX 4070 Laptop GPU wurde im Razer Blade 14 (2023) getestet. Sie bietet in diesem Modell die maximal erlaubte TGP von 115 + 25 Watt.
Die Einstellungen im Test
Folgende Einstellungen wurden verwendet. Auf der Intel Arc B390 kam durchweg XeSS zum Einsatz, DLSS (RTX 4070 Laptop) und FSR (Radeon 890M) wurden entsprechend angepasst. Denn XeSS nutzt seit Version 1.3 andere Preset-Stufen: Quality entspricht Balanced. Bei Shadow of the Tomb Raider kam wiederum auch auf der Radeon XeSS Quality und auf der GeForce DLSS Quality zum Einsatz, weil das Spiel kein FSR bietet und XeSS dort noch in Version 1.1 vorliegt.
| Spiel | Zielauflösung | Preset | Upsampling |
|---|---|---|---|
| Cyberpunk 2077 | Full HD | Raytracing Low | XeSS 2 Quality / DLSS 4 Balanced / FSR 3 Balanced |
| F1 | Full HD | Medium (VSR aus) | XeSS 2 Quality / DLSS 4 Balanced / FSR 3 Balanced |
| SotTR | Full HD | Hoch | XeSS 1.1 Quality / DLSS Quality |
Die nachfolgenden Screenshots zeigen die Einstellungen auf dem Testsystem von Intel mit Intel Arc B390:
Benchmark-Ergebnisse in Full HD
Die drei getesteten Spiele sprechen eine deutliche Sprache: Die Intel Arc B390 setzt sich mit – für das iGPU-Umfeld – enormem Vorsprung vor der Radeon 890M im Ryzen AI 9 HX 370 ab. Im Zenbook S16 wird sie zwar nicht am Limit betrieben, aber selbst wenn wohlwollend 20 Prozent FPS addiert werden (siehe: AMD Ryzen AI 9 HX 370 im Test: Neue Strix-Point-Gaming-Benchmarks mit höherer TDP), bleibt der Vorsprung riesig - das zeigen die nachgelieferten Ergebnisse des Ryzen AI 9 HX 370 mit 65 Watt TDP im Beelink SER9.
Erste Einschätzung
Drei Benchmarks, kein mit Blick auf die TDP absolut ebenbürtiger Gegner von AMD und eine viel zu teure GeForce RTX als dGPU-Kontrahent – das ist nichts, worauf man ein Fazit aufbaut. Eine erste Einschätzung ist aber trotzdem möglich, denn die Ergebnisse sprechen eine sehr deutliche Sprache. Sie lautet:
Intel hat viel versprochen, aber die Arc B390 scheint auch wirklich sehr schnell zu sein. Das Leistungsniveau, das von iGPUs in Notebooks mit Ausnahme der großen Radeon 8060S in Strix Halo (Ryzen AI 300 Max) zu erwarten war, wird deutlich angehoben.
Wie das Duell mit AMD auf gleichem TDP-Niveau, mit mehr Spielen im Durchschnitt und klarer Kenntnis über Windows-Einstellungen sowie bei niedrigerer TDP der Intel-CPU ausgeht, werden weitere Tests zeigen. Denn wenn am Ende nur die „Halo SKU“ bei 65 Watt so abliefert, haben Kunden wenig davon. Die kleine iGPU mit nur einem Drittel der Einheiten wird definitiv viel langsamer sein. Stay tuned!
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Ganz ehrlich? „Intel kann viel versprechen...“ war mein Gedanke im letzten Jahr, wenn es um die Leistung der neuen großen iGPU ging. Was die Intel Arc B390 in Las Vegas jetzt abliefert, ist aber wirklich ein starkes Stück. Natürlich will ich es jetzt genau wissen: Mit einem faireren Vergleich auf Endgeräten, die ich alle selbst eingerichtet habe. Aber noch wichtiger sind für mich die Antworten auf die Frage: Was bleibt davon übrig, wenn die TDP deutlich fällt (Ultrabooks, Handhelds?) und was werden Systeme mit diesen X-CPUs am Ende kosten, also wie zugänglich ist das Leistungsniveau? (Jan)