Oppo Find X9 Pro im Test: Laufzeiten, Laden, Kameras und Fazit
2/2Silizium-Kohlenstoff-Batterie mit 7.500 mAh
Die Paradedisziplin des Find X9 Pro sind die Batterielaufzeiten. Europäische Käufer müssen hier zudem kein Downgrade gegenüber der chinesischen Variante hinnehmen, denn auch hierzulande kommt eine Silizium-Kohlenstoff-Batterie (Si/C) mit satten 7.500 mAh zum Einsatz. Das sind mal eben 50 Prozent mehr, als zum Beispiel Samsung im Galaxy S25 Ultra (Test) bietet oder Apple im iPhone 17 Pro Max (Test) verbaut.
Längere Laufzeiten als jedes andere Smartphone
Das Find X9 Pro ist damit an einem Tag einfach nicht leer zu bekommen, zumindest nicht bei normalem Gebrauch, selbst wenn dazu Spiele und Benchmarks gehören. Der PCMark für Android stellt mit nativen Android-APIs das Web-Browsing, die Videobearbeitung, das Schreiben, die Fotobearbeitung und die Datenbearbeitung nach, und das im Test mit über 25 Stunden Laufzeit – das sind 30 Prozent mehr als bei jedem anderen High-End-Smartphone und selbst gegenüber dem auf 60 Hz beschränkten Pixel 9a (Test) immerhin noch 26 Prozent mehr.
Beim YouTube-Streaming in 720p mit 200 cd/m² Helligkeit liegt das Find X9 Pro noch 14 Prozent vor dem nächstbesten Smartphone. Galaxy S25 Ultra und iPhone 17 Pro Max befinden sich 23 und 19 Prozent hinter dem Find X9 Pro. Das Oppo-Smartphone ist das Smartphone mit der mit Abstand besten Laufzeit, das die Redaktion jemals vorliegen hatte.
Schnelles Laden mit maximal 80 Watt
Laden lässt sich das Find X9 Pro mit maximal 80 Watt über das SuperVOOC-Netzteil von Oppo. Für einen vollständigen Ladevorgang muss man mit rund 70 Minuten rechnen. Das proprietäre drahtlose Ladegerät von Oppo hatte die Redaktion nicht vorliegen, damit sind (auf dem Papier) aber noch bis zu 50 Watt möglich. Über die Rückseite lassen sich andere Geräte zudem mit bis zu 10 Watt in die entgegengesetzte Richtung laden.
Triple-Kamera aus Hasselblad-Kooperation
Oppo setzt mit dem Find X9 Pro für dessen Kameras die Kooperation mit dem schwedischen Hersteller Hasselblad fort. Entsprechende Pläne hatten beide Unternehmen im Sommer letzten Jahres in Göteborg angekündigt.
Große Sensoren mit hoher Auflösung
Auf technischer Seite setzt das Find X9 Pro auf drei Kameras, um Brennweiten von 23 mm, 70 mm und 15 mm nach Kleinbildäquivalent abzudecken. Die Hauptkamera mit Blende f/1.5 nutzt einen großen (1/1,28") 50-Megapixel-Sensor, das Teleobjektiv mit f/2.1 einen mit 1/1,56" ebenfalls ziemlich großen 200-Megapixel-Sensor und die Ultraweitwinkelkamera mit f/2.0 ein kleineres Modell (1/2,76") mit erneut 50-Megapixel-Sensor.
Durchweg gute Ergebnisse
Nach den positiven Erfahrungen mit dem Find X8 Ultra können sich auch die Ergebnisse des Find X9 Pro wieder durchweg sehen lassen. Vom Find X8 Ultra erbt das Find X9 Pro erstmals auch die sogenannte True-Color-Kamera, ein vierter Sensor, der das Motiv über ein 6×8-Grid in 48 Zonen unterteilt und für jede die Farbtemperatur ermittelt, um daraufhin einen selektiven Weißabgleich durchzuführen.
In der Praxis gelingt dem Smartphone der Weißabgleich, das Gerät punktet auch beim Dynamikumfang, ohne jedoch Schatten künstlich zu stark aufzuhellen. Diese bleiben erhalten, was für einen optisch ansprechenden Kontrast sorgt, anstatt das Bild flach zu machen. Zur plastischen Darstellung trägt auch die gute Farbabbildung bei, die poppig, aber nicht übertrieben wirkt. Bildrauschen unterdrückt die Kamera praktisch gänzlich, während zugleich ein hoher Schärfe- und Detailgrad geboten wird. Und selbst ohne aktivierten Porträtmodus wird im Nahbereich ein schönes natürliches Bokeh geboten.
Teleobjektiv mit hoher Qualität
Diese Bewertung lässt sich auch auf das Teleobjektiv übertragen, dessen großer Sensor und weit geöffnete Anfangsblende eine durchweg hohe Qualität liefern. Für Porträtaufnahmen ist die 70-mm-Kamera besonders gut geeignet. Bei der sechsfachen Vergrößerung erfolgt die Bildausgabe analog zur standardmäßig dreifachen Vergrößerung unverändert in 12 MP. Der 200-MP-Sensor bietet demnach genügend Reserven für einen Crop. Das gilt auch für die noch stärkere 13,2-fache Vergrößerung mit 308 mm Brennweite, doch hier nimmt die Qualität dann sichtbar ab und vermeintliche AI-Verbesserungen bügeln das Bild zu glatt.
Selbst die Ultraweitwinkelkamera liefert mit ihrem kleineren Sensor noch gute Ergebnisse in Bereichen wie Schärfe, Dynamikumfang und Farben ab. Bei schlechten Lichtbedingungen oder in der Nacht streicht sie aber zuerst die Segel, während vor allem die Hauptkamera noch sehr gute Ergebnisse in dunkler Umgebung abliefert.
Fazit
Das Oppo Find X9 Pro überzeugt in gleich mehreren Kategorien, besonders hervor stachen im Test allerdings die sehr langen Batterielaufzeiten, die allesamt weit vor der Konkurrenz liegen. Oppo zeigt mit der 7.500 mAh starken Silizium-Kohlenstoff-Batterie eindrucksvoll, was man bei anderen Marken wie vor allem Apple und Samsung, die in Deutschland besonders präsent im High-End-Markt sind, nicht bekommt. Man wird das Gefühl nicht los, dass die hierzulande etablierten Unternehmen eher unter Zugzwang stünden, wenn mehr chinesische Smartphones auch in Europa zur Auswahl stehen würden. So bleibt letztlich der Eindruck: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Der Akku ist aber nicht der alleinige positive Aspekt des Find X9 Pro. Der Bildschirm überzeugt mit extremer Helligkeit, auch wenn er nicht ganz so gut ab Werk kalibriert ist, wie es zum Beispiel bei Apple der Fall ist. Die Systemleistung fällt ebenso durchweg hoch aus, insbesondere die Grafikleistung des MediaTek Dimensity 9500 ist beachtlich. Längere Lastphasen mag das Find X9 Pro jedoch überhaupt nicht und nimmt die Leistung auf bis zur Hälfte zurück. Und dann ist bei dem Smartphone vor allem noch die in Kooperation mit Hasselblad entwickelte Kamera hervorzuheben, deren drei Linsen allesamt eine hohe Qualität abliefern.
Das Find X9 Pro ist unterm Strich ein High-End-Smartphone für all diejenigen, die etwas anderes suchen, die nicht zur etablierten Konkurrenz greifen wollen, die in gewissen Aspekten wie der Batterie auf der Stelle tritt. Eine einfache Entscheidung ist das Find X9 Pro mit knapp 1.200 Euro sicherlich nicht, aber man bekommt hier ein Gesamtpaket mit ziemlich interessanter Hardware geboten.
- Phänomenal gute Akkulaufzeiten
- Schnelles (drahtloses) Aufladen
- Extrem heller OLED-Bildschirm
- Hohe Systemleistung
- Leistungsfähige Grafikeinheit
- Viel RAM und Storage ab Werk
- Sehr gute Triple-Kamera
- Ultraschall-Fingerabdrucksensor
- Gute Stereo-Lautsprecher
- IP69-Schutz gegen Staub und Wasser
- Hochwertige Verarbeitung
- Starkes Throttling unter Dauerlast
- Viele vorinstallierte Drittanbieter-Apps
- Ist Oppo gekommen um zu bleiben?
ComputerBase wurde das Find X9 Pro leihweise von Oppo zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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